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Gesundheitslexikon: PAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit)

pAVK – Durchblutungsstörung der Extremitäten

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit ist ein Phänomen aus der Gefäßmedizin. Der Begriff bezeichnet primär die Einengung der Extremitätenarterien, insbesondere in den Beinen. Die Krankheit entwickelt sich über viele Jahre und führt unbehandelt zu einer Durchblutungsstörung des Gewebes und der Organe.

Ursachen

Ursache der pAVK ist die Arteriosklerose, also die Verengung der Gefäßlumen durch Ablagerung von Fetten, Zucker oder anderen Schadstoffen.

Dieses Phänomen der Gefäßinnenwand-Ablagerung geschieht nicht von ungefähr, sondern ist zumeist das Ergebnis des metabolischen Syndroms. Dieses Beschwerdebild bestehend aus Diabetes, arterieller Hypertonie, Hypercholesterinämie und Übergewicht ist in den Industrieländern für eine Reihe von Krankheiten verantwortlich, unter anderem begünstigt auch es die Entstehung einer pAVK.

Zudem lässt sich der Nikotinkonsum, insbesondere in Verbindung mit Ovulationshemmern, als ebenso großer Risikofaktor für eine pAVK benennen.

Symptome

Die Symptome der pAVK sind abhängig von Lokalisation und Schweregrad des Verschlusses. In der Medizin werden vier Stadien ausgemacht, die jedoch allesamt den ischämischen Schmerz als Leitsymptom gemein haben.

Im ersten Stadium kommen zu dem Schmerz keine zusätzlichen Beschwerden hinzu, da der Körper zu Beginn der Krankheit durch Kollateralen die Versorgung der Extremitäten noch gewährleisten kann.

Im zweiten Stadium, auch Claudatio intermittens genannt, treten neben dem ischämischen Schmerz, insbesondere bei Belastung, auch unangenehme Hautläsionen und schlecht heilende Wunden im Innervierungsgebiet der versorgenden Arterien zu Tage.

Im dritten Stadium berichten Betroffene bereits über Ruheschmerzen, vor allem nachts in Horizontallage der Beine.

Das letzte Stadium der pAVK zeigt alle Spätfolgen einer Durchblutungsstörung. Neben den Ruheschmerzen und parästhetischen Missempfindungen klagen Patienten auch über Kältegefühl in der betroffenen Region.

Durch die Minderversorgung können ab dem zweiten Stadium große Komplikationen entstehen. So sind Nekrosen und Gangräne an den Beinen nicht selten. Im Verlauf können diese sich infizieren und zu einer Sepsis oder zur Amputation der Extremität führen. Ebenso kann die pAVK im fortgeschrittenen Stadium auch Infarkte in Herz, Gehirn oder anderen versorgenden Organen wie Niere oder Leber verursachen.

Diagnose

Bemerken Sie oben aufgeführte Symptome, so ist die Konsultation eines Arztes vonnöten. Nach einer ausführlichen Anamnese und klinischen Untersuchung bringen Inspektion und Auskultation der Extremitäten weitere Erkenntnisse. Zur Feststellung einer pAVK sind weitere Untersuchungen notwendig, wie beispielweise die Dopplersonographie und ein MRT-Angio zur Messung der Stenose. Abschließend wird per Gehstreckentest das Stadium der pAVK festgelegt.

Therapie

Die Therapie erfolgt in den meisten Fällen konservativ und medikamentös. Thrombozytenaggregationshemmer sollen arterieller Thromben verhindern und vasoaktive Substanzen verbessern die Fließeigenschaft des Blutes. Ergänzend können Analgetika zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.

Dennoch ist die Anpassung des Lebensstils obligat. Allein durch eine Umstellung der Essgewohnheiten und vermehrte Bewegung können gute Erfolge erzielt werden, weil keine neuen Ablagerungen mehr entstehen. Maßnahmen zur Förderung der Durchblutung, wie spezielles Gehtraining, unterstützen die medikamentöse Therapie. Zur Vermeidung von Komplikationen und Spätfolgen trägt die Umsetzung einfacher Tipps von Hygienemaßnahmen über Bekleidung bis hin zum Stressabbau bei.

Wenn die pAVK bereits zu weit fortgeschritten ist, sollte eine chirurgische Intervention in Erwägung gezogen werden. Dabei kommen eine PTA, eine Gefäßaufdehnung, eine TEA, ein Herausreißen der Ablagerungen oder notfalls auch ein Bypass, also das Legen eines Umgehungskreislaufes, in Frage.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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