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Gesundheitslexikon: Natrium

Natrium – ein essentielles Spurenelement

Das Spurenelement Natrium ist das neunthäufigste Element im menschlichen Körper – daher lohnt es sich, seine Funktionen einmal genauer anzusehen. Der Natriumgehalt wird vom Körper vor allem durch die Niere streng reguliert. Bei Natriumüberschuss hält sie Flüssigkeit zurück, um das Mineral in den Körperflüssigkeiten zu verdünnen. Umgekehrt spielt Natrium selbst eine entscheidende Rolle bei der Regulation des Wasserhaushalts, im Wechselspiel mit Kalium. Natrium ist im Körper als anorganisches Ion enthalten. Durch seine elektrische Ladung spielt es eine große Rolle bei der Weiterleitung von Reizen sowohl bei Nerven- als auch Muskelzellen. Das Aktionspotential, über das Informationen ausgetauscht werden, funktioniert nur dann optimal, wenn der Natrium-Haushalt ausgewogen ist. Darüber hinaus spielt das basische Mineral eine wichtige Rolle für unseren Säure-Basen-Haushalt. Sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss von Natrium können für den Körper rasch unangenehme bis gefährliche Folgen haben.

Aufnahme von Natrium

Heutzutage neigt der Mensch vor allem in Industrieländern dazu, zu viel Natrium aufzunehmen. Das liegt vor allem am hohen Salzgehalt vieler Lebensmittel und den ungesunden Ernährungsgewohnheiten. Eben dieses Natriumchlorid oder Speisesalz ist die unangefochtene Hauptquelle von Natrium für den Menschen. Salz ist, auch aufgrund seiner konservativen Eigenschaften, in sehr vielen prozessierten Lebensmitteln enthalten. Vor allem Wurst, Schinken, Käse, eingelegtem Gemüse und Fastfood wird viel Salz beigefügt. Die empfohlene Tagesdosis an Natrium von 550 Milligramm wird aus diesen Gründen häufig um ein Vielfaches überschritten. Im Durchschnitt konsumiert jeder Deutsche zwölf bis 20 Gramm Salz täglich. Auch gesunde Nieren sind jedoch nicht in der Lage, mehr als fünf bis sieben Gramm zu verarbeiten. Um den Überschuss an Salz zu lösen, benötigt der Körper sehr viel Wasser. Wird dann auch noch zu wenig getrunken, wird den Zellen Wasser entzogen. Dies führt zur Dehydration, woran fast jeder Erwachsene heutzutage leidet.

Natriummangel

Weil Natrium Bestandteil von Speisesalz ist, kommt eine Unterversorgung an Natrium in Industrieländern nur selten vor. Zu einem Mangel kann es meist nur dann kommen, wenn Sie durch starkes Schwitzen, anhaltenden Durchfall oder häufiges Erbrechen viel Flüssigkeit und somit auch viel Natrium verlieren. Die Folge ist ein Absinken des Blutdrucks, was sich durch Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen oder ein allgemeines Schwächegefühl bemerkbar machen kann. Bei schwerem Mangel kann es auch zu Krämpfen oder Kreislaufversagen kommen. Falls Ihnen dies einmal geschehen sollte, können Sie leicht etwas dagegen tun: Nehmen Sie etwas Salzhaltiges zu sich und vermeiden Sie weiteren Flüssigkeitsverlust, dann verschwinden die Symptome sehr rasch wieder.

Überversorgung von Natrium

Viel eher als an Mangel können Sie bei normalen Ernährungsgewohnheiten an Natriumüberschuss leiden. Zu großen Problemen wird dies jedoch kaum führen. In den meisten Fällen – vorausgesetzt Ihre Niere funktioniert einwandfrei – beschränken sich die Symptome auf Schwindel, Unruhe und erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Sollten Sie jedoch an Niereninsuffizienz leiden, kann Ihr Körper Probleme bekommen, den Natrium-Kalium-Haushalt ausgeglichen zu halten. Dann kann es zu Bluthochdruck kommen, was wiederum viele unter Umständen schwerwiegende Folgen haben kann, beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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