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Gesundheitslexikon: Nitrat

Nitrate für die Gesundheit

Als Nitrate werden die Salze – also typische Ionenverbindungen – der Salpetersäure bezeichnet. In der Medizin werden die Ester der Salpetersäure, das heißt Verbindungen mit Alkoholen, ebenso als Nitrate bezeichnet. Hierzu gehört beispielsweise das Nitroglycerin, ein Ester des dreiwertigen Alkohols Glycerin und Salpetersäure. Der Name Nitrat beinhaltet den wesentlichen Bestandteil Stickstoff, dessen lateinischer Name Nitrogenium lautet.

Ammoniumnitrat und weitere Salze der Salpetersäure

Das große Mengen an Stickstoff enthaltende Salz Ammoniumnitrat wird unter anderem zur Produktion von Kunstdünger verwendet. Nitrathaltiger Dünger bildet einen zweifelsfreien Beitrag zur Ernährung der Weltbevölkerung; jedoch werden auch von ihm ausgehende Gefahren gesehen. Überdüngung ist nur ein Stichwort hierzu. Ferner stehen Nitrate im Verdacht, krebserregend zu sein. In letzter Zeit werden sie von einigen Wissenschaftlern rehabilitiert und ihnen gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeordnet. So sollen sie den Blutdruck senken, die Verdauung ankurbeln sowie die Durchblutung fördern. Seit vielen Jahrzehnten sind Natriumnitrat und Kaliumnitrat als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen. Sie dienen als Konservierungsmittel, da sie aufgrund ihrer starken oxidativen Wirkung die Bildung von Keimen hemmen. Im Übrigen ist es ein Irrglaube, dass Nitrate nur über die gedüngte Nahrung in den Organismus gelangen. Viele Pflanzen wie Rucola oder Spinat enthalten Nitrate, die über die Stickstoffaufnahme der Pflanzen gebildet werden.

Ester der Salpetersäure in der Medizin

Als Nitrate werden häufig Medikamente zur Erweiterung von Blutgefäßen und zur Erschlaffung glatter Muskulatur bezeichnet. Das zu dieser Gruppe gehörende Nitroglycerin ist sicherlich das bekannteste Arzneimittel, das gegen Herzbeschwerden eingesetzt wird. Es wird seit Ende des 19. Jahrhunderts verabreicht und zeigt gefäßerweiternde Eigenschaften. Hauptsächlich dient es zur Behandlung von Verengungen der Herzkranzadern. Gewöhnlich wird der Begriff Angina pectoris hierfür benutzt. Er bedeutet Brustenge. Ein Symptom für die Adernverengungen ist ein plötzlich auftretender Schmerz in der Herzgegend. Dieses Medikament wird außerdem bei krampfartigen Schmerzen eingesetzt, deren Ursache Muskelverspannungen sind. Es wirkt entspannend auf Blutgefäße. Als Nebenwirkung treten in manchen Fällen starke Kopfschmerzen, Blutdruckabfall und beschleunigter Herzschlag auf. Nebenbei bemerkt ist Nitroglycerin hochexplosiv und der Hauptbestandteil des Sprengstoffs Dynamit.

Nitrat in der Mundhöhle

Im Speichel leben Bakterienarten, die ihre Stoffwechselenergie durch die sogenannte Nitratatmung gewinnen. Sie nutzen die Nitrate als Oxidationsmittel und produzieren dabei gesundheitsschädliches Nitrit. Letzteres geht in das Blut und zerfällt zu Wasser und Stickstoffmonoxid. Stickstoffmonoxid gilt als Blutverdünner. Es wirkt sich grundsätzlich fördernd auf die Durchblutung aus, was eine bessere Versorgung des Organismus mit Sauerstoff und Nährstoffen zur Folge hat. Ein weiterer positiver Effekt ist die antibakterielle Wirkung von Stickstoffmonoxid.

Stickstoff- und Eiweißbedarf

Stickstoff ist für den Menschen lebensnotwendig, da er Grundbaustein der Aminosäuren ist, aus denen die körpereigenen Eiweißstoffe aufgebaut werden. Mit der Nahrung werden Proteine (Eiweißstoffe) zugeführt, die im Stoffwechsel ab- und umgebaut werden. Überflüssiger Stickstoff wird als Harnstoff ausgeschieden. Als Stickstoffbilanz bezeichnet man die Differenz zwischen aufgenommenem Proteinstickstoff und ausgeschiedenem Harnstoffstickstoff. Überwiegt die Ausscheidung, dann ist die Bilanz negativ. Eine ungünstige Bilanz bedeutet, dass das Nahrungsprotein nicht optimal zum Körperprotein umgebaut wird. Hierbei können stickstoffhaltige Medikamente als Medikation dienen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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