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Gesundheitslexikon: Morbus Crohn

Morbus Crohn - wenn der Darm chronisch entzündet ist

Morbus Crohn, das nach seinem Erstbeschreiber Burrill Bernard Crohn benannt ist, ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Darms. Insbesondere junge Menschen zwischen dem 15. und dem 35. Lebensjahr sind von der 1932 erstmals beschriebenen Krankheit betroffen. Dabei kann der gesamte Verdauungstrakt, vom Mundbereich bis zum After, betroffen sein. In der Regel wird die Erkrankung jedoch am Ende des Dünn- sowie am Anfang des Dickdarms festgestellt. Von der chronischen Dickdarmentzündung (Colitis ulcerosa) unterscheidet sich Morbus Crohn in erster Linie dadurch, dass alle Wandschichten des Darmes betroffen sind und nicht nur die Schleimhaut.

Ursachen

Bislang stehen Mediziner und Wissenschaftler bei der Frage nach der Ursache von Morbus Crohn vor einem Rätsel. Bekannt ist allerdings, dass es Faktoren gibt, die die Erkrankung begünstigen. Dazu zählen etwa die genetische Veranlagung oder das Rauchen. Ebenfalls eine Rolle spielen dürften Umweltfaktoren, schließlich wird Morbus Crohn in den Industrieländern deutlich häufiger diagnostiziert als in ärmeren Ländern. Als Ursache ausgeschlossen sind mittlerweile falsche Ernährung und psychische Probleme, wenngleich sich Letztere sehr wohl negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken können.

Symptome

Da unterschiedliche Abschnitte des Verdauungstraktes von Morbus Crohn betroffen sein können, unterscheiden sich auch die Symptome. Typischerweise leiden an Morbus Crohn erkrankte Personen aber an Durchfall, der sich über mehrere Wochen zieht und klagen über Bauchschmerzen. Diese werden häufig als krampfartig im rechten Unterbauch wahrgenommen. Morbus Crohn verläuft schubweise, der Abstand zwischen Beschwerdefreiheit und Beschwerden ist nicht abschätzbar.

Diagnose

Für die sichere Diagnose von Morbus Crohn stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Zu Beginn steht die körperliche Untersuchung, bei der der Bauchraum des Patienten abgetastet wird. Druckschmerzen im rechten Unterbauch können erste Anzeichen auf eine Erkrankung an Morbus Crohn sein. Der nächste Schritt ist eine Blutuntersuchung im Labor. Erhöhte Werte des C-reaktiven Proteins, der Blutsenkungsgeschwindigkeit und der weißen Blutkörperchen sind ebenso typisch für Morbus Crohn wie ein Mangel an wichtigen Nährstoffen. Erhärtet sich der Verdacht auf eine Morbus Crohn-Erkrankung, so wird eine Darmspiegelung (Koloskopie) veranlasst. Bei dieser Untersuchung wird ein Schlauch mit einer Minikamera über den After in den Darm eingeführt. So kann der Gastroenterologe für Morbus Crohn typische Gewebeveränderungen erkennen und gleichzeitig Gewebeproben entnehmen.

Behandlung

Derzeit ist eine vollständige Heilung von Morbus Crohn nicht möglich. Medikamente, die sich je nach betroffenem Bereich des Verdauungstraktes unterscheiden, können die Beschwerden aber lindern. Gleichzeitig werden dank der Arzneimittel die symptomfreien Phasen verlängert. Im Falle von Komplikationen kann eine operative Entfernung des betroffenen Darmbereiches notwendig werden.

Vorbeugung

Nachdem die Ursache für Morbus Crohn bis heute nicht vollständig geklärt ist, besteht keine Möglichkeit der Vorbeugung. Ein gesunder Lebensstil, eine ausgewogene Ernährung, regelmäßiger Sport sowie der Verzicht auf Alkohol und Nikotin können der Entstehung von Krankheiten aber insgesamt vorbeugen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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