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Gesundheitslexikon: Niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Niedriger Blutdruck: Ursachen und Folgen

Der arterielle Blutdruck des Menschen hat einen Idealwert von 120/80 mmHg (Millimeter-Quecksilbersäule). Der erstgenannte, sogenannte systolische Wert beschreibt dabei den maximal in den Gefäßen messbaren Druck, der während des Pumpvorgangs des Herzens gemessen wird. Der zweitgenannte, als diastolisch bezeichneter Wert gibt den niedrigsten messbaren Druck, den das Blut in den Gefäßen verursacht, an. Dieser lässt sich während der Entspannungsphase der Herzkammern messen, in denen sie sich wieder mit Blut füllen.

Ab welchen Werten spricht man von einer Hypertonie?

Die Grenze, ab wann medizinisch eine Hypertonie vorliegt, ist international nicht einheitlich und auch in Deutschland variieren die Werte. Teilweise wird schon ab Ergebnissen von unter 110 mmHg beim systolischen Wert von einem niedrigen Blutdruck gesprochen, teilweise ab Ergebnissen von unter 105 oder unter 100 mmHg. Beim diastolischen Wert werden weitgehend einheitlich 60 mmHg als Mindestnormalwert angegeben.

Ursachen

Frauen neigen besonders im jungen Alter eher zur Hypotonie als Männer und schlanke eher als normal- oder übergewichtige Menschen. Zu den möglichen Ursachen für eine Hypotonie zählen u. a. hormonelle Erkrankungen, Herzerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Infektionen, Blutverlust, nicht ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, Erbrechen und Übelkeit.

Ein situationsbedingter niedriger Blutdruck kann auftreten, wenn man sich aus dem Liegen zu schnell in eine stehende Position begibt, wobei das Blut in den Beinen 'versackt'. Anfällig hierfür sind wiederum jüngere, schlanke Frauen und auch Kinder. In vielen Fällen kann die Ursache für einen niedrigen Blutdruck des Patienten jedoch nicht ermittelt werden.

Symptome

Paradoxerweise können beim zu niedrigen Blutdruck ähnliche Symptome wie bei Bluthochdruck auftreten, beispielsweise Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwäche. Darüber hinaus sind typische Anzeichen einer Hypotonie u. a. Blässe, kalte Füße und Hände, Zittern, Ohnmachtsneigung, Herzrasen und Konzentrationsprobleme.

Eine Hypotonie kann jedoch auch beschwerdefrei verlaufen. Im Gegensatz zum Bluthochdruck muss ein zu niedriger Blutdruck nicht unbedingt medikamentös oder anders behandelt werden, solange er keine Beschwerden verursacht. Ein niedriger Blutdruck an sich stellt, außer in schweren Fällen, in denen eine Unterversorgung mit Sauerstoff droht, keine Gefahr für Gefäße oder Organe dar.

Diagnose

Um eine möglicherweise schwere Grunderkrankung als Ursache für eine länger bestehende Hypotonie auszuschließen, sollte sie ärztlich untersucht werden.

Die Überprüfung des Blutdrucks erfolgt prinzipiell beim Hausarzt oder zu Hause mit handelsüblichen Blutdruckmessgeräten. Diese werden meist um den Oberarm oder das Handgelenk gelegt. Je nach Ausführung können sie neben den Blutdruckwerten auch den Puls und eventuell Herzrhythmusstörungen angeben.

Der Schellong-Test, die Kipptischuntersuchung, Langzeit-Blutdruckmessungen und die Echokardiografie zählen zu den Diagnoseverfahren, die zur näheren Bestimmung der Ursachen für die Hypotonie herangezogen werden.

Behandlung

Die Behandlung einer Hypotonie kann sich schwierig gestalten. Ist die Ursache bekannt und behandelbar, sollte sich auch der Blutdruck normalisieren. Eine sogenannte essentielle Hypotonie, bei der die Ursache unbekannt bleibt, muss dabei nicht in jedem Fall behandelt werden. Hier stellt der niedrige Blutdruck meist kein Problem dar, solange er keine für den Patienten schwer erträglichen oder unangenehmen Symptome verursacht.

Sollte in Absprache mit dem Arzt jedoch eine Behandlung gewünscht sein, so gibt es Medikamente, die gegen niedrigen Blutdruck wirken. Ebenfalls wird zu einer salzreichen Ernährung bei guter Flüssigkeitsaufnahme sowie Sport geraten.

Vorbeugung

Eine vorbeugende Maßnahme gegen einen zu niedrigen Blutdruck liegt in einem normalen Körpergewicht. Zu dünne Menschen entwickeln mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Hypotonie. Auch eine längere Inaktivität kann zu einem niedrigeren Blutdruck führen, daher sollten Sie sich ausreichend bewegen. Da ein Flüssigkeitsmangel ebenfalls ein eine Hypotonie begünstigender Faktor ist, ist es wichtig, auf ausreichendes Trinken zu achten. Auch eine ausgewogene Ernährung, die einem Eisenmangel entgegenwirkt, ist positiv zu bewerten, da Eisenmangel auch zu einem zu niedrigen Blutdruck führen kann.


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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