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Gesundheitslexikon: Parabene

Wieso Parabene plötzlich in der Kritik stehen

Auf der Verpackung von Cremetuben oder Deodorants wird seit einiger Zeit mit dem Zusatz „Ohne Parabene“ geworben. Parabene stehen stark in der Kritik. Doch sollte man sie wirklich meiden?

Was sind Parabene?

Parabene werden industriell als Konservierungsmittel eingesetzt. Es sind Salze und Ester der sogenannten para-Hydroxybenzoesäure (kurz PHB-Ester). Parabene werden seit über 80 Jahren als billige Konservierungsmittel genutzt. Versetzt man einen Stoff mit ihnen, so verleihen sie ihm eine antimikrobielle und fungizide Eigenschaft. Das Produkt ist dadurch also länger haltbar und weniger anfällig für einen Befall mit Bakterien, Keimen oder Pilzen. In den Handel dürfen verschiedene Untersorten der Parabene eingebracht werden. Häufig kommen Methyl- und Ethylparabene vor, welche mit dem Zusatz ‚E 214/215‘ und ‚E 218/219‘ ausgewiesen werden müssen.

Wo kommen Parabene vor?

Parabene begegnen einem an vielen Stellen, vor allem in Produkten zur Körperpflege. Sie finden sich in Lotionen und Cremes, Lippenstiften, Make-up, Deodorants, Seifen, Sonnenschutzmitteln, Enthaarungsprodukten und Shampoos wieder. Alle Pflegeprodukte, die mit den Händen entnommen oder direkten Kontakt zur Haut haben, könnten ansonsten der ideale Nährboden für eingeschleppte Bakterien oder Keime sein.

Ferner sind Parabene auch in bestimmten Lebensmitteln enthalten. Sie sorgen bei Fleisch- und Wurstwaren für eine längere Haltbarkeit. Auch in Knabbereien, welche aus Kartoffelprodukten oder Getreide hergestellt sind, können Parabene zugesetzt sein. Viele Süßigkeiten tragen ebenfalls das Konservierungsmittel in sich. Auch Tabakwaren darf es hinzugefügt werden. Im technischen Bereich können Parabene Mitteln für die Schuhpflege sowie Fetten und Ölen beigesetzt sein. In wenigen Arzneimitteln sind ebenfalls Parabene enthalten.

Welche Wirkung haben Parabene auf den Körper?

In den vergangenen Jahren wurde eine mögliche allergieauslösende Wirkung auf den menschlichen Körper diskutiert. So soll vor allem die kombinierte Aufnahme von Parabenen über Körperpflegeprodukte und Lebensmittel zu einer höheren Allergieanfälligkeit bei Menschen sorgen. Dies scheint, nach aktueller Studienlage, aber eher weniger oft der Fall zu sein.

Viel gefährlicher ist allerdings ein vermuteter Einfluss von Parabenen auf die Entwicklung oder das Fortschreiten von Tumorzellen. Nachgewiesen ist, dass Parabene eine ähnliche Wirkung wie Hormone im Körper des Menschen verursachen. So greifen Parabene ganz direkt in den Hormonhaushalt männlicher Föten und Kinder ein und können hier zu Fehlentwicklungen, beispielsweise einer Verweiblichung, führen. Auch konnten Parabene in Brusttumoren nachgewiesen werden. Ob sie allerdings der Auslöser des Tumors sind oder sich im Laufe der Erkrankung nur dort anlagern, konnte bisweilen nicht lückenlos geklärt werden.

Da Parabene aber gerade in den Stoffwechsel von Kindern eingreifen, empfehlen Wissenschaftler indessen eine möglichst geringe Belastung. Daher sind einige Hersteller mittlerweile dazu verpflichtet worden, ihre Produkte ohne Parabene anzubieten. Insbesondere Kosmetika für Kinder unter drei Jahren wie Wundschutzcreme, Babyshampoo oder Badezusätze werden parabenfrei angeboten. Die beiden EU-Mitgliedstaaten Schweden und Dänemark legen die Richtlinien noch strenger aus. In Deutschland wird die Beisetzung der Konservierungsmittel noch intensiv diskutiert. Nur die Produzenten aus dem Bio-Bereich verzichten bei Lebensmitteln und Körperpflegeprodukten generell auf den Einsatz von Parabenen.

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