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Gesundheitslexikon: Paraffin

Paraffin – der vielseitige Wirkstoff für die Haut

Das geruchlose Paraffin ist sehr wandlungsfähig. Als durchsichtiges Öl kommt Paraffin in vielen kosmetischen Produkten vor. Wird weiches Paraffin auf die Haut aufgetragen, so entsteht ein samtartiger, glänzender Film. Jahrzehntelang nahm man an, dass dieser Film hautfreundlich und feuchtigkeitsausgleichend ist. Mittlerweile gibt es jedoch immer mehr Kritiker, die den generellen Einsatz von Mineralölprodukten wie Paraffin in der Hautpflege ablehnen. Als cremige Substanz kann Paraffin aber auch Bestandteil von medizinischen Pasten und pflegenden Pomaden sein. Auch Kerzen können aus Paraffin bestehen und die Industrie schätzt ebenfalls die korrosionshemmende Eigenschaft des Mittels.

Was ist Paraffin?

Paraffin ist eine weiße Masse, die mal flüssig, pastös oder auch in fester Substanz auftreten kann. Es handelt sich um ein aus Mineralölen hergestelltes Produkt. Paraffin besteht, ebenso wie Mineralöl, aus Kohlenwasserstoffen. Es ist wasserabweisend, kann sich aber mit anderen Fetten, Ölen und Wachsen verbinden.

Wie wird Paraffin hergestellt?

In der Erdkruste eingelagerte Erdöl wir zunächst abgebaut und anschließend raffiniert, destilliert sowie synthetisiert. Dabei fallen, neben dem gereinigte Mineralöl der petrochemischen Industrie, auch noch weitere Abfallstoffe an, unter anderem Paraffin. Dieser Ausgangsstoff wird dann mit Aktivkohle und Schwefelsäure tiefgreifend gereinigt und weiterverarbeitet. Da es in flüssiger, pastöser oder fester Form auftreten kann, ist es leicht zu verarbeiten und gut zu transportieren.

Was sind die Anwendungsgebiete von Paraffin?

Paraffin wird vor allem als kosmetisches oder medizinisches Produkt verwendet. Dabei muss man wissen, dass der Stoff chemisch absolut rein ist. Denn Paraffin trägt von sich aus keine Keime in sich und stellt gleichzeitig auch einen keimfreien Boden dar, der eine Vermehrung von Bakterien eine gewisse Zeitlang unterdrückt. Gerade als medizinisches Produkt gibt es wenige Alternativen zu Paraffin, wenn aseptische Salben, Cremes oder sonstige Verbindungen hergestellt werden müssen. Zudem gibt es keine allergischen Reaktionen auf Paraffin, weshalb es auch auf offene Wunden oder bei schwerwiegenden Krankheiten äußerlich zum Einsatz kommen kann.

Da Paraffin in mehreren Aggregatzuständen vorkommt und insgesamt eine gute Trägereigenschaft hat, lassen sich in die weiße Masse bevorzugt Wirkstoffe, Pigmente, oder sonstige Zusätze einarbeiten. Das macht Paraffin vor allem in der Kosmetik so beliebt. Gerade in Lippenstiften wird die strukturgebende, glänzende, filmbildende und hydrophobe Eigenschaft von Paraffin geschätzt.

Flüssiges Paraffin kommt auch häufig in pflegenden Lotionen vor. Es hinterlässt ein angenehmes Gefühl auf der Haut, macht sie geschmeidig und riegelt die Hautoberfläche ab, was lange Zeit als erwünscht angesehen wurde. So sollten schädigende Einflüsse wie Kälte von der Haut abgehalten werden und die Feuchtigkeit besser in der Haut gebunden bleiben.

Was muss man bei Paraffin in Hautpflegemitteln beachten?

Immer wieder wird der Einsatz von Paraffin in kosmetischen wie medizinischen Hautpflegeprodukten allgemein kritisch hinterfragt. Insbesondere der angebliche hautpflegende und schützende Aspekt wird in Zweifel gezogen. So soll der zurückbleibende Film auf der Hautoberfläche zu einer Austrocknung der Haut führen und damit langfristig Faltenbildung begünstigen können. Die Stiftung Warentest erwartet in der Verwendung von Paraffin zwar keine Risiken, warnt jedoch vor eine Aufnahme der Mineralöle durch Lippenpflegeprodukte über die Mundschleimhäute.

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