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Gesundheitslexikon: Periorale Dermatitis (Mundrose, Stewardessen-Krankheit)

Periorale Dermatitis – wenn zu viel Kosmetik zu Hautausschlag führt

Die periorale Dermatitis ist eine Hauterkrankung, die sich in Entzündungen der Gesichtshaut mit roten Flecken, Knötchen und eitrigen Pusteln zeigt. Sie wird hervorgerufen durch ein übermäßiges Auftragen von Hautpflegemitteln und dekorativer Kosmetik. Periorale Dermatitis wird auch Stewardessen-Krankheit genannt, weil Frauen dieses Berufs stets Make-up tragen und dauerhaft der trockenen Luft in Flugzeugen ausgesetzt sind. Diese Faktoren begünstigen das Entstehen der Krankheit. Eine weitere Bezeichnung ist Mundrose, da sich die Pusteln anfangs verstärkt im Hautareal um den Mund bilden und weil die Entzündungen ähnlich aussehen wie die der Gürtelrose. Die periorale Dermatitis ist zwar nicht ansteckend und harmlos, stellt aber meist ein erhebliches kosmetisches Problem dar. Vorwiegend sind Frauen im Alter von 15 bis 45 Jahren betroffen.

Ursachen

Die Ursache der Mundrose sind verschiedene Faktoren, die zusammenwirken. Wird die Haut mit zu viel Pflegeprodukten behandelt oder wird vermehrt Make-up aufgetragen, kann die oberste Hornschicht durch die erhöhte Feuchtigkeit aufquellen. Dadurch wird die schützende Hautbarriere aufgebrochen, die Haut kann sich infizieren und trocknet verstärkt aus. Das hat zur Folge, dass noch mehr Feuchtigkeitscremes aufgetragen werden, die jedoch das Problem verstärken, statt es zu beheben. So entsteht ein Teufelskreis. Weitere Auslöser können die Antibabypille, Zahncremes oder länger andauernde Sonnenbestrahlung sein. Manche Frauen haben von Natur aus extrem empfindliche Haut und sind schon aufgrund dessen sehr anfällig für die periorale Dermatitis.

Symptome

Die Beschwerden bestehen anfangs in einer brennenden und spannenden Gesichtshaut, die sehr trocken ist. Die Haut kann jucken und schuppig werden. Mit der Zeit bilden sich rote Knötchen, die im weiteren Verlauf zu eitrigen Pusteln werden. Diese Hauterscheinungen entstehen anfangs nur im Areal um den Mund, mit einem Abstand von etwa fünf Millimetern zu den Lippen. Später verteilen sich die Pusteln auch auf Kinn, Wangen und Stirn. Manchmal bilden sie sich auch auf den Augenlidern, in den Augenwinkeln oder neben den Nasenflügeln.

Diagnose

Der Verdacht stellt sich bereits durch das Aussehen der Haut. Die Frage nach den Gewohnheiten bezüglich der Hautpflege und der Nutzung von Kosmetikartikeln bringt weitere Klarheit. Allerdings gibt es noch andere Erkrankungen, die im Erscheinungsbild der perioralen Dermatitis ähneln, wie zum Beispiel das Kontaktekzem, Spätakne oder Rosazea. Da diese Krankheiten anders behandelt werden, müssen sie vor der Behandlung ausgeschlossen werden.

Behandlung

Die periorale Dermatitis ist gut behandelbar. Zunächst dürfen Patienten die Haut nur mit Wasser waschen. Auf Reinigungs- und Abschminkprodukte sowie auf Kosmetika sollte völlig verzichtet werden. Um die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen, verordnet der Arzt spezielle milde Cremes. Auf keinen Fall dürfen Kortisonsalben verwendet werden. Sie verbessern zwar anfangs das Hautbild, allerdings kommen die Hautirritationen nach dem Absetzen verstärkt zurück. Zudem wird die Haut durch diese Präparate zusätzlich geschädigt. Hilfreich sind kühle Umschläge mit schwarzem Tee. Sind die Entzündungen sehr stark, kann mit entzündungshemmenden Medikamenten entgegengewirkt werden. Wichtig ist, dass man viel Geduld mitbringt, da die Heilung längere Zeit in Anspruch nimmt.

Vorbeugung

Man kann der perioralen Dermatitis vorbeugen, indem man Reinigungs-, Pflege und Kosmetikartikel nur gering dosiert anwendet.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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