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Gesundheitslexikon: Panikattacke

Panikattacke: wenn sich Spannung entlädt

Eine Panikattacke äußert sich durch ein plötzlich auftretendes starkes Angstgefühl ohne erkennbare Ursache, das von ausgeprägten körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Zittern und Atemnot begleitet wird. Häufig treten Panikattacken erstmals um das 20. Lebensjahr auf, Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Ursachen

Einschneidende Lebensveränderungen oder permanente Überlastung führen bei manchen Menschen zu einer andauernden Anspannung, die sie selbst oftmals nicht bewusst wahrnehmen. Kann sich der Körper nicht durch regelmäßige Entspannung vom Dauerstress erholen, ‚entlädt‘ sich die Spannung unter Umständen in Form einer Panikattacke. Eine erbliche Veranlagung begünstigt das Auftreten eines derartigen Angstanfalls. Auch scheint die Körperwahrnehmung bei Betroffenen stärker ausgeprägt zu sein, so dass an sich harmlose Veränderungen bereits als beängstigend wahrgenommen werden.

Ebenso können Herz-Kreislauf-Krankheiten, neurologische Erkrankungen und Stoffwechselstörungen eine Panikattacke auslösen. Depressionen oder andere psychische Erkrankungen wie etwa die Agoraphobie (Platzangst) gehen ebenfalls nicht selten mit Angstanfällen einher.

Symptome

Die Symptome einer Panikattacke stellen sich sehr dramatisch dar: Herzrasen, Atemnot, Schwindelgefühl, Zittern, Schwitzen, Kribbeln in den Fingern und das Gefühl einer drohenden Ohnmacht bis hin zur Todesangst treten ohne jene Vorwarnung auf. Häufig stellt sich die Umgebung als unwirklich dar, der Körper fühlt sich ‚fremd‘ an – der drohende Kontrollverlust verstärkt das Angstgefühl. Ein derartiger Anfall steigert sich meist innerhalb von Minuten bis zum Höhepunkt, bevor die Angst von selbst abflaut.

Diagnose

Konnten körperliche Ursachen durch entsprechende Untersuchungen ausgeschlossen werden, wird der Arzt versuchen, in eingehenden Gesprächen die psychischen Auslöser der Panikattacken herauszufinden.

Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Angstanfälle. Liegt eine körperliche Erkrankung zugrunde, verschwinden die Panikattacken in der Regel nach Behandlung der Grunderkrankung. Zur Therapie psychisch bedingter Panikattacken kommen meist Antidepressiva zum Einsatz, in schweren Fällen werden angstlösende Medikamente (Anxiolytika) verordnet. Wegen der Gefahr einer Abhängigkeit sollten diese aber nicht länger als nötig eingenommen werden. Gute Erfolge können auch mit kognitiver Verhaltenstherapie, kombiniert mit dem Erlernen von Entspannungstechniken, erzielt werden.

Vorbeugung

Trotz aller Dramatik ist eine Panikattacke nicht wirklich gefährlich – oftmals reicht dieses Wissen bereits aus, um den Kreislauf der ‚Angst vor der Angst‘ zu durchbrechen. Bewusstes Atmen zu Beginn einer Attacke und das Annehmen der Angst, anstatt diese zu verdrängen, kann die Symptomatik deutlich abschwächen. Auch ein Umdenken im Umgang mit sich selbst ist ratsam – es ist keineswegs nötig, in allem perfekt und stets gut gelaunt zu sein. Kleine Abstriche im Anspruch an sich selbst und andere vermeiden unnötigen Stress und helfen mit, quälende Panikattacken erfolgreich abzuwehren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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