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Gesundheitslexikon: Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel - können die bunten Pillen wirklich zu einer verbesserten Gesundheit beitragen?

Es ist mittlerweile ganz selbstverständlich, die Gesundheit mit verschiedensten Mittelchen fördern zu wollen. Dazu bietet die Industrie jede Menge Präparate an, welche preiswert und einfach zu konsumieren sind. Doch können diese Nahrungsergänzungsmittel wirklich ein Ersatz für eine gesunde Ernährung und Lebensweise sein? Und wer hat tatsächlich einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen?

Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnet man medizinartige Präparate, welche den Körper mit bestimmten Nähr- oder Wirkstoffen zusätzlich anreichern sollen. Der Eindruck eines Arzneimittels soll dabei teilweise bewusst aufkommen. Rechtlich gesehen sind Nahrungsergänzungsmittel allerdings Lebensmittel. Demnach dürfen von ihnen keine krankheitsbezogenen Aussagen abgeleitet werden. Gleichwohl sollen Nahrungsergänzungsmittel auf den Körper wirken. So enthalten die meisten dieser Präparate Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente oder Antioxidantien. Ziel dieser Inhaltsstoffe ist es, dem Körper alle nötigen Nährstoffe bereitzustellen, die er für ein gesund zusammenwirkendes Gefüge braucht.

Nahrungsergänzungsmittel werden als Brausetabletten, Pulver, Pillen, Tabletten, Ampullen oder Tropfen angeboten.

Woraus bestehen Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel bestehen in den meisten Fällen aus synthetisch erzeugten Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Diese liegen, anders als in den normalen Lebensmitteln, in isolierter Form vor. Während also über eine ausgewogene Ernährung bis zu 10.000 verschiedene Nährstoffe aufgenommen werden sollen, sind in den Nahrungsergänzungsmitteln die isolierten und konzentrierten Zusammensetzungen enthalten. Gebunden werden diese Stoffe in einem Trägermaterial. Häufig dient modifizierte Stärke als solches Trägermaterial, also beispielsweise Mais-, Weizen- oder Kartoffelstärke. Es können aber auch verschiedene Öle als Trägersubstanz dienen. Ferner können Farbstoffe, Zuckerarten, Aromastoffe oder Trennmittel zum Einsatz kommen.

Wer kann Nahrungsergänzungsmittel einnehmen?

Wer sich ausgewogen ernährt, bei dem sollten auch ohne Nahrungsergänzungsmittel keine Mangelerscheinungen auftreten. Bei einigen Menschen kann eine Supplementierung aber durchaus Sinn ergeben. Wer unter einer lang anhaltenden Erkrankung oder einem Infekt leidet, der kann mit Nahrungsergänzungsmitteln sein Immunsystem positiv stimulieren. Auch Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten ihre Versorgung kritisch hinterfragen, denn manche Medikamente verhindern eine natürliche Aufnahme von Vitaminen oder Mineralstoffen. Schwangere, Raucher und intensive Sportler haben ebenfalls einen höheren Bedarf an Nährstoffen. Bei Alkoholmissbrauch oder sonstigen Süchten bietet sich eine Erhöhung der Nährstoffmenge ebenfalls an. Es gibt zudem bestimmte Krankheiten, welche die Nährstoffaufnahme im Magen-Darm-Trakt verhindern. Auch dann muss supplementiert werden. Auch Menschen, die unter großem Stress stehen, könnten mit Nahrungszusätzen den Körper entlasten. Menschen, die eine langfristige Diät anstreben, müssen ebenfalls ihre Depots im Blick behalten, um durch eine einseitige Ernährung nicht in ein Defizit zu geraten.

Was muss bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln beachtet werden?

Wer sich normal ernährt, der wird durch den Konsum von Lebensmitteln niemals eine Überdosierung von Vitaminen oder Mineralstoffen erreichen können. Es gibt jedoch viele Menschen, die zusätzlich einen allzu ambitionierten Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln praktizieren. Sie riskieren eine unerwünschte Überdosierung. Mitunter kann die Leber nicht mehr in der Lage sein, die übermäßigen Mengen der verschiedenen Inhaltsstoffe auszuschwemmen. So kann ein zu großer Verzehr von Vitamin A oder Vitamin D zu Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen führen. Wer zu viel Vitamin C aufnimmt, kann unter Durchfällen leiden. Studien weisen auch darauf hin, dass eine massive Überdosierung von Nährstoffen zu Tumorerkrankungen führen könnte.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht immer sinnvoll und kann Ihnen bei falscher Dosierung oder Kombination sogar schaden. Lassen Sie sich daher von einem Arzt oder Apotheker beraten. Schwangere sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen. Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung oder Lebensweise.

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