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Gesundheitslexikon: Milzbrand (Anthrax)

Tierkrankheit Milzbrand: Auch Menschen können sich infizieren

Milzbrand, auch unter dem Begriff Anthrax bekannt, ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich Tiere befällt. Sie kann jedoch auch auf Menschen übertragen werden, wenn diese mit infizierten Tieren in Kontakt kommen oder einer erhöhten Ansammlung von Milzbrandsporen ausgesetzt sind. Der Name Milzbrand kommt von der braunschwarzen Verfärbung der Milz bei Patienten. Milzbrand wird durch das Bakterium Bacillus anthracis ausgelöst, daher auch der Name ‚Anthrax‘. Der Erreger bildet widerstandsfähige Sporen, die über Jahrzehnte im Erdreich überleben. Somit überträgt er sich meist auf Weidetiere und damit auf Menschen, die in der Nutztierhaltung tätig sind. Aufgrund des oft tödlichen Verlaufs der Erkrankung werden Milzbranderreger immer wieder als chemische Waffe bei Kriegen oder durch Terroristen eingesetzt.

Symptome

Bei ‚Haut-Milzbrand‘ dringen die Erreger über Hautverletzungen (Insektenbisse) in das Gewebe ein und vermehren sich dort. Nach wenigen Tagen entstehen an der Infektionsstelle schmerzhafte Schwellungen mit flüssigkeitsgefüllten Blasen, auf denen sich schwarzer Schorf bildet. Beim ‚Lungen-Milzbrand‘ erfolgt die Infektion durch Einatmen des Erregers. Schon nach wenigen Stunden bricht die Krankheit dann aus. Die Symptome ähneln zunächst denen einer Lungenentzündung oder Bronchitis mit blutigem Auswurf. Aufgrund schwerer Atemstörungen ist diese Art die gefährlichste Form des Milzbrands. ‚Darm-Milzbrand‘ ist eher selten. Er entsteht durch den Verzehr von nicht ausreichend erhitztem Fleisch eines infizierten Tieres. Erste Symptome treten nach wenigen Tagen auf und erinnern an eine Grippeerkrankung. Es entstehen Blutungen im Darm. Eine Sonderform der Krankheit, der ‚Injektions-Milzbrand‘, wird durch mit Sporen verunreinigtes Heroin hervorgerufen und betrifft hauptsächlich Drogenkonsumenten. An der Injektionsstelle zeigen sich ähnliche Symptome wie bei Haut-Milzbrand.

Diagnose

Durch verschiedene Labortechniken kann der Bazillus im Abstrich und im Blut nachgewiesen werden. Der Milzbranderreger kann mit Antibiotika gut bekämpft werden, allerdings nicht das Gift, das er nach kurzer Zeit entwickelt und welches sich bald im Körper ausbreitet. Eine frühe Diagnose und sofortiger Behandlungsbeginn sind deshalb lebensnotwendig.

Behandlung

Die Therapie erfolgt durch hoch dosierte Antibiotika, die durch intravenöse Verabreichung ins Blut schneller zum betroffenen Organ gelangen. Bei schwerem und tiefgehendem Befall der Haut muss das geschädigte Gewebe operativ entfernt werden.

Vorbeugung

Vor allem in Gebieten von Afrika und Zentral- und Südasien ist der Kontakt mit Tieren und der Verzehr ihres Fleisches zu vermeiden. Ist ein Mensch erkrankt, muss er sofort isoliert werden. Bereits der Verdacht auf eine Milzbrand-Infektion ist dem Gesundheitsamt zu melden. Menschen, die sich berufsbedingt mit Weidetieren beschäftigen, werden in Risikogebieten vorsorglich geimpft oder nach Kontakt mit erkrankten Tieren sofort vorbeugend einer Behandlung mit Antibiotika unterzogen. In Deutschland werden Tiere gegen Milzbrand geimpft, für Menschen gibt es hier noch keinen Impfstoff.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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