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Gesundheitslexikon: Osmose

Ohne Osmose könnte der Mensch nicht funktionieren

Osmose ist ein in der Natur sehr wichtiger physikalischer Vorgang. Man spricht von Osmose, wenn eine halbdurchlässige Membran Flüssigkeiten voneinander trennt. Auch der Mensch könnte, wie jedes andere Lebewesen, ohne sie nicht funktionieren.

Was ist Osmose?

Am besten lässt sich die Funktionsweise der Osmose anhand von Zellen erklären. Die Zellmembran trennt das innere vom äußeren einer Zelle. Allerdings ist diese Membran nicht absolut dicht – sonst könnten Zellen gar nicht überleben. Zellwände bezeichnet man als semipermeabel – sie sind durchlässig, weil sie Öffnungen von ganz bestimmter Form oder Größe haben. Diese Öffnungen bestimmen, was ins Innere einer Zelle gelangen kann und was draußen bleiben muss. Diesen Vorgang der Trennung von Stoffen durch halbdurchlässige Membranen nennt man Osmose.

Für Zellen ist dieser Vorgang überlebenswichtig: Denn die Osmose erst ermöglicht die zielgerichtete Zufuhr von Nähr- und Botenstoffen. Organische Zellen haben meist mehr als nur eine solche Membran: Jede Organelle, also jedes 'Organ' einer Zelle, hat eigene Membranen, die darauf optimiert sind, die jeweiligen benötigten Stoffe in dessen Inneres zu transportieren. Dieser Transport geschieht durch den osmotischen Druck: Wenn der innere Zelldruck höher ist als der Äußere, dann findet ein solcher Transport statt.

Es gibt drei unterschiedliche Arten von osmotischen Druck. Man bezeichnet als hyperton, wenn der Druck außerhalb der Zelle größer ist als innerhalb, als isoton, wenn er gleich hoch ist und als hypotoin, wenn der Zellinnendruck den Druck von außen übersteigt. Die Optimierung dieses Verhältnisses nennt man Osmoregulation.

Osmose im menschlichen Körper

Pflanzenzellen sind meist von Wasser umgeben und zumindest dafür durchlässig. Beim Menschen und anderen Wirbeltieren sind Zellmembranen meist von Blut oder Lymphen umgeben.

Natürlich betreiben auch Hautzellen Osmose. Sie ist der Grund, weshalb wir über unsere Haut Cremes und verschiedenste Wirkstoffe aufnehmen können. Bei der Osmose spielt der Unterschied zwischen Innen- und Außendruck eine entscheidende Rolle.

Gesundheitliche Bedeutung

Grundsätzlich ist Osmose für das Funktionieren unseres Köpers sehr wichtig. In der Regel laufen osmotische Prozesse ganz automatisch ab. Einen persönlichen Beitrag zur Optimierung können Sie durch ausreichendes Trinken leisten, um den Flüssigkeitsgehalt des Körpers hoch zu halten.

In seltenen Fällen kann Osmose in Verbindung mit zu viel Wasser zur Gefahr werden: So kommt es selten, aber doch immer wieder vor, dass Spitzensportler beispielsweise bei einem Triathlon zu viel Wasser trinken und daraufhin verunglücken. Das Zuviel an Wasser bewirkt, dass die Zellen aufquellen, was in den schlimmsten Fällen sogar zum Tod führen kann. Normalerweise wird Ihnen so etwas aber nicht passieren – Sie müssten schon sehr große Mengen Wasser zu sich nehmen.

Verschiedene Anwendungen von Osmose

Osmose wird gerade in der Medizin vielfältig genutzt. Beispielweise wird sie zur Blutreinigung angewendet. Auch bei der Reinigung von Trinkwasser kommen Osmosetechniken zum Einsatz. Das sogenannte Osmosewasser filtert selbst noch in Trinkwasser enthaltene Stoffe per Umkehrosmose weitgehend aus dem Wasser. Auch Meerwasser wird durch ähnliche Verfahren in Trinkwasser umgewandelt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Osmose, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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