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Gesundheitslexikon: Natriumchlorid (Kochsalz)

Natriumchlorid findet als Kochsalzlösung oft medizinische Anwendung

Natriumchlorid wird auch als Kochsalz, Halit oder Speisesalz bezeichnet. Es handelt sich um eine Substanz aus Chlorid-Anionen und Natrium-Kationen, die dem Natriumsalz der Salzsäure entspricht.

Vorkommen und Gewinnung von Kochsalz

Kochsalz gibt es auf der Erde. Das Natriumchlorid macht zum Beispiel den überwiegenden Salzgehalt der einzelnen Weltmeere aus. Darüber hinaus ist die Substanz im Mineral Halit enthalten und findet sich damit in den Steinsalzlagerstätten ausgetrockneter Meeresbuchten. Deutschland besitzt ein Volumen von etwa 100.000 Kubikkilometern Kochsalz in seinen Lagerstätten. Natriumchlorid wird aus Steinsalz und Meersalz abgebaut. Bei der Gewinnung wird das Salz bohrend-sprengend, schneidend abgebaut oder nass gewonnen. Der nasse Abbau fördert das Salz in Form einer gesättigten Sole. Durch Eindampfung wird aus abgebauter Sole oder gefördertem Steinsalz Siedesalz mit großer Reinheit. Die Salzgewinnung aus Meerwasser beschränkt sich auf Küstengebiete mit hoher Sonneneinstrahlung und geringen Niederschlägen. Die Salzkonzentration des Meerwassers nimmt beim Abbau in flachen Beckenkaskaden aufgrund der natürlichen Verdunstung zu. Das so gewonnene Kochsalz wird getrocknet und zusammengeschoben.

Eigenschaften und Bedeutung von Natriumchlorid

Kochsalz bildet Kristalle mit kubischer Natriumchlorid-Struktur, die nicht doppelbrechend sind. Das Salz besitzt gute Wasserlöslichkeit und einen typischen Salzgeschmack. Die wässrige Sole der Substanz leitet innerhalb der Ionen Strom. Für Menschen und Tiere ist Natriumchlorid der wichtigste Mineralstoff überhaupt. Ein erwachsener Mensch besteht aus bis zu 300 Gramm Kochsalz. Der tägliche Verlust an Salz beläuft sich auf bis zu 20 Gramm. Dieser verlorene Anteil muss Tag für Tag ausgeglichen werden. Der Natriumgehalt ist mit dem Flüssigkeitsstoffwechsel eng vernetzt. Damit hat jede Konzentrationsveränderung von Natriumchlorid Auswirkungen auf den Flüssigkeitsgehalt eines Körpers. Hoher Natriumgehalt führt zu gesteigertem Flüssigkeitsgehalt. Verminderter Natriumgehalt lässt das Körperwasser abnehmen. Aus diesem Grund kann die Gabe einer Natriumchlorid-Lösung nicht nur den Salzgehalt ausgleichen, sondern auch den Flüssigkeitsgehalt eines Körpers erhöhen. Natriumchlorid spielt für den Körper außerdem in Form von Chlorid eine Rolle, das den Säure-Basen-Haushalt reguliert und vor Untersäuerung schützt. Da das Kochsalz entsprechend hohe Relevanz für die menschliche Gesundheit hat, wurde es früher als wertvolles Gut vertrieben und ‚weißes Gold‘ genannt.

Natriumchlorid-Lösung in der Medizin

Innerhalb der Medizin spielt Natriumchlorid oder Kochsalz heute vor allem als 0,9-prozentige Lösung eine Rolle. Bei einer Spaltung zerfällt Kochsalz in diese wässrige Lösung aus Na+ und Cl-. Diese Lösung wird als physiologische Kochsalzlösung bezeichnet und wird vorwiegend zum Flüssigkeitsausgleich angewandt, so zum Beispiel bei Dehydrierung, nach größeren Blutverlusten oder im Rahmen von Operationen. Darüber hinaus bildet die Kochsalzlösung oftmals die Grundlage für die Gabe anderer Medikamente. In diesem Zusammenhang ist auch von einer Trägerlösung die Rede, die innerhalb der medikamentösen Infusion Einsatz findet. Neben der schulmedizinischen Anwendung von Kochsalz wird Natriumchlorid auch von der Homöopathie verwendet. Der Fachbereich kennt das Salz zum Beispiel als Bestandteil der heilenden Schüssler-Salze. In der Antike kam Medikamenten auf Salzbasis eine noch größere Bedeutung zu. Neugeborene wurden zur Stärkung zum Beispiel mit Salz abgerieben. Darüber hinaus war Kochsalz ein Bestandteil von antiken Wundverbänden, Salben und Bädern. In Wunden sollte Natriumchlorid damals Entzündungen verhindern. Reines Salz ist zellzerstörend und kann so auch antibakteriell und desinfizierend wirken. Solebäder sind noch heute Heilmittel. Außerdem gilt salzige Meeresluft als Wunderwaffe bei Atemwegserkrankungen.

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