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Gesundheitslexikon: Organspendeausweis

Der Organspendeausweis – eine eindeutige Willenserklärung

Mit dem Organspendeausweis bekunden Menschen freiwillig die eigene Bereitschaft, nach dem offiziell festgestellten Tod Organe oder auch Gewebe zu spenden. Was viele nicht wissen: Im Organspendeausweis kann auch festgehalten werden, wenn man nicht mit der Entnahme von Organen oder Gewebe einverstanden ist.

Wichtige Entscheidungen frühzeitig treffen

Manche Menschen wissen genau, was sie sich wünschen. Vielen geht es besser, wenn sie wissen, dass im Zweifel eine Vertrauensperson für sie sprechen kann. Dafür sieht der Organspendeausweis das Einsetzen eines Entscheidungsbevollmächtigten vor. Mit dem Ausweis ist es jedoch nicht möglich, seinen ganzen Körper für medizinische Zwecke zu spenden. Eine solche Erklärung muss gesondert abgegeben werden.

Wer kann sich für den Organspendeausweis entscheiden?

Grundsätzlich ist das Führen eines Organspendeausweises nicht an die Volljährigkeit gebunden. Ab dem Alter von 16 Jahren ist es möglich, eine Erklärung über die Spendenbereitschaft abzugeben. Ab dem 14. Lebensjahr kann man der Organspende aber bereits widersprechen. Bei jüngeren Menschen liegt die Entscheidung generell bei den Erziehungsberechtigten. Es gab in der Vergangenheit immer wieder größere Aktionen, in denen insbesondere Krankenkassen ihre Versicherten zu ihrer Entscheidung bezüglich der Organspendewilligkeit befragten. Eine Verpflichtung zu einer verbindlichen Aussage ging damit allerdings nie einher. Die Entscheidung für oder gegen eine Aussage ist bis heute nicht verpflichtend.

Wie bekommt man einen Organspendeausweis?

Generell gibt es Organspendeausweise kostenlos in Apotheken, bei Ärzten und bei der Krankenkasse. Auch Krankenhäuser haben oft einen Vorrat davon. Man kann sich den Organspendeausweis einfach abholen und ausfüllen, wenn man es möchte. Eine Änderung ist zu jedem Zeitpunkt möglich und direkt gültig. Der Organspendeausweis muss grundsätzlich mit einem Datum und einer Unterschrift versehen sein. Sonst hat er keine Gültigkeit. Der Organspendeausweis wird allerdings nicht ohne eine entsprechende Information über die Auswirkungen der getroffenen Entscheidung abgegeben. So soll verhindert werden, dass derartig weitreichende Entscheidungen auf der Basis von eigenen Annahmen getroffen werden.

Gültigkeit des Organspendeausweises

Grundsätzlich gilt die Empfehlung, regelmäßig zu überprüfen, ob die eingetragenen Angaben noch gültig sind. Ändert sich der Wunsch, was mit dem Körper nach dem Tod besteht, so muss das Dokument auf den aktuellen Stand gebracht werden. Trägt ein Mensch mehrere Ausweise bei sich, wird der mit dem neueren Datum als gültig angesehen.

Da die Frist zwischen dem Eintreten des Todes und der Organentnahme sehr kurz ist, sollte jederzeit gewährleistet sein, dass der Ausweis auffindbar ist. Nur dann können wichtige Organe und Gewebe schnell genug entnommen und einem Empfänger zur Verfügung gestellt werden. Grundsätzlich ist es auch möglich, den entsprechenden Wunsch im Testament zu hinterlegen.

Im Todesfall

Generell muss das Eintreten des Todes von zwei unabhängigen Medizinern festgestellt werden. Erst nach dieser eindeutigen Feststellung wird bekanntgegeben, ob der Tote einer Spende zugestimmt hat. Auch eventuell Bevollmächtigte werden erst danach zu ihrer Entscheidung befragt. So soll ausgeschlossen werden, dass Menschen aus den falschen Motiven heraus für tot erklärt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Organspendeausweise, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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