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Gesundheitslexikon: Nasennebenhöhlen

Nasennebenhöhlen: ideales Brutgebiet für Krankheitserreger

Die Nasennebenhöhlen sind Ausstülpungen der Nasenschleimhaut, die direkt mit der Nasenhöhle verbunden sind. Die Luft, die durch die Nase eingeatmet wird, strömt weiter in die Nasennebenhöhlen, die damit ebenfalls mit Luft befüllt werden. Bei der Geburt sind die Nasennebenhöhlen zwar schon angelegt, aber noch nicht ausgebildet. Sie entwickeln sich erst im Kindesalter. Dabei können sie in Form und Größe von Mensch zu Mensch geringe Unterschiede aufweisen.

Beim Menschen sind folgende Nasennebenhöhlen vorhanden: Die rechte und die linke ‚Stirnhöhle‘ befinden sich über der Nasenwurzel, direkt über den Augenbrauen, während die rechte und die linke ‚Kieferhöhle‘ auf beiden Seiten der Nase im Oberkieferknochen liegen. Das sogenannte ‚Siebbein-Labyrinth‘ befindet sich zwischen der Nase und den inneren Augenwinkeln. Die rechte und die linke ‚Keilbeinhöhle‘ liegen direkt dahinter.

Erkrankungen der Nasennebenhöhlen

Die Nasennebenhöhlen sind nur schwach durchblutet und haben enge Zugänge. Somit kann es bei Infektionen der Nasenhöhle über die durch Atemluft weiterbeförderten Erreger dort schnell zu Sekretansammlungen kommen. Sind die Zugangskanäle infolge des Infektes dazu noch angeschwollen, bilden die abgegrenzten Hohlräume der Nebenhöhlen ein ideales Brutgebiet für Krankheitserreger. Das Ergebnis ist eine akute Nasennebenhöhlenentzündung (‚Sinusitis‘). Typische Anzeichen dafür sind Kopfschmerzen, die sehr stark auftreten können. Der Druck sitzt im Stirnbereich, über der Nase und zwischen den Augen. Die Nase fühlt sich verstopft an, der Geruchssinn ist eingeschränkt. Durch abschwellende Medikamente in Form von Nasensprays oder -tropfen heilt die Entzündung meist innerhalb von zwei Wochen aus. Die Sprays sollten jedoch keinesfalls länger angewendet werden, da sonst ein Gewöhnungseffekt entstehen kann, der die Schleimhaut immer wieder anschwellen lässt. Pflanzliche Sekretlöser in Tablettenform verflüssigen den Schleim und lassen ihn abfließen. Dieselbe Wirkung wird durch Inhalieren mit warmem Dampf und ätherischen Ölen erreicht. Antibiotika sind bei akuten Infektionen nicht erforderlich.

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung

Anders ist es bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung: Hier können Antibiotika oder auch kortisonhaltige Medikamente die Entzündung eindämmen. Nasenspülungen mit Kochsalzlösung bewirken ebenfalls eine Linderung der Beschwerden. Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung kann auch allergiebedingt sein. Hier kann wie bei anderen Allergien eine Immuntherapie (‚Hyposensibilisierung‘) hilfreich sein. Selten entsteht eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung durch Nasenpolypen oder anatomische Veränderungen in der Nase, wodurch der Abfluss von Schleim behindert wird. Die Polypen können mit einer dünnen Sonde (‚Endoskop‘) über die Nasenhöhle entfernt werden. Für weitere Korrekturen ist ein operativer Eingriff erforderlich.


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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