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Gesundheitslexikon: Padabhyanga (ayurvedische Fußmassage)

Padabhyanga (ayurvedische Fußmassage) für einen stärkeren Körper

Nach der Ayurveda-Lehre finden sich gerade an den Füßen viele Energiepunkte, die mit dem ganzen Körper in Verbindung stehen. Mit einer ayurvedischen Fußmassage, der Padabhyanga, sollen diese Punkte besonders stimuliert werden können. Dadurch soll der Körper gestärkt und insbesondere die Sehkraft verbessert werden.

Was ist eine ayurvedische Fußmassage?

Die Padabhyanga ist eine traditionelle ayurvedische Massageform. Dabei stehen die einzelnen Zehen, die Fußsohlen und Fußrücken, die Gelenke, Bänder, Muskeln und Sehnen sowie auch die Unterschenkel und Knie im Mittelpunkt. Die Padabhyanga möchte auf den ganzen Körper wirken. Nach der ayurvedischen Lehre geht man davon aus, dass auf und entlang der Füße bestimmte ‚Marma-Punkte‘ liegen, welche mit dem restlichen Körper eng verbunden sind. Stimuliert man nun genau diese Energiepunkte, so soll das Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben können. Deshalb beachtet der Masseur bei dem Patienten auch die Ausprägung der drei ‚Doshas‘. Je nach Konstitution soll so die Massage beruhigend, belebend oder aufbauend wirken können.

Wie funktioniert eine Padabhyanga?

Die Padabhyanga beginnt mit einem reinigenden Fußbad. Danach legt sich der Patient flach auf eine Liege. Der Therapeut beginnt zunächst mit streichenden und danach mit drückenden Bewegungen. Zudem verweilt er jeweils an den entsprechenden ‚Marma-Punkte‘ und schenkt diesen besondere Aufmerksamkeit. Die ‚Marma-Punkte‘ sollen mit den Organen und Nerven verbunden sein. So ist beispielsweise der Punkt in der Mitte der Fußsohle, ‚Tala Hridaya‘ genannt, der Herz-Lungenfunktion zugeordnet. In der Mitte des Unterschenkels findet sich der ‚Indra Vasti‘, welcher auf die Verdauungsorgane wirken soll. Neben den überlieferten Handgriffen benutzt der Masseur bei der Padabhyanga auch die spezielle ‚Kasya-Schale‘. Mit diesem Hohlgefäß, welches aus fünf miteinander verschmolzenen Metallen besteht, werden die Fußsohlen des Patienten intensiv gerieben. Darüber sollen die Energiebahnen angeregt werden, welche direkt mit den Augen verbunden sind.

Bei der Padabhyanga kommen natürliche Öle oder Ghee zum Einsatz. Eine Anwendung dauert meist rund 40 Minuten. Danach soll der Patient aber noch mindestens 30 Minuten still liegend nachruhen.

Bei welchen Problemen soll die ayurvedische Fußmassage helfen?

Die Padabhyanga versteht sich als ganzheitliche Anwendung. Nach Ayurveda empfiehlt man, diese regelmäßig zu praktizieren. Sie wirkt wohltuend und entspannend, weil bei der Massage auch die Bänder und Muskeln einzeln aktiviert werden. Zudem soll sie die Selbstheilungskräfte des Körpers in Gang bringen, auf die Temperaturempfindung Einfluss nehmen können und gegen Angst, Schlaflosigkeit und innere Unruhezustände wirken können. Die Padabhyanga soll ‚Prana‘, also die Lebensenergie, direkt aktivieren können. Durch die ayurvedische Fußmassage soll ferner die Augengesundheit verbessert werden. Man verspricht sich von ihr nicht nur eine Belebung der Sinnesorgane, sondern insbesondere eine Stärkung des Sehvermögens.

Was sollte man bei der Padabhyanga beachten?

Die ayurvedische Fußmassage kann auch in Eigenregie durchgeführt werden. Nach den überlieferten Aufzeichnungen sollten Sie sich täglich für mindestens 15 Minuten die Füße, Waden und Knie massieren. Wer dies vor dem Schlafengehen machen möchte, kann dafür Sesamöl benutzen. Dieses Öl wirkt beruhigend und soll den Körper erden. Nach der ayurvedischen Fußmassage zieht man Socken über, damit das Öl über Nacht einziehen kann.

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