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Gesundheitslexikon: Paratyphus

Paratyphus - das müssen Sie wissen

Paratyphus ist eine schwere, bakteriell bedingte Durchfallerkrankung, die von bestimmten Salmonellen-Arten verursacht wird. In den meisten Fällen verläuft eine Erkrankung an Paratyphus ähnlich wie eine Typhus-Erkrankung, nur in einer schwächeren Form. Für beide Erkrankungsbilder gelten die gleichen Diagnose- und Behandlungsmethoden.

Ursachen

Ursache einer Paratyphus-Erkrankung ist die Ansteckung mit dem Bakterium Salmonella Paratyphi. Diese Salmonellenart gibt es weltweit, jedoch sind Erkrankungen in Deutschland sehr selten. Die meisten Fälle von Typhus und Paratyphus treten in Ländern mit mangelnden hygienischen Bedingungen auf. Übertragen werden die Paratyphus-Erreger vor allem durch mit dem Bakterium belastete Nahrungsmittel oder Wasser. Der direkte Übertragungsweg von Mensch zu Mensch ist ebenfalls möglich und kann z. B. über Handkontakt erfolgen.

Symptome

Erste Symptome können einige Wochen nach der Ansteckung auftreten. Typhus und Paratyphus haben einen ähnlichen Verlauf, jedoch sind die Symptome beim Paratyphus in der Regel schwächer ausgeprägt. Die Anfangssymptome sind eher unspezifisch und können sich z. B. als Kopf- und Gliederschmerzen sowie in leicht erhöhter Temperatur zeigen. Im weiteren Verlauf steigt das Fieber rasch an und kann für einen längeren Zeitraum auf einem hohen Niveau bleiben. Hinzu kommen Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle. Die Durchfälle sind beim Paratyphus eher wässrig, während sie beim Typhus eine grünlich-breiige Konsistenz haben (‚Erbsbrei-Durchfälle‘).

Diagnose

Eine erste Verdachtsdiagnose wird häufig aufgrund der auftretenden Symptomatik und der Begleitumstände gestellt. Treten die Symptome in Zusammenhang mit einer Rückkehr aus bekannten Risikogebieten auf, so ist dies ein weiterer Hinweis. Daher sollten Sie kürzlich erfolgte Auslandsreisen im Arztgespräch erwähnen. Die Diagnose kann anschließend durch Blut- und Stuhl-Untersuchungen bestätigt werden. Nach erfolgreicher Therapie wird der Arzt in der Regel den Stuhl noch einmal testen. Finden sich auch nach einem Zeitraum von sechs Monaten noch Erreger, so gilt der Patient als ‚Dauerausscheider‘. Das bedeutet, auch nach der Gesundung besteht die Ansteckungsgefahr weiter.

Behandlung

Mit speziellen Antibiotika sollen die Erreger bekämpft werden. Parallel dazu werden die auftretenden Symptome behandelt. Hier sind vor allem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und der Ausgleich der Elektrolyte (‚Blutsalze') wichtig, um die durch den Durchfall entstandenen Verluste im Körper auszugleichen. Da die Durchfälle helfen sollen, die Erreger rascher aus dem Organismus auszuscheiden, werden diese in der Regel nicht mit hemmenden Mitteln behandelt. Begleitend ist eine gute Hygiene wichtig, um die Ansteckungsgefahr einzudämmen.

Vorbeugung

Gegen Paratyphus gibt es im Gegensatz zur Typhus-Erkrankung keinen Impfschutz. Sollten Sie daher eine Reise in bekannte Risikogebiete planen, ist eine umfassende Hygiene besonders wichtig. Da viele Erreger über das Trinkwasser übertragen werden, sollten Sie in diesem Gebieten auf ungekochtes Leitungs- und Brunnenwasser verzichten und Getränke ohne Eis genießen. Nahrungsmittel sollten Sie vor dem Verzehr entweder schälen oder kochen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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