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Gesundheitslexikon: Minoxidil

Minoxidil: das Blutdruck-Medikament, das den Haarwuchs anregt

Als man in den frühen 1970er Jahren einen neuen Wirkstoff gegen Bluthochdruck testen wollte, staunte man nicht schlecht über das Ergebnis: Die Probanden berichteten nämlich von vermehrtem Haarwachstum! Die damals noch unerwünschte Nebenwirkung stellte sich bald als Verkaufsschlager heraus.

Was ist Minoxidil?

Minoxidil ist ein blutdrucksenkender Arzneistoff zur Behandlung von arterieller Hypertonie. Da er als Nebenwirkung zu einem vermehrten Haarwachstum verhelfen kann, wird der Wirkstoff seit einigen Jahrzehnten auch in der kosmetischen Industrie als Präparat gegen Haarausfall bei Männern und Frauen angewandt.

Wie wirkt Minoxidil auf den Körper?

Minoxidil wirkt blutdrucksenkend auf den Körper. Circa eine Stunde nach der oralen Aufnahme ist der Wirkstoff vom Darm ins Blut übergegangen. Nun sorgt er für den gefäßerweiternden Effekt, insbesondere für eine Weiterstellung der herzfernen Blutgefäße. Der Arzneistoff öffnet dabei den Kaliumkanal der Zellen. Diese winzig kleinen Öffnungen sorgen für den molekularen Austausch innerhalb der Gefäße. Sind sie geöffnet, so können sich die Zellen entspannen und die Erregung der Gefäßmuskelzellen lässt nach. Die Zellwände glätten sich und der Blutdruck klingt dadurch ab. Minoxidil wird von der Leber in weitere Stoffwechselprodukte abgebaut und über die Nieren anschließend ausgeschieden. Nach etwa vier Stunden tendiert der Minoxidil-Spiegel im Blut gegen Null; die Substanz ist verstoffwechselt und wird ausgeschieden.

Warum Minoxidil auch gegen Haarausfall wirkt, ist nicht abschließend geklärt. Man vermutet durch die blutdrucksenkende Wirkung einen insgesamt durchblutungsfördernden Effekt der Kapillaren. Davon könnten die Haarwurzeln profitieren. Werden sie besser mit Nährstoffen versorgt, könnte dies das Haarwachstum wieder aktivieren.

Bei welchen Beschwerden kann Minoxidil eingesetzt werden? Gibt es eine Verschreibungspflicht?

Minoxidil ist als Blutdrucksenker verschreibungspflichtig. In der Therapie kommt Minoxidil als Reservemittel zum Einsatz, wenn andere Arzneimittel den Blutdruck der Patienten nur ungenügend senken konnten oder aber schwere Nebenwirkungen mit anderen Präparaten festgestellt wurden. Da es bei der Einnahme von Minoxidil zu einer verstärkten Wassereinlagerung kommen kann, wird der Wirkstoff in der Blutdruck-Therapie immer zusammen mit Beta-Blockern und einem Diuretikum kombiniert.

Minoxidil kann, wie eingangs erwähnt, auch bei Haarausfall helfen. Insbesondere Männer, die ab dem 18. Lebensjahr unter einer beginnenden Glatzenbildung leiden, können mit Präparaten, welche Minoxidil enthalten, dem Haarausfall entgegenwirken. Nach Herstellerangaben wird der Haarausfall in 70 bis 80 Prozent der Fälle aufgehalten. Die Wirksamkeit bezieht sich allerdings nicht auf den Schläfenbereich. Auch soll sich bei circa 30 Prozent der Männer ein erneuter Haarwuchs feststellen lassen. Es wird daher geraten, so früh wie möglich einer beginnenden Glatzenentstehung entgegen zu wirken, da sich bereits inaktive Haarwurzeln nur noch selten zum Wachstum anregen lassen.

Auch für Frauen werden Produkte mit Minoxidil gegen Haarausfall angeboten. Bei ihnen soll vor allem eine familiär bedingte Kopfhaarverdünnung, insbesondere im Bereich des Oberkopfes, damit aufgehalten werden können.

Als Mittel gegen Haarausfall ist Minoxidil nicht verschreibungspflichtig, allerdings apothekenpflichtig. Das Medikament ist als wässrige Lösung oder als Schaum erhältlich.

Was sollte man bei der Einnahme von Minoxidil beachten?

Wer Präparate mit Minoxidil gegen Haarausfall ausprobieren möchte, muss Geduld mitbringen. Der Wirkstoff muss täglich zweimal auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Erste Ergebnisse machen sich dann nach etwa drei bis vier Monaten bemerkbar. Erst nach zwölf Monaten tritt die maximale Wirksamkeit des Präparates ein. In den ersten Wochen kann es zudem zu vermehrtem Haarausfall kommen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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