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Gesundheitslexikon: Pankreas (Bauchspeicheldrüse)

Pankreas – zwei Organe in einem

Pankreas ist die lateinische Bezeichnung für die Bauchspeicheldrüse. Dieses keilförmige Drüsenorgan liegt quer im Oberbauch zwischen Magen, Milz, Leber und dem Dünndarm. Nach außen ist es vom Bauchfell bedeckt und an der Rückseite an der Bauchdecke befestigt. Das Pankreas ist gleichzeitig exokrine und endokrine Drüse.

Aufbau

Die Schilddrüse besteht topographisch aus drei Teilen. Das breite Ende bildet den Pankreaskopf. Dieser liegt rechts von der Körpermitte, eingebettet in eine Dünndarmschlinge. Nach links folgt in Höhe des ersten und zweiten Lendenwirbels der schmalere Pankreaskörper, der in den spitz zulaufenden Schwanz übergeht. Dieser endet mit seiner leicht nach oben gerichteten Spitze an der Milz.

Der größere exokrine Teil des Pankreasgewebes besteht aus tausenden von Läppchen mit jeweils mehreren sekretorischen Endstücken. Der nur etwa fünf Prozent des gesamten Organs ausmachende endokrine Teil besteht aus den sogenannten Langerhans-Inseln. Diese sind locker im gesamten Gewebe verteilt, vor allem im Pankreaskörper und -schwanz, und bilden so ein Organ im Organ.

Funktion

Die Bauchspeicheldrüse hat zwei Aufgaben. Der exokrine Teil produziert täglich ungefähr einen bis anderthalb Liter Bauchspeichel, der lebensnotwendige Verdauungsenzyme enthält. Die Menge und Zusammensetzung hängt von der Art der aufgenommenen Nahrung ab. Proteinasen sind für die Verdauung der aufgenommenen Eiweiße, Alpha-Amylase' für die Zerlegung der Kohlenhydrate und Pankreaslipasen für die Aufspaltung der Fette zuständig. Die in den sekretorischen Einheiten produzierten Verdauungsenzyme werden gesammelt und über einen Ausführungsgang weiter transportiert, der meistens gemeinsam mit dem Gallengang in den Dünndarm mündet. Dort spalten die Enzyme die jeweiligen Nährstoffe in ihre Einzelbestandteile auf, die dann über die Dünndarmschleimhäute ins Blut aufgenommen werden können. Die Proteinasen liegen zunächst in inaktiver Form vor, da sonst die Gefahr der Selbstverdauung des Pankreas bestünde. Erst im Dünndarm werden sie aktiviert. Die Hauptfunktion der Langerhans-Inseln ist die Produktion der antagonistischen Hormone Insulin und Glukagon. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel, indem es die Aufnahmefähigkeit der Zellen für die im Blut befindliche Glucose verbessert. Glukagon wirkt als Gegenspieler. Es spaltet das in der Leber gespeicherte Glykogen wieder in Glucosemoleküle. Diese werden ins Blut aufgenommen und erhöhen den Blutzuckerspiegel. Dieser Prozess ist wichtig, um einen gefährlichen Blutzuckerabfall zu vermeiden.

Funktionsstörungen und Erkrankungen

Die enge Verbindung der beiden funktionellen Teile des Pankreas führt dazu, dass sich Störungen der einen Seite auch auf die andere auswirken. Eine unzureichende Produktion der Verdauungsenzyme führt dazu, dass die Nahrungsbestandteile nicht richtig aufgespalten und verdaut werden. Den Körperzellen stehen dann nicht genügend Energieträger und Baustoffe zur Verfügung. Solche Funktionsstörungen können die Folge einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, der Pankreatitis sein, aber auch durch Tumore oder Fehlbildungen hervorgerufen werden. Der hormonproduzierende Anteil wird durch solche Erkrankungen ebenfalls beeinträchtigt. Die Insulinproduktion kann auch durch Autoimmunreaktionen beeinträchtigt werden, wie sie beim Diabetes Typ I auftreten. Es entsteht ein absoluter Insulinmangel, der durch Insulingabe ausgeglichen werden muss. Beim Diabetes Typ II liegt primär keine Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse vor, sondern eine Glucoseaufnahmestörung der Zellen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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