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Gesundheitslexikon: Mönchspfeffer

Mönchspfeffer – Gewürz für den Kindersegen

Der Mönchspfeffer, botanisch Vitex agnus castus, wächst als Strauch, der bis zu vier Meter hoch werden kann. Seine Blätter sind handförmig und er bildet Blütenstände aus, die von Weiß bis Violett variieren können. Die Früchte sehen aus wie kleine Beeren und ähneln dem Aussehen nach den Pfefferkörnern. Im Volksmund wird er auch als Keuschbaum oder Keuschlamm bezeichnet. Ihm wird nachgesagt, dass er den Geschlechtstrieb mindere, weshalb Nonnen und Mönche ihn in den Klostergärten anbauten und seine Früchte in hohen Dosen verzehrten, um somit ihre Enthaltsamkeit zu erleichtern. In der Naturmedizin findet er vor allem bei der Behandlung von Menstruationsstörungen und bei unerfülltem Kinderwunsch Anwendung. Er dient in der Küche aufgrund seines würzigen Aromas und seines leicht scharfen Geschmacks perfekt als Gewürz. Verwenden Sie ihn einfach wie Pfeffer und mahlen Sie ihn frisch in einer Mühle.

Vorkommen

Der Mönchspfeffer wächst natürlich entlang von Flussläufen und in Küstennähe. Die Pflanze ist im Mittelmeerraum, in Südwestasien bis Nordindien und am Schwarzen Meer beheimatet. Die Früchte werden vor allem in den Balkanländern und in Marokko von wilden Pflanzen gesammelt. Angebaut wird Mönchspfeffer auf Mallorca vorwiegend für die Herstellung von Extrakten, um gleichbleibende Qualität und Dosis der Wirkstoffe zu erhalten. Mönchspfeffer ist nicht winterfest, kann jedoch problemlos an einem sonnigen Standort im eigenen Garten oder in Kübeln kultiviert werden.

Verwendung und Wirkung als Heilpflanze

Hippokrates hat bereits Früchte und Blätter verarbeitet, um die Menschen von Wurmbefall zu kurieren und Menstruationsschmerzen der Frauen zu lindern. Umschläge mit Mönchspfeffertinkturen sollen gegen Kopfschmerzen geholfen haben. Im Mittelalter setzte sich Mönchspfeffer als Anaphrodisiakum durch. Dies funktioniert jedoch nur bei einer Einnahme von hohen Mengen. Bei kleineren Mengen wirkt Mönchspfeffer genau gegenteilig. Verwendet werden Früchte und Blätter. Letztere können zu Tee und Tinkturen verarbeitet und für Bäder sowie Umschläge angewendet werden. Die Pflanze enthält verschiedene ätherische Öle, Iridoid-Glukoside, Triglyceride, Ölsäure, Linolsäure und wichtige sekundäre Pflanzenstoffe. Bei der Einnahme von Mönchspfeffer wird die körpereigene Dopaminproduktion gesteigert. Weiterhin wird die Wirkung des Hormons Prolaktin gehemmt. Prolaktin unterdrückt den Eisprung und regt die Milchbildung an. Dieser Effekt auf den Hormonhaushalt des Körpers der Frau wird bei der Behandlung von prämenstruellen Störungen, Menstruationsbeschwerden und Unfruchtbarkeit eingesetzt. Die regelmäßige Einnahme von Mönchspfefferextrakt wirkt sich somit positiv auf einen unregelmäßigen Zyklus aus. Die Wirkstoffe der Pflanze unterstützen die Bildung des Gelbkörperhormons und können dadurch bei Kinderwunsch helfen. Sitzbäder mit Mönchspfeffer können Menstruationsbeschwerden und Symptome im Zusammenhang mit den Wechseljahren der Frau lindern. Übrigens: Die ätherischen Öle des Mönchspfeffers können sogar Zecken vertreiben.

Hinweise

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit kann Mönchspfeffer die Milchbildung beeinträchtigen und sollte daher nicht eingenommen werden. Ebenso sollten Brustkrebspatientinnen auf eine Verwendung der Pflanze verzichten. Bei der Einnahme kann es zu Kopfschmerzen und Juckreiz sowie Ausschlägen auf der Haut kommen. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt, falls Sie Medikamente einnehmen, die sich auf das körpereigene Dopamin auswirken.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

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