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Gesundheitslexikon: Pankreaszyste

Pankreaszyste: Ursachen, Diagnose, Behandlung

Als Zyste wird ein gefüllter Hohlraum im Körpergewebe bezeichnet, der von einem epithelialen Häutchen umgeben ist. Besteht die Hülle aus einer Bindegewebe-Membran, so handelt es sich um eine Pseudozyste. Wenn die in Blasenform auftretenden Gewächse in der Bauchspeicheldrüse gefunden werden, sprechen Mediziner von Pankreaszysten. Manche Wucherungen gehen von alleine zurück, andere müssen mittels Drainage oder eines chirurgischen Eingriffs entfernt werden. Insbesondere Pseudozysten sind vergleichsweise harmlos und auch von den echten Zysten muss keine lebensbedrohliche Gefahr ausgehen. Lediglich die kleine Gruppe der neoplastischen Zysten kann zu Bauchspeicheldrüsenkrebs führen.

Ursachen

Werden Zysten im Pankreas gefunden, so handelt es sich in etwa 75 Prozent der Fälle um Pseudozysten. Diese bilden sich durch eine Verletzung der Bauchspeicheldrüse, durch eine akute oder eine chronische Pankreatitis. Weiter weniger häufig bilden sich echte Zysten, die in drei Formen vorkommen. Die kongenitalen Zysten sind erblich bedingt, während die Retentionszysten in der Regel eine Folge der chronischen Pankreatitis und der damit verbundenen Verengung der Pankreasgänge sind.

Eine Sonderform sind die neoplastischen Zysten, die aus Tumorgewebe bestehen. Mediziner unterscheiden zwischen vier Arten, deren Ursachen nicht geklärt sind. Seröse Zystadenome sind zumeist gutartig. Im Vergleich dazu sind muzinöse Zystadenome in etwa drei Viertel aller Fälle gutartig, zu einem Viertel aber bösartig und können sich damit zu Zystadenokarzinomen entwickeln. Die intraduktalen papillären muzinösen Neoplasien (IPMNs) können gutartig wie bösartig sein.

Symptome

Pankreaszysten aller Art treten üblicherweise ohne spezifische Beschwerden auf. Patienten können an Schmerzen im Oberbauch, an Blähungen, Erbrechen und Übelkeit oder an Rückenschmerzen, Ohnmacht und Fieber leiden. Manchmal ist von ungewolltem Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit oder Leistungsabfall zu hören. Erst größere Zysten verursachen heftige Bauchschmerzen, die in einer Kolik enden können.

Diagnose

Häufig werden Pankreaszysten durch Zufall entdeckt, manchmal lassen Beschwerden den Betroffenen zum Arzt gehen. Dieser wird die Krankengeschichte erheben und eine erste körperliche Untersuchung durchführen. Infolgedessen können unterschiedliche Untersuchungen notwendig werden. Eine Computertomografie des Bauches wird ebenso veranlasst wie eine Endoskopisch-Retrograde-Cholangio-Pankreatikografie. Bei der ERCP handelt es sich um eine Röntgendarstellung des Gallen- und des Bauchspeicheldrüsenganges, die gleichermaßen mittels Endoskop durchgeführt wird wie die Endosonografie.

Behandlung

Die Art der Zyste entscheidet über die Behandlung. Durch eine Pankreatitis verursachte Zysten werden zu Beginn in ihrem Wachstum genau beobachtet. Oftmals bleiben die Zysten beschwerdefrei und bilden sich nach einiger Zeit von selbst zurück. Treten in Verbindung mit gutartigen Zysten Beschwerden auf, so kann eine Drainage Abhilfe schaffen. Dabei wird mit einem Gastroskop eine Öffnung in die Magen- und Darmwand geschnitten, um zur Zyste zu gelangen. An dieser Stelle wird dann ein Plastikröhrchen (Stent) eingesetzt. In den folgenden Wochen kann über den Stent die in der Zyste enthaltene Flüssigkeit abfließen. Nach etwa drei Monaten wird das Plastikröhrchen wieder entfernt.

Bei neoplastischen Zysten ist in der Regel eine Operation notwendig. Gutartige Tumore werden möglichst organsparend, bösartige Gewächse hingegen zumeist radikal entfernt.

Vorbeugung

Der Pankreaszyste kann nur bedingt vorgebeugt werden; ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung und einer ballaststoffreichen Ernährung kann das Risiko einer Erkrankung aber mindern. Ein ebenso wichtiger Schritt wäre ein Alkohol- und Rauchstopp.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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