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Gesundheitslexikon: Nickelallergie

Nickelallergie - wenn der Körper sich gegen Nickel wehrt

Nickel ist ein Legierungsmetall. Nickellegierungen werden vor allem innerhalb der Stahlveredelung genutzt. In Deutschland leiden zwischen zwei und vier Millionen Menschen an einer Nickelallergie. Die Allergie auf Nickel ist eine Kontaktallergie des Spättypen und führt rund zwölf Stunden nach Hautkontakt zu Juckreiz, Pusteln und Hautrötungen.

Ursachen

Allergien sind eine Überreaktion des Immunsystems auf bestimmte Substanzen, Allergene genannt. Diese rufen immunologische Reaktionen wie die Bildung von Antikörpern hervor. Das Immunsystem bildet Antikörper normalerweise zur Abwehr von Krankheitserregern wie Mikroorganismen. Bei Allergien werden Antikörper gegen eigentlich ungefährliche Substanzen gebildet, die am Kontaktort mit dem Allergen Entzündungen hervorrufen. Nickelallergien liegen in der Regel erbliche Ursachen zugrunde. Aufgrund von Veranlagungen sind die Betroffenen besonders empfindlich gegenüber Nickel und entwickeln nach entsprechendem Kontakt eine Überempfindlichkeit. Diese Prozesse werden als Sensibilisierung bezeichnet. Obwohl die Veranlagung als Hauptursache gilt, muss ein Nickelallergiker also nicht von Geburt an allergische Reaktionen gegen Nickel zeigen. Zum Ausbruch der Allergie kommt es erst mit wiederholtem Nickelkontakt. Der Kontakt mit Gegenständen aus Nickel lässt sich kaum verhindern. Nickel steckt in vielen Objekten des täglichen Bedarfs und kommt sogar in Lebensmitteln vor.

Symptome

Nickelallergien sind Kontaktallergien des Typs vier. Beim Hautkontakt stellen sich aufgrund der immunologischen Überreaktion Symptome wie Pusteln, Ausschlag oder Juckreiz ein. Allergien vom Typ vier werden auch verzögerter Allergietyp oder Spättyp genannt und lassen die ersten Symptome Stunden bis Tage nach dem Kontakt eintreten. Die Symptome werden aufgrund von sensibilisierten T-Lymphozyten hervorgerufen, die sogenannte Lymphokine freisetzen und damit weitere Leukozyten zur Kontaktstelle mit dem Allergen locken. An der Kontaktstelle rufen die Lymphozyten eine Entzündung hervor. Die Nickelallergie lässt sich deshalb als zellvermittelte Reaktion des Immunsystems bezeichnen. Die Nickelallergie ist durch das Auftreten eines allergischen Kontaktekzems gekennzeichnet, das in seiner Intensität vom Sensibilisierungsgrad des Patienten abhängt. Bei mittlerem Sensibilisierungsgrad ist der Verlauf subakut. In der chronischen Form der Allergie entsteht an der Kontaktstelle mit Nickel eine Kontaktdermatitis mit trockenem Ekzem, Schuppung und geringfügigem Erythem. Die Toleranzgrenze unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Während manche Allergiker schon bei geringen Nickelkonzentrationen in der Luft allergische Reaktionen zeigen, zeigen andere nur bei direktem Hautkontakt mit Nickel ein Kontaktekzem.

Diagnose

Die Diagnose einer Nickelallergie wird über einen Allergietest gestellt. Beim Epikutan-Test klebt der Arzt ein Pflaster mit der Testsubstanz auf den Rücken oder Oberarm des Patienten. Wenn die Haut Reaktionen zeigt, liegt eine Nickelallergie vor. Der Test in ein sogenannter Provokationstest, bei dem die Symptome gezielt hervorgerufen werden.

Behandlung

Patienten mit Nickelallergie sollen den Kontakt mit Nickel soweit wie möglich meiden. Küchenutensilien sollten zum Beispiel aus Aluminium oder Teflon bestehen. Nickelhaltiger Zahnersatz oder Nickelprothesen müssen durch nickelfreies Material ersetzt werden. Wegen des Nickelgehalts in Zigaretten ist Nickelallergikern das Rauchen untersagt. In Kontaktsituationen mit Nickel verwenden die Patienten Schutzhandschuhe oder Hautschutzsalben, um akute Symptome zu unterdrücken. In Sachen Ernährung wird eine nickelarme Diät empfohlen, deren Wirksamkeit allerdings umstritten ist. Kontaktekzeme einer Nickelallergie werden durch entzündungshemmende Wirkstoffe abgeschwächt, so zum Beispiel durch die Gabe von Glukokortikoiden oder Antihistaminika. Diese Wirkstoffe kommen in Cremes und Salben vor und eignen sich zur symptomatischen Therapie. Sie mindern Juckreiz und lassen Ekzeme abheilen. Hyposensibilisierung stehen bei Nickelallergien bislang nicht zur Verfügung. Die Nickelallergie ist bisher also nicht heilbar.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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