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Gesundheitslexikon: Paracetamol

Paracetamol das leicht verträgliche Schmerzmittel

Paracetamol ist wegen seiner geringen Nebenwirkungen eines der weltweit beliebtesten Schmerzmittel. Das darüber hinaus fiebersenkende Medikament wird aufgrund seiner Eigenschaften vor allem bei Kindern eingesetzt. In geringen Mengen ist es nicht verschreibungspflichtig. Paracetamol eignet sich gut bei der Behandlung von Erkältungen, Kopfschmerzen, Zahnschmerzen und Migräne.

Wirkungsweise

Bei Paracetamol handelt es sich um ein nicht-opioides Schmerzmittel. Das bedeutet, dass der schmerzlindernden Effekt nicht an den körpereigenen Opiod-Rezeptoren erzielt wird. Die genaue Wirkung von Paracetamol konnte bis heute noch nicht vollständig erklärt werden. Ein wichtiger Bestandteil der Wirkung kommt allerdings dadurch zustande, dass es das Enzym Cyclooxygenase-2, oder abgekürzt COX-2, erfolgreich zu hemmen imstande ist. COX-2 spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung von Prostaglandinen. Das sind Botenstoffe, die Rötungen und Schwellungen verursachen, aber auch Reizungen der Nervenenden. Außerdem sind Prostaglandinen daran beteiligt, dass Schmerzen an das Gehirn weitergeleitet werden. Eine weitere schmerzhemmende Wirkung entfaltet Paracetamol durch die Erregung von Serotonin-Rezeptoren im Rückenmark. Die Fieberhemmung ist darauf zurückzuführen, dass Paracetamol bestimmte Botenstoffe im Temperatur-Regulierungszentrum des Gehirns effizient unterdrücken kann.

Anwendungsgebiete von Paracetamol

Paracetamol ist richtig dosiert auch für körperlich schwache Menschen gut einsetzbar und hat in den allermeisten Fällen gar keine oder nur sehr geringe Nebenwirkungen. Deshalb findet es auch bei der Behandlung von erkrankten Kindern häufig Verwendung. Die fiebersenkenden Eigenschaften in Kombination mit Schmerzlinderung machen es zu einem idealen Medikament bei Erkältungskrankheiten mit Schnupfen, Halsschmerzen und ähnlichen Symptomen. Auch bei Migräne und Kopfschmerzen hat sich Paracetamol als wirksam erwiesen. Dasselbe gilt auch bei leichten Regelschmerzen, wenngleich hierfür auch besser geeignete Medikamente erhältlich sind.

Verabreichungsform und Dosierung

Paracetamol ist, wie eingangs erwähnt, in geringen Mengen nicht verschreibungspflichtig und in Apotheken in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Für Kinder bekommen Sie es auch als Zäpfchen oder Sirup. Erwachsene nehmen Paracetamol meist in Form von Tabletten oder Kapseln ein. Bitte achten Sie stets darauf, die empfohlene Höchstmenge niemals zu überschreiten, da Sie ansonsten Gefahr laufen, Ihre Leber zu schädigen. Bei Erwachsenen liegt die Höchstmenge bei 14 Gramm pro Tag, bei Kindern darunter. Am besten berechnen Sie bei Kindern die Höchstmenge per Kilogramm: Auf keinen Fall sollten 50 Milligramm pro Kilo Körpergewicht überschritten werden.

Nebenwirkungen von Paracetamol

Paracetamol ist grundsätzlich leicht verträglich. Sie werden daher, sofern sie sich an die Höchstmenge halten, nur in ganz seltenen Fällen Beschwerden haben. Nur wer Paracetamol regelmäßig und über einen längeren Zeitraum in hohen Mengen einnimmt oder die Tageshöchstmenge überschreitet, riskiert eine Schädigung der Leber. Daher ist Paracetamol auch nur bis zu einer Menge von zehn Gramm ohne Rezept erhältlich. Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen, Übelkeit, Bauchschmerzen, ein verändertes Blutbild oder Atemnot wurden nur selten bis sehr selten festgestellt. Achtgeben sollten Sie jedoch bei der Kombination mit anderen Substanzen, welche potentiell Leberschäden verursachen. Dies trifft insbesondere auf Medikamenten gegen Krampfleiden zu, aber auch für Alkoholmissbrauch. In der Schwangerschaft sollten Sie Paracetamol nur nach Absprache mit dem Arzt einnehmen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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