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Gesundheitslexikon: Nachtkerzenöl

Nachtkerzenöl bei Neurodermitis – sanfte Pflege für die Haut

Nachtkerzenöl steckt mittlerweile in vielen Pflegepräparaten, vor allem in denen für empfindliche Haut. Schon seit Jahrhunderten wird das intensiv riechende Öl zur äußeren Pflege eingesetzt. Was macht dieses kostspielige Pflanzenöl so besonders?

Was ist Nachtkerzenöl?

Das beliebte Nachtkerzenöl wird aus den gereinigten und getrockneten Samen der ‚Gemeinen Nachtkerze’ gewonnen. Die Pflanze blüht ab den ersten warmen Frühjahrstagen bis in den Herbst hinein. Sie trägt ihren Namen, weil sich die gelben Blüten erst in der Abenddämmerung öffnen und in der Dunkelheit gewissermaßen zu leuchten scheinen. Am nächsten Tag sind die Blüten verwelkt.

Die gesamte Pflanze ist essbar und diente in den vergangenen Jahrhunderten auch als Gartengemüse. Heute wird nur noch das Öl der Samen in Medizin und Kosmetik genutzt.

Wo kommt Nachtkerzenöl vor?

Ursprünglich stammt die Nachtkerze aus Nordamerika. Heute ist sie zudem in ganz Europa beheimatet. Sie fühlt sich vor allem auf mageren Wiesen, Schutthalden, am Rande von Bahngleisen oder auf Brachen wohl. Da sie mittlerweile industriell stark gefragt ist, wird sie kultiviert. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es einige geschützte Anbauflächen.

Wirkung von Nachtkerzenöl auf den Körper

Schon vor Jahrhunderten nutzte die indigene Bevölkerung der USA die Nachtkerze als natürliches Heilmittel. Damals wurden die zerstampften Samenkapseln als Paste verarbeitet und auf Wunden aufgetragen. Heute nutzt man das gereinigte Öl aus den Nachtkerzensamen. Es wird vor allem bei Leiden der Haut eingesetzt. Das Nachtkerzenöl weist die mehrfach ungesättigte Fettsäure Omega 6, darunter vor allem die Gamma-Linolensäure sowie die Linolsäure, in großen Mengen aus. Diese beiden Fettsäuren sind für den menschlichen Körper sehr wichtig, da sie nicht selbst synthetisiert werden können. Sie müssen von außen über die Nahrung zugeführt werden.

Die beiden Fettsäuren regeln im Organismus die Regeneration der Zellen und sorgen für einen stabilen Aufbau der äußeren Zellmembranen. Ferner sollen sie Entzündungsprozesse unterbinden können. Nur wenige Lebensmittel weisen Gamma-Linolensäure in Kombination mit Linolsäure auf – das macht das Nachtkerzenöl so begehrt.

Man vermutet, dass gerade bei Menschen mit Neurodermitis der zellschützende Effekt innerhalb der Hautoberfläche gestört ist. Hier sollen die ungesättigten Fettsäuren des Nachtkerzenöls in die Hautbarriere eindringen und die Hautschichten zur Heilung anregen.

Bei welchen Beschwerden und Krankheiten kann Nachtkerzenöl helfen?

In der Alternativmedizin wird das Nachtkerzenöl besonders Patienten mit Neurodermitis oder sonstigen entzündlichen Erkrankungen der Haut empfohlen. Viele Patienten berichten von einer Linderung der Beschwerden. Vor allem das Spannungsgefühl, der Juckreiz und die Trockenheit sollen bei mehrwöchiger äußerlichen Anwendung abnehmen. Doch auch zum inneren Einsatz, beispielsweise bei Asthma, Migräne, Heuschnupfen, Bluthochdruck oder Rheuma, wird es in der Naturheilkunde eingesetzt.

Was sollte man bei Nachtkerzenöl beachten?

Nachtkerzenöl hat aufgrund der geringen Ausbeute seinen Preis. Daher greifen viele Menschen mittlerweile auch zu dem kostengünstigeren Hanföl, welches in seiner Zusammensetzung nahezu identisch ist. In gegenüberstellenden Studien konnte ein ähnlich heilender Effekt auf die Haut auch mit Borretschöl nachgewiesen werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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