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Gesundheitslexikon: Mukabhyanga (ayurvedische Gesichts-/Kopf-/Nackenmassage)

Mukabhyanga (ayurvedische Gesichts-/Kopf-/Nackenmassage) – der Kopf im Fokus des Masseur

Der Nacken spannt und vor den Augen flimmert es? Dann könnte vielleicht eine traditionelle Mukabhyanga Linderung verschaffen.

Was ist eine Mukabhyanga?

Bei der Mukabhyanga geht es um eine entlastende Massage des Kopfes, des Gesichtsbereiches und des Nackens. Sie ist eine Unterart der Massageform Abhyanga, bei der grundsätzlich mit sehr viel Öl und kreisenden Handgriffen gearbeitet wird. Mukabhyanga wird in Indien und Sri Lanka, den beiden Ursprungsländern, eher als eine ausgleichende Maßnahme für die Seele verstanden. Sie soll Menschen mit Liebeskummer oder seelischen Problemen zu mehr Ausgeglichenheit und Freude verhelfen. Im Westen wird die schonende Anwendung häufig aber auch zur puren Entspannung praktiziert. Die Mukabhyanga ist eine wohltuende Massage und stimuliert sanft die empfindlichen Nerven unter der Gesichts- und Kopfhaut.

Wie funktioniert eine Mukabhyanga?

Bei der Mukabhyanga muss sich der Patient nicht entkleiden. Der Bereich unterhalb des Brustbeines wird mit einem Handtuch abgedeckt. Bei dieser Massage kommt häufig ein kühlendes Pflanzenöl zur Anwendung. In kleinen Abschnitten bearbeitet der Masseur nun synchron die beiden Kopfhälften. Zumeist werden von den Ohren ausgehend die Stirn, das Gesicht, der Kopf und abschließend der Nacken vorsichtig massiert. Besondere Aufmerksamkeit erfahren dabei die beiden Augenhöhlen sowie der mittige Punkt auf der Stirn, die sogenannte ‚Tilaka‘ (das dritte Auge). Angenehm ist, dass überwiegend rotierende Handgriffe gesetzt werden. Im Bereich des Nackens kommen zudem noch drückende Griffe dazu, welche unter Umständen auch länger gehalten werden können. Dieses Zusammenspiel gleicht den Körper sanft aus und sorgt für eine Harmonisierung der Extremitäten.

Die Mukabhyanga wird in westlichen Studios zuweilen als kurze Behandlung angeboten, beispielsweise als erfrischende Maßnahme während der Mittagspause oder im Wartebereich am Flughafen. Eine gründliche Mukabhyanga dauert aber zumeist mehr als 60 Minuten.

Bei welchen Problemen soll die Mukabhyanga helfen?

Nach der ayurvedischen Lehre der drei Doshas soll die Mukabhyanga ausgleichend auf den Körper wirken. Viele Menschen im Westen schätzen vor allem ihren entspannenden Charakter. Wer unter Migräne, Fibromyalgie oder entzündlichen Erkrankungen der Nerven leidet, könnte durch eine solche Massage eine gewisse Erleichterung erfahren. Auch gestresste Menschen mit Hals- und Nackenverspannungen können manchmal selbst bei großen Schmerzen noch mit der milden Mukabhyanga behandelt werden. Sie hat eine beruhigende Wirkung auf den Körper, weshalb sie auch bei Personen eingesetzt werden kann, die unter Schlafstörungen, Spasmen oder allgemeiner Anspannung leiden.

Was sollte man bei der Mukabhyanga beachten?

Bei der Mukabhyanga kommt reichlich Öl zum Einsatz. Daher ist es hilfreich, wenn im Anschluss an die Massage die Möglichkeit zur Haarwäsche angeboten wird. Die natürlichen und unbehandelten Öle, wie beispielsweise Sesamöl, Kokosöl oder Rizinusöl, können in Nase und Augen eindringen und zu Reizungen und Allergien führen. Insbesondere Kontaktlinsenträger sollten auf die Sehhilfe während der Anwendung verzichten und im Anschluss eine Brille bereithalten. Die Mukabhyanga ist keine schulmedizinisch anerkannte Heilanwendung.

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