Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Muttermund

Faszinierend und wichtig für die Geburt: der Muttermund

Der Gebärmutterhals trägt eine nach innen gelegene und eine nach außen gelegene Öffnung, die durch den sogenannten Zervixkanal getrennt sind. Die Öffnungen des Gebärmutterhalses werden als innerer und äußerer Muttermund bezeichnet oder als Ostium uteri zusammengefasst. Am Ende einer Schwangerschaft wirken die geburtseinleitenden Wehen auf den Muttermund und dehnen die Öffnung auf, um das Kind hindurchtreten zu lassen. Die Dehnung des Muttermundes gibt den Ärzten wichtige Informationen über den Fortschritt der Geburt.

Anatomie des Ostium uteri

Das Ostium uteri besteht wie eingangs beschrieben aus einem inneren und äußeren Muttermund. Der innere Muttermund öffnet sich in die Gebärmutterenge, während sich der äußere Muttermund in die Scheide öffnet. Den äußeren Anteil umgibt das Zylinderepithelgewebe des sogenannten Portio vaginalis, das den Übergang von Gebärmutterhals in die Vagina ausmacht. Zwischen innerem und äußerem Muttermund liegt der Zervixkanal, der mit drüsenhaltigen Zylinderepithel ausgestattet ist und den Zervixschleim bildet, der die Spermien während des Eisprungs im Vaginalkanal beschützt, ernährt und in die Gebärmutter aufsteigen lässt. Der Muttermund besteht aus drei verschiedenen Schichten. Neben einer Schleimhautschicht trägt er eine Muskelschicht und eine sogenannte Verschiebeschicht. Am äußeren Muttermund liegt in Portio-Höhe die Grenze zwischen dem Endometriumepithel und dem Plattenepithel der Vagina. Im Laufe des weiblichen Zyklus verändert sich diese Grenzzone und verschiebt sich durch den Einfluss von Östrogen Richtung Portio. Wenn wenig Östrogene vorhanden sind, verlagert sich die Grenzzone Richtung Zervixkanal.

Innerer und äußerer Muttermund in der Geburtsphase

Der Zervixkanal ist in der Schwangerschaft durch den inneren und äußeren Muttermund verschlossen. Keime und andere Fremdstoffe können daher nicht zum ungeborenen Kind in die Fruchthöhle aufsteigen. Nach der Einleitung der Eröffnungswehen dehnt sich der Muttermund während der Eröffnungsphase der Geburt. Die Zervix verkürzt sich und der innere Muttermund öffnet sich. Sobald sich die Zervix vollständig verkürzt hat, öffnet sich auch der äußere Muttermund. Mit der vollständigen Eröffnung des äußeren Muttermunds in die Vagina gilt die Austreibungsperiode der Geburt als eingeleitet. Während der gesamten Geburt wird der Fortschritt durch Hebammen und Ärzte kontrolliert. Um den Geburtsfortschritt zu beurteilen, dient ihnen die Weitung des äußeren Muttermundes als Anhaltspunkt. Der äußere Muttermund macht während des Geburtsvorgangs verschiedene Stadien durch, was die Weite betrifft. Im Anfangsstadium ist die Fingerkuppe in die Öffnung einlegbar. Der äußere Muttermund beginnt sich also zu öffnen, bis er fingerdurchlässig ist. In den weiteren Stadien weitet sich die anatomische Struktur fortlaufend. Eine Weite von neun Zentimetern bezeichnen die Hebammen und Ärzte als bis auf den Saum vollständige Weite. Das heißt, dass nur mehr ein dünner Saum des Muttermundes tastbar ist. Mit zehn Zentimetern liegt die maximale Öffnungsweite vor. Der Muttermund ist ab diesem Stadium weit genug, um das ungeborene Kind hindurchtreten zu lassen.

Anzeige