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Gesundheitslexikon: Muskelkater

Woher kommt eigentlich der Muskelkater?

Von der Wortherkunft hat der Begriff Kater nichts mit der männlichen Katze zu tun. Vielmehr ist er die eingedeutschte Version von Katarrh, womit die bei Erkältungen beschriebene Schleimhautentzündung der Atemwege gemeint ist. Der Muskelkater ist aber keine Atemwegserkrankung, sondern ein Schmerzgeschehen in der Muskulatur, das nach intensiven körperlichen Belastungen auftritt.

Ursachen

Muskelkater tritt nach muskulären Überbelastungen auf, entweder weil die Intensität zu hoch war oder weil ungewohnte Bewegungsabläufe gefordert wurden. Die Folge sind feine Risse, die in der Mikrostruktur der Myofibrillen entstehen. Diese feinen Fäden in der Muskelzelle enthalten viele aneinandergereihte Sarkomere, die kleinsten funktionellen Einheiten, die durch die sogenannten Z-Scheiben getrennt sind. Diese reißen beim Muskelkater komplett oder teilweise. In der Folge wird wie bei jeder Verletzung ein Entzündungsprozess in Gang gesetzt, mit dem Ziel, die geschädigten Strukturen zu heilen. Angetrieben wird der Vorgang von Signalstoffen wie Histamin, die die Stoffwechselaktivität und die Blutversorgung ankurbeln. Eine Folge der Mehrdurchblutung ist die Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe. Beide Aspekte sind für den Schmerz verantwortlich, zum einen die direkte Reizung der Schmerzrezeptoren durch das Histamin, zum anderen die Raumforderung durch die Mikroödeme.

Symptome

Im Vordergrund stehen beim Muskelkater die Schmerzen, die analog zum Grad der Überbelastung variieren und sehr heftige Ausmaße erreichen können. Sie treten nicht sofort nach der Belastung auf, sondern erst nach 12 – 24 Stunden und erreichen am zweiten und dritten Tag ihren Höhepunkt. Bis zum völligen Abklingen vergehen in der Regel sieben Tage. In Abhängigkeit von der Schmerzintensität können auch die motorischen Fähigkeiten beeinträchtigt sein. Bewegungen, Anspannungen der Muskulatur und Dehnungen verstärken den Schmerz. Dadurch kann die Bewegungsfähigkeit negativ beeinflusst werden. Etwa ab dem vierten Tag klingen die Symptome ab und die Mobilität verbessert sich zusehends.

Diagnose

Eine ärztliche Diagnosestellung wird nur dann erfolgen, wenn die betroffenen Menschen in Unkenntnis oder aufgrund massiver Beschwerden den Mediziner aufsuchen. Jeder, der sich schon mal intensiv körperlich verausgabt hat, egal ob im Sport oder bei sonstigen schweren körperlichen Tätigkeiten, kennt die Anzeichen eines Muskelkaters. Die Diagnose ergibt sich aus dem Leitsymptom Schmerz.

Behandlung/Therapie

In der Regel gibt es beim Muskelkater keine spezielle ärztliche Therapie. Empfohlen wird das Aussetzen der körperlichen Aktivität, solange Schmerzen vorhanden sind, weil sonst die Gefahr der Verschlimmerung besteht. Ungefähr zwei Tage nach Erreichen der Schmerzfreiheit kann wieder mit moderaten sportlichen Aktivitäten begonnen werden. Dehnungen sollten auf jeden Fall während der Dauer der Beschwerden unterbleiben, da der Zug, der im Muskelgewebe entsteht, die noch nicht ganz verheilten Verletzungen wieder aktiviert.

Vorbeugung

Eine echte Vorbeugung gibt es beim Muskelkater nicht. Sporttreibende sollten darauf achten, ihre Muskulatur vor den intensiven Belastungen gut aufzuwärmen. Der Stoffwechsel und die Durchblutung sind dadurch besser vorbereitet auf die kommenden hohen Belastungen. Die viskoelastischen Eigenschaften in den aktiven Zentren der Muskelzellen werden verbessert und die Reibung herabgesetzt. Eine an die Fähigkeiten der jeweiligen Sportler angepasste Dosierung des Trainings kann grundsätzlich die Entstehung von Muskelkater verhindern. Es ist aber sehr schwierig, die richtige Dosis zu finden, gerade nach längeren Trainingspausen oder bei Neueinsteigern.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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