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Gesundheitslexikon: Otoskop

Otoskop – zur Untersuchung von äußerem Gehörgang und Trommelfell

Der Mediziner Jean-Pierre Bonnafont erfand das Otoskop Anfang des 19. Jahrhunderts. Seinerzeit erfuhr es allerdings nicht die notwendige Popularität. Erst 1860, als Anton von Tröltsch einen Ohrtrichter an das Otoskop anbrachte, wurde das Instrument unter den Ärzten populär. In dieser Form ist es heute noch fester Bestandteil von HNO-Praxen.

Was ist ein Otoskop?

Das Otoskop ist ein optisches Diagnostikinstrument. Es wird in der Medizin verwendet, um den äußeren Gehörgang und das Trommelfell zu untersuchen. Diese Untersuchungsmethode wird als Ohrenspiegelung oder Otoskopie bezeichnet. Das diagnostische Handgerät wird vorwiegend von Fachärzten für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Hörakustiker verwendet. Ebenso ist es bei Kinderärzten und Allgemeinmedizinern fester Bestandteil im Praxisalltag.

Aufbau des Otoskops

Das Otoskop besteht im Wesentlichen aus vier Teilen: Handgriff, Ohrtrichter, Vergrößerungslinse und Beleuchtung. Als größtes Teil gilt der Handgriff, der mit einer Energiequelle ausgestattet ist. Hierfür werden Batterien oder Akkus eingesetzt, je nach Ausführung des Otoskops. Um nicht ständig die Batterien wechseln zu müssen, tendieren viele HNO-Ärzte zu einem Gerät mit Akku. Diese Geräte lassen sich im Praxisalltag viel leichter handhaben. Der Ohrtrichter ist nicht fest am Handgriff installiert, sodass er ausgetauscht werden kann. Er wird während der Untersuchung direkt ins Ohr eingeführt. Es gibt verschiedene Größen von Ohrtrichtern, um das Otoskop an die jeweilige Gehörganggröße anzupassen. Die Ohrtrichter bestehen entweder aus Metall oder Kunststoff. Metallene Ohrtrichter werden nach der Untersuchung gereinigt, sterilisiert und wieder verwendet. Kunststofftrichter sind nur für den einmaligen Gebrauch geeignet und werden nach der Untersuchung in den Abfall gegeben. Dank der Vergrößerungslinse werden die anatomischen Strukturen im ausgeleuchteten Ohr vergrößert dargestellt und eventuelle Schäden oder Ohrenschmalz besser erkannt. Bei manchen Geräten ist der Grad der Vergrößerung individuell einstellbar. Für die Beleuchtung werden je nach Otoskop unterschiedliche Lichtquellen eingesetzt, die direkte Beleuchtung mit Lampen und die indirekte Beleuchtung mit Fiber-Optik-Technologie. Die Beleuchtungsart mit direkter Beleuchtung ist sehr weit verbreitet. Als Lichtquelle dient entweder ein LED- oder Halogen-Lämpchen im Kopfstück des Otoskops. Jedoch schränkt das Lämpchen die Sicht etwas ein, da der Untersuchende daran vorbeischauen muss. Durch die moderne Fibertechnologie mit hellen Leuchtmitteln wird der Gehörgang schattenfrei ausgeleuchtet. Dank der fehlenden Lampe im Otoskop werden das Innere des äußeren Gehörgangs sowie das Trommelfell uneingeschränkt erkannt.

Videootoskop – eine Erweiterung des klassischen Otoskops

Etwas aufwendiger handhabbar, aber sehr praktisch ist das Videootoskop, das mit Kaltlicht als Lichtquelle arbeitet. Zusätzlich ist eine CCD-Kamera integriert, die die Bilder des Gehörgangs aufzeichnet und diese an einen Monitor überträgt. Mit dieser Technik wird eine noch präzisere Vergrößerung des äußeren Gehörgangs und des Trommelfells möglich, sodass sich daraus eine noch differenziertere Befundung ergibt als mit dem klassischen Standardotoskop.

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