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Gesundheitslexikon: Opium

Globales Rauschmittel – Opium

Bei Opium handelt es sich um ein natürliches Rausch- und Schmerzmittel, das aus den getrockneten Pflanzensäften der unreifen Samenkapseln des Schlafmohns gewonnen wird. Der Milchsaft gerinnt während des Trockenvorgangs. Durch die Zufuhr des Sauerstoffs verwandelt er sich in eine zähe, braune Masse, die als Rohopium bezeichnet wird. Die Substanz enthält drei Wirkstoffe: Morphin als Hauptbestandteil sowie Codein und Thebain. Opium bildet zudem einen wichtigen Part für die Herstellung des illegalen Heroins. Doch auch in verschreibungspflichtigen Medikamenten sind Extrakte des Schlafmohns enthalten. Dieser darf – unter Aufsicht der UNO – in sechs Ländern angebaut werden. Hierzu zählen die Türkei sowie Indien, Australien, Spanien, Frankreich und Ungarn. Neben Kokain zählt Heroin zu den lukrativsten Stoffen, die der (illegale) Rauschgifthandel zu bieten hat. 

Die Geschichte des Opiums

Der Schlafmohn, aus dem Opium gewonnen wird, zählt zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Als Nutzpflanze wird sie laut Überlieferungen seit der Jungsteinzeit in Südeuropa verwendet. Auch als ‚Pflanze der Freude‘ bekannt, wurde sie von den Ägyptern aus Zypern importiert. Antike Schriften verweisen darauf, dass aus der Pflanze das sogenannte Meconium gewonnen werden kann. Obgleich dies in seiner Wirkungsweise schwächer als klassisches Opium ist, standen der damaligen Heilkunst erstmalig Mittel zur Verfügung, die sich schmerzstillend auswirkten. Medizinische Eingriffe waren nun für die Patienten leichter zu ertragen. Somit kann die Entdeckung der Wirkweise als Meilenstein der menschlichen Geschichte angesehen werden. 

Therapiemöglichkeiten

Auch in der Moderne dient Morphin, der Hauptbestandteil von Opium, der medikamentösen Schmerztherapie. Es wird zur Linderung von Begleiterscheinungen, die mit Tumoren oder chronischen Erkrankungen einhergehen, eingesetzt. Allerdings empfiehlt sich Morphin nicht für ein universelles Schmerzstillen: Bei Nieren- und Gallenkoliken ist der Stoff beispielsweise wirkungslos. 

Risiken des Missbrauchs

Die kurz- und langfristige Einnahme von Opium – oder dessen Bestandteilen – birgt erhebliche Risiken. So kann es durch einen Missbrauch zur psychischen und physischen Abhängigkeit kommen. Hierdurch können psychische Verstimmungen, Depressionen und Gedächtnisverluste entstehen. Charakteristische Merkmale, welche viele Süchtige aufweisen, sind drastische Gewichtsverluste und Appetitlosigkeit. Auch Änderungen der Persönlichkeit sind möglich. Überdosierungen können sogar in einer Todesfolge resultieren – das Ableben tritt durch die Atemkompression, die durch die Wirkstoffe verursacht wird, ein. Ein möglicher Entzug stellt eine äußerst qualvolle und schmerzhafte Prozedur für den Betroffenen dar. Währenddessen kann es zu starken Krämpfen, Erbrechen und Schweißausbrüchen, die in Kälteschauern enden, kommen. Der körperliche Entzug dauert bis zu einer Woche. Eine Großzahl der Patienten wird rückfällig.

Opium in Deutschland

In der Bundesrepublik ist das pflanzliche Rauschmittel, das dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt, lediglich zur Behandlung chronischen Durchfalls verschreibungsfähig. Andere Opioide, die kein Morphin enthalten, werden zur Schmerzlinderung bei Kiefer- und Zahnoperationen verabreicht. Codein hingegen, das partiell im Schlafmohn enthalten ist, wird auch bei Reizhusten von Schulmedizinern verschrieben.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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