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Gesundheitslexikon: Nystatin

Nystatin bei Pilzinfektionen: Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen

Nystatin ist ein Arzneistoff aus der Wirkstoffklasse der Antimykotika. Antimykotika sind antimikrobielle Substanzen, die gegen Pilze wirksam sind. Somit wird Nystatin zur Behandlung von Pilzerkrankungen, sogenannten Mykosen, eingesetzt.

Die Wirkung des Antimykotikums

Nystatin lagert sich an das Ergosterol in der Zellwand der Pilze an. Ergosterol ist ein Sterin, das in der Zellmembran von Pilzen vorkommt. Aufgrund der Anlagerung entstehen in der Zellwand kleine Öffnungen, durch die Kaliumionen aus dem Inneren der Pilzzelle nach außen gelangen. Die Durchlässigkeit der Zellmembran für Kalium wird also durch Nystatin erhöht. Dieser Mechanismus führt zum Tod des Pilzes.

Anwendungsgebiete von Nystatin

Nystatin ist ein natürliches Produkt, das aus dem Bakterium Streptomyces noursei gewonnen wird. Es wurde erstmalig 1948 in New York isoliert und kommt bis heute zur Behandlung von Pilzinfektionen zum Einsatz. Der Arzneistoff zeigt eine besondere Wirksamkeit gegen Candida-Hefen. Candida-Pilze wie Candida albicans oder Candida tropicalis finden sich beim überwiegenden Teil aller Menschen in geringen Mengen auf der Haut und den Schleimhäuten im Mund-, Magen-Darm- und Genitalbereich. Candia-Hefen sind fakultativ pathogen. Das bedeutet, dass sie unter bestimmten Umständen Erkrankungen verursachen können. Sogenannte Candidosen im Darm oder im Intimbereich der Frau entwickeln sich meist auf dem Boden einer gestörten Darm- oder Vaginalflora. Häufig entsteht eine solche Dysbiose nach Antibiotikabehandlungen. Eine gesunde Darm- und Vaginalflora verhindert, dass sich unerwünschte Mikroorganismen ansiedeln können. Gibt es in der Scheide oder im Darm zu wenig gesundheitsfördernde Darmbakterien, können sich die Pilze ausbreiten und verschiedene Symptome hervorrufen. Eine Pilzinfektion im Darm geht mit Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen, chronischer Müdigkeit oder Übelkeit einher. Vaginalmykosen äußern sich durch Juckreiz, bröckeligen Ausfluss und Rötungen im Intimbereich. Ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder entwickeln häufig auch Hautmykosen. Bei stark immunsupprimierten Menschen, wie beispielsweise bei AIDS- oder Krebspatienten, können sich die Candida-Pilze im gesamten Körper ausbreiten und eine lebensbedrohliche generalisierte Mykose auslösen. Eine Pilzinfektion muss deshalb gründlich bekämpft werden. Nystatin kann zur Behandlung aller Pilzerkrankungen eingesetzt werden.

Darreichungsformen und Anwendung

Nystatin-Präparate sind in der Regel rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Vor der Einnahme sollte die Infektion jedoch durch einen Arzt diagnostiziert werden. Bei Pilzinfektionen des Darms wird Nystatin in Form von Tabletten eingesetzt. Infektionen der Haut werden mit Salben, Cremes, Pasten und Gels behandelt. Zur Behandlung der Vaginalschleimhäute bei einer Scheidenpilzinfektion gibt es spezielle Vaginalcremes und Vaginaltabletten. Suspensionen oder Gele wirken gegen Hefepilze im Mund und im Bereich des Rachens. Die genaue Dosierung sollte entsprechend der Packungsbeilage bzw. nach Rücksprache mit dem Arzt bestimmt werden. Es ist wichtig, das Medikament noch mindestens zwei Tage nach Abklingen der Symptome weiter einzunehmen.

Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Nystatin ist gut verträglich. Dennoch können bei der Einnahme von Tabletten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen auftreten. Bei der äußerlichen Anwendung kann es zu Jucken, Rötungen oder Brennen kommen. Während der Schwangerschaft oder der Stillzeit sollte Nystatin nur nach gründlicher Risiko-Nutzen-Abwägung eingesetzt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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