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Gesundheitslexikon: Pankreasinsuffizienz

Pankreasinsuffizienz - wenn Verdauungsenzyme fehlen

Die Pankreasinsuffizienz ist durch eine Funktionsschwäche der Bauchspeicheldrüse gekennzeichnet. Der lateinische Fachausdruck für Bauchspeicheldrüse lautet Pankreas. Dabei fungiert das Pankreas sowohl als exokrine als auch als endokrine Drüse. Die Bauchspeicheldrüse setzt als exokrine Drüse Verdauungsenzyme und als endokrine Drüse die Hormone Insulin und Glucagon frei. Obwohl er hauptsächlich durch seine Wirkung auf den Blutzuckerspiegel bekannt ist, sorgt der größte Teil des Pankreas für die Ausschüttung der Verdauungsenzyme in den Dünndarm. Beide Funktionen können jedoch beeinträchtigt sein. So erzeugt die endokrine Pankreasinsuffizienz durch Insulinmangel einen Diabetes mellitus. Bei der exokrinen Pankreasinsuffizienz werden zu wenig Verdauungsenzyme produziert und sezerniert. In der Medizin bezieht sich der Ausdruck Pankreasinsuffizienz in der Regel auf die exokrine Form der Funktionsschwäche.

Ursachen

Eine Pankreasinsuffizienz kann verschiedene Ursachen haben. Bei Kindern tritt sie hauptsächlich im Rahmen einer Mukoviszidose auf. Die Mukoviszidose stellt eine erblich bedingte Erkrankung dar, bei der sich zäher Schleim bildet. Durch den schlechten Abfluss des Schleims kann der Ausgang der Bauchspeicheldrüse verstopft sein, sodass die Verdauungsenzyme nur schwer freigesetzt werden. Die häufigste Ursache einer Pankreasinsuffizienz bei erwachsenen Personen ist eine Pankreatitis, also eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Eine akute Pankreatitis kann wieder vollständig ausheilen, wenn zuvor keine Erkrankungen des Pankreas vorlagen. Gefährlicher ist eine chronische Pankreatitis, welche bereits jahrelang besteht. In diesem Falle wird die Bauchspeicheldrüse dauerhaft geschädigt mit der Folge, dass zu wenig Verdauungssekrete gebildet werden. Während die akute Pankreatitis häufig durch Verstopfung des Pankreasausganges mit Gallensteinen hervorgerufen wird, entwickelt sich die chronische Pankreatitis in den meisten Fällen durch Alkoholmissbrauch. In 20 Prozent der Fälle liegen jedoch andere Ursachen vor. Eine Pankreasinsuffizienz kann auch durch Tumoren verursacht werden. Des Weiteren bestehen in seltenen Fällen auch erblich bedingte und idiopathische (ohne erkennbare Ursache) Formen der Bauchspeicheldrüsenunterfunktion.

Symptome

Die exokrine Pankreasinsuffizienz äußert sich durch Bauchschmerzen, Blähungen, übel riechende Fettstühle und Durchfall. Besonders nach fettreichen Mahlzeiten treten Übelkeit und Erbrechen auf. Durch den Enzymmangel können besonders die Fette, aber auch die Proteine und Kohlenhydrate nicht mehr richtig abgebaut werden. So gelangen die teilweise unverdauten Nahrungsreste in den Dickdarm und werden dort durch Bakterien unter Bildung von Fäulnisgasen zersetzt. Gleichzeitig bilden sich Darmentzündungen aus. Durch die verminderte Aufnahme der fettlöslichen Vitamine E, A, K und D kann es zu Vitaminmangelerscheinungen wie verstärkte Blutungsneigung oder Osteoporose kommen.

Diagnose

Bei Verdacht auf Pankreasinsuffizienz werden hauptsächlich Stuhluntersuchungen auf die Enzyme Elastase-1 und Chymotrypsin durchgeführt. Des Weiteren kann die Fettausscheidung innerhalb von 24 Stunden bestimmt werden.

Behandlung

Die Behandlung der Pankreasinsuffizienz besteht in der Gabe von Verdauungsenzymen in Kapselform, die zu den Mahlzeiten eingenommen werden. In den Medikamenten ist Pankreatin als Wirkstoff enthalten. Pankreatin enthält als Enzyme Lipasen, Proteasen und Amylasen. Zusätzlich sollten die fettlöslichen Vitamine substituiert werden, um Vitaminmangelerkrankungen vorzubeugen. Gleichzeitig wird empfohlen, fettreiche Mahlzeiten zu meiden und mehrere kleine gut verdauliche Mahlzeiten am Tag einzunehmen. Eine Heilung der Pankreasinsuffizienz ist jedoch nicht möglich.

Vorbeugung

Am besten kann einer Pankreasinsuffizienz durch eine gesunde Ernährung und den Verzicht auf Alkohol vorgebeugt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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