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Gesundheitslexikon: Nachtschweiß

Nachtschweiß - das steckt dahinter

Von Nachtschweiß (nächtliche Hyperhidrose) reden die Mediziner, wenn jemand in der Nacht übermäßig stark schwitzt. In diesem Fall leidet der Betroffene unter einem unphysiologischen Schwitzen, was nicht dem gewöhnlichen Ablauf des menschlichen Organismus entspricht.

Ursachen

Die Ursachen für Nachtschweiß sind vielfältig. Der Auslöser kann völlig harmlos sein, in manchen Fällen steckt jedoch eine ernsthafte Erkrankung dahinter. Oft sind Lebensgewohnheiten für das übermäßig starke Schwitzen in der Nacht verantwortlich. Zu hohe, aber auch sehr kalte Raumtemperaturen regen die Schweißproduktion an. Darüber hinaus können scharfe oder fettige Speisen und Alkohol nächtliches Schwitzen hervorrufen. Auch bestimmte Medikamente verursachen häufig ein nächtliches Schwitzen. Nicht zuletzt sind in manchen Fällen psychische Faktoren an der Hyperhidrose beteiligt. Nachtschweiß kann aber auch der Begleiter ernsthafter Erkrankungen wie Tumorerkrankungen, HIV, Hepatitis C, Leukämie oder Schilddrüsenüberfunktion sein.

Symptome

Wer unter Nachtschweiß leidet, hat häufig Begleitsymptome wie Tagesmüdigkeit, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen. Kommen noch Husten, Fieber oder Gewichtsverlust hinzu, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen, da dies Anzeichen für eine ernst zu nehmende Krankheit sein können. Betroffene werden durch das Schwitzen häufig nachts wach, weil ihre Kleidung und die Bettbezüge durchnässt sind.

Diagnose

Der Hausarzt ist bei nächtlichem Schwitzen Ihr erster Ansprechpartner. Dieser wird zuerst eine Anamnese erstellen und Ihre genauen Symptome erfragen. Wie stark Schwitzen Sie im Schlaf? Wie häufig müssen Sie Ihren Bettbezug und die Kleidung wechseln? Daraufhin folgt eine körperliche Untersuchung, die unter anderem ein Abtasten der Lymphknoten und das Abhören der Lunge beinhaltet. Das Messen von Blutdruck und Puls gehört ebenso zu den Untersuchungsmethoden des Arztes. Lässt sich die Ursache durch diese einfachen Maßnahmen nicht feststellen, so ordnet der Hausarzt meist eine Überweisung zum Internisten oder zum Facharzt für Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen (Endokrinologe) an. Je nach Verdacht kommen gleichermaßen ein Facharzt für Blut- und Krebserkrankungen sowie ein Neurologe für die Weiterbehandlung infrage. Diese Ärzte führen spezifische Untersuchungen durch, wie etwa Röntgenaufnahmen sowie Ultraschall- und Blutuntersuchungen.

Behandlung

Das nächtliche Schwitzen lässt sich nur durch die Behandlung der Ursache bekämpfen oder mildern. Harmlose Auslöser, zum Beispiel ein falsches Essverhalten, können durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten einfach beseitigt werden. Ist ein bestimmtes Medikament die Ursache für die nächtliche Hyperhidrose, schaffen eine Dosisanpassung oder ein alternatives Arzneimittel Linderung. Liegen dem nächtlichen Schwitzen psychische Ursachen zugrunde, so kann der Betroffene von zielgerichteten Therapien profitieren. Steckt eine andere Erkrankung dahinter, gilt es, diese effektiv zu behandeln. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion helfen Medikamente, diese zu kompensieren. Somit verschwinden dann meist auch die nächtlichen Schweißausbrüche. Seltene Tumorerkrankungen, wie Lymphdrüsenkrebs, können heute mit innovativen Therapien gut behandelt werden.

Vorbeugung

Wenn keine schwere Erkrankung für den Nachtschweiß verantwortlich ist, können Sie bereits mit einfachen Mitteln das nächtliche Schwitzen mindern. Essen Sie abends keine üppigen Mahlzeiten. Meiden Sie zudem Alkohol in den Abendstunden. Viel Bewegung und ein adäquates Gewicht sind ebenso bedeutend wie eine angenehme Raumtemperatur. Gleichwohl ist Salbeitee dafür bekannt, schweißhemmend zu wirken.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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