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Gesundheitslexikon: Oxazepam

Oxazepam: Helfer in der Not, bei dem Vorsicht angezeigt ist

Oxazepam ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine und gehört somit zu den Tranquilizern. Wie alle Benzodiazepine kann es mittel- und langfristig psychisch und körperlich abhängig machen und sollte deswegen nur unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.

Was ist Oxazepam?

Oxazepam stellt chemisch einen Metaboliten des Diazepams dar, wobei Diazepam das bekannteste und am häufigsten verschiedene Benzodiazepin ist. Im Gegensatz zu Diazepam hat es jedoch wie das Lorazepam nur eine mittlere Wirkdauer von acht bis zwölf Stunden und bildet selbst keine Metaboliten mehr. Die Wirkung setzt nicht unmittelbar ein, wodurch Oxazepam für Akutbehandlungen weniger geeignet ist. Die mittlere Wirkdauer kann je nach Indikation jedoch ein Vorteil sein, ebenso die Tatsache, dass keine weiteren chemisch aktiven Abbauprodukte entstehen. So ist Oxazepam beispielsweise gut geeignet, wenn ein körperlicher Entzug von Benzodiazepinen erfolgen soll, um nur ein Beispiel zu nennen.

Wirkung

Oxazepam wirkt Angst und Krampf lösend, Muskel entspannend, Schlaf anstoßend sowie allgemein entspannend. Deswegen ist es dann indiziert, wenn Angst- und Spannungszustände einen unzumutbaren Leidensdruck bei Betroffenen verursachen. Jedoch werden die eigentlichen Ursachen für diese Zustände durch die Einnahme von Oxazepam nicht beseitigt, sondern nur die Symptome vorübergehend gelindert. Deswegen ist es notwendig, den Ursachen von Angst- und Spannungszuständen sowie Schlafstörungen langfristig auf den Grund zu gehen.

Anwendungsgebiete

Insbesondere im Zusammenhang mit psychiatrischen Erkrankungen im stationären Rahmen sind Benzodiazepine wie Oxazepam unverzichtbar, um Erregungs- und Angstzustände kurz- und mittelfristig zu behandeln. Dies gilt auch für die Behandlung von Schlafstörungen. Bei psychischen Problemen und Störungen im ambulanten Rahmen entscheidet der Arzt, ob Oxazepam angezeigt ist. Aufgrund des Suchtpotenzials und der Nebenwirkungen handelt es sich um ein verschreibungspflichtiges Medikament, das unter dem Betäubungsmittelgesetz steht. Auf Dauer sollte auf andere Psychopharmaka umgestellt werden, falls eine psychische Erkrankung dies notwendig macht. Als langfristiges Medikament ist Oxazepam nicht geeignet.

Wichtige Hinweise

Eine psychische und körperliche Abhängigkeit von Oxazepam kann bereits nach wenigen Wochen eintreten, auch wenn sich die Einnahme auf therapeutische Dosen beschränkt. Die Anwendungsdauer sollte deswegen so kurz wie möglich sein. Zudem kann Oxazepam aufgrund seiner sedierenden und Angst lösenden Wirkung zu verschiedenen Nebenwirkungen führen: Zu diesen zählen vor allem Müdikgeit, Schläfrigkeit und Benommenheit. Während der Einnahme sollte deswegen auf das Führen von Maschinen und Fahrzeugen verzichtet werden. Der verordnende Arzt sollte die Einnahmedauer bestimmen und auf die Nebenwirkungen hinweisen. Beim Absetzen sollte Oxazepam wie alle Benzodiazepine schrittweise ausgeschlichen werden, um Entzugserscheinungen zu vermeiden. Vor allem nach längerer und hoch dosierter Einnahme können die Entzugserscheinungen sehr stark sein, bis hin zu Krampfanfällen oder Verwirrtheitszuständen. Deswegen gehört die Verordnung in die Hand eines verantwortlichen Mediziners.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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