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Gesundheitslexikon: Neurochirurgie

Die Kunst der Neurochirurgie

Ein Facharzt für Neurochirurgie beschäftigt sich mit einem operationsbedürftigen Nervensystem. Ist unser zentrales Nervenkonstrukt geschädigt, verletzt oder fehlgebildet, liegt die Wiederherstellung in den Händen eines Neurochirurgen.

Woher stammt die Neurochirurgie?

Der Begriff ist eher neuzeitlich und vereint die Gebiete der Chirurgie und Neurologie. Die Geschichte der allgemeinen Hirnforschung geht allerdings weit zurück. Bereits das ehrwürdige alte Ägypten hat sich laut Ausgrabungsfunden mit dem Thema beschäftigt. Gezielte Schädelöffnungen konnten nachvollzogen werden, wobei ein Großteil den Eingriff am Kopf scheinbar überlebt hat. Eine bahnbrechende Erkenntnis über die Herkunft der Fachrichtung! Geistige Fähigkeiten wurden dem Gehirn erst im antiken Griechenland zugeschrieben. Die komplexe Funktionsweise des Denkapparats hingegen wurde erst nach dem Mittelalter erkannt. Der maßgebliche Wissensstand prägte sich erst im 19. Jahrhundert und entwickelt sich bis heute weiter.

Was kann das Nervensystem überhaupt?

Wer erinnert sich aktiv, regelmäßig zu atmen? Die Antwort lautet: niemand! Wir erledigen wichtige und unwichtige Dinge automatisch und wie von ‚Geisterhand‘. Unser intelligent konzipiertes Nervensystem erledigt quasi alles für uns. Der 24-Stunden-Service unseres Körpers dient als Steuerelement und kann sogar mehr: Unsere Großhirnrinde, Cortex, verschaltet alle unsere Funktionen von Geist und Körper. Unser Organismus arbeitet nur dank unzähliger Nervenzellen, die überall im Körper vorkommen. Der Mediziner unterscheidet das periphere und das zentrale Nervensystem. Zu letzterem gehören Rückenmark und Gehirn.

Wie wird ein Arzt zum Neurochirurgen und wo arbeitet er?

Bevor eine Facharztausbildung erfolgen kann, muss ein Arzt eine sechsjährige Weiterbildung absolvieren. Die Richtlinien hierfür sind streng und standardisiert. Diese Vorgehensweise dient am Ende dem Patienten, indem nur ein sehr gut ausgebildeter Neurochirurg eine notwendige Operation durchführt. Erfahrungen im Bereich der neurochirurgischen Intensivmedizin, Neurologie und weitere dienen der Arbeitssicherheit für den späteren Experten. Dieser arbeitet beispielsweise in der Unfallklinik und behandelt akute Verletzungen. Neben Unfallopfern können auch Erkrankungen einen Einsatz des Neurochirurgen notwendig machen. Morbus Alzheimer, Chorea Huntington, Epilepsie und Multiple Sklerose liegen beispielsweise dem Hirn zu Grunde. Multiple Sklerose ist vielen bekannt und scheint weit verbreitet. Die chronisch-entzündliche Autoimmunkrankheit des zentralen Nervensystems betrifft 2,5 Millionen Menschen in der ganzen Welt.

Von damals zu heute

Urgeschichtlich galt das Herz als Seelenzentrum und Leistungserbringer der kognitiven Fähigkeiten. Heutzutage wissen Mediziner dank der Hirnforschung, dass dieses der Träger unserer Fähigkeiten ist. Aber was wären wir ohne Herz, Hirn oder Nieren? Wir brauchen alles, um lebensfähig zu sein und zu bleiben. Nur auf wenige Organe können wir verzichten.

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