Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Migräne

7 Tipps gegen Migräne
7 Tipps gegen Migräne Das hilft bei akuten Kopfschmerzen 00:00:54
00:00 | 00:00:54

Nur Kopfschmerzen oder doch Migräne?

Migräne ist ein von Betroffenen als sehr belastend empfundener Kopfschmerz. Er gehört zu den primären Arten von Kopfweh und kann sich bei jedem Menschen auf völlig verschiedene Weise äußern. Die Entstehung von Migräne wird seit Jahren von Neurologen erforscht. Noch gibt es kein Allheilmittel, doch Medikament und Therapien können helfen, Schmerzattacken in den Griff zu bekommen. Erfahren Sie hier alles rund um das Thema Migräne.

Ursachen für Migräne

Neuere Studien haben ergeben, dass Migräne angeboren ist. Menschen, die unter Anämie leiden, sind stärker davon betroffen als Personen ohne eine verminderte Hämoglobinkonzentration im Blut. Zudem lösen hormonelle Umschwünge im Körper Migräne aus. Deshalb leiden zwei- bis dreimal mehr Frauen als Männer daran. Schuld ist das Östrogen im Blut. Das Risiko, unter Migräne zu leiden, erhöht sich in der Pubertät und sinkt in den Wechseljahren. Ein weiterer Auslöser ist Stress in seinen unzähligen Facetten.

Symptome bei einer Migräneattacke

Die Migräne äußert sich in Form von heftigen stechenden oder pochenden, manchmal auch ziehenden Schmerzattacken.

Sie wird in 22 Arten unterschieden und ereignet sich durchschnittlich etwa zweimal monatlich. Tritt sie häufiger auf, sprechen Ärzte von chronischer Migräne. Meist gehen einer Migräneattacke Anzeichen voraus, die man als Aura bezeichnet.

Die Aura kann folgende Symptome haben:

  • Erhöhte Licht- und Lärmempfindlichkeit,
  • Übelkeit,
  • Appetitlosigkeit
  • Taubheits-, Lähmungs- sowie Kribbelgefühl im Gesicht
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Frösteln
  • Nackenschmerzen

Diese Schmerzattacken können sich vor oder während der Menstruation der Frau erhöhen. Etwa zwischen vier Stunden und drei Tagen kann der Schmerz anhalten und wandert häufig von einer Gehirnhälfte zur anderen.

Da Migräne sehr spezifische Symptome hat, haben wir hier einen Test für Sie, in dem Sie herausfinden können, ob Sie wirklich an Migräne leiden, oder die Kopfschmerzen eventuell auf etwas anderes zurückzuführen sind:

Haben Sie wiederkehrende Kopfschmerzattacken?

Noch weiter unten finden Sie zur Übersicht noch eine Checkliste mit typischen Migräne-Symptomen, an der Sie sich orientieren können.

Diagnose von Migräne

Für eine Diagnose und um einen geeigneten Therapieplan erstellen zu können, empfehlen Ärzte, ein Kopfschmerz-Tagebuch zu führen. Darin sollen Zeitpunkt, Situationen, Dauer, Häufigkeit, Intensität und Begleiterscheinungen der Schmerzen festgehalten werden. Um den Verdacht auf schwere Krankheiten auszuschließen, kann der Patient mithilfe einer Magnetresonanztomografie (MRT) oder einer Computertomografie (CT) untersucht werden. In vielen Fällen werden zudem Röntgenbilder der Nasennebenhöhlen, des Halsbereiches oder der Zähne angefertigt.

Behandlung der stechenden Kopfschmerzen

Bei Migräne werden im Normalfall Schmerzmittel verschrieben, die schnell wirken, aber auch eine Reihe von Nebenwirkungen mit sich bringen. In der Apotheke sind klassische Arzneimittel, wie Ibuprofen, Paracetamol, Medikamente, die Acetylsalicylsäure enthalten, oder Diclofenac-Präparate rezeptfrei erhältlich. Diese verursachen jedoch häufig Magen-Darm-Beschwerden und schädigen langfristig wichtige Körperorgane. Von der Einnahme starker Migränemedikamente, wie Triptanen, wird generell abgeraten.

Auch Botox darf offiziell zur Migräne-Behandlung eingesetzt werden. Hier werden kleine Mengen Botox in Gesichts-, Kopf- und Nackenmuskulatur gespritzt. Laut einer Studie verringere sich die der Migräne-Zeitraum um neun Tage. Der Effekt halte zwischen drei und sechs Monate an, danach müsse nachgespritzt werden. Nebenwirkungen könnten Muskelschwäche, ein hängendes Augenlid oder Spannungsgefühle in den Muskeln sein.

Vorbeugung von Migräne

Die beste Medizin bei Migräneattacken sind Ruhe und Schlaf. Helfen können präventiv Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung.

Weiterhin sind Akkupunktursitzungen, regelmäßige Bewegung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ratsam. Studien haben ergeben, dass regelmäßige Bewegung die Dauer, Häufigkeit und Intensität von Migräne vermindert.

Lernen Sie außerdem Ihren Körper kennen und machen Sie sich über Heilkräuter sowie deren Verwendung schlau, um Schmerzen eventuell so in den Griff zu bekommen. Konkordanz-Therapien können helfen, mit belastenden Situationen umzugehen, denn oft verbergen sich hinter Migräne- und Kopfschmerzausbrüchen psychologische Störungen.


Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Checkliste: Habe ich Migräne?

 

ja/neinSymptome
 wiederkehrende Kopfschmerzen
 pochende, meist einseitige Kopfschmerzen
 Dauer der Kopfschmerzen 4 bis 72 Stunden
 Übelkeit
 Erbrechen
 Appetitlosigkeit
 Magen-Darm-Probleme, Verstopfung
 Heißhunger auf süße oder fettige Nahrungsmittel
 Müdigkeit und Gähnen
 depressive Verstimmung
 Überaktivität
 Euphorie
 Irritierbarkeit
 Innere Unruhe
 Gefühl der Benommenheit
 Konzentrationsstörungen
 Sehstörungen
 Sprachstörungen
 Lähmungserscheinungen
 Ödeme (Wasseransammlungen)
 Lärmempfindlichkeit
 Lichtempfindlichkeit
 Geruchsempfindlichkeit
 Motorische Störungen
Kaliummangel: Das solltest du unbedingt wissen
Kaliummangel: Das solltest du unbedingt wissen Welche Lebensmittel enthalten Kalium? 00:01:11
00:00 | 00:01:11

Finden Sie in unserer Video-Playlist weitere spannende und interessante Beiträge rund um die Themen Gesundheit, Wohlfühlen, Fitness und Ernährung. Viel Spaß beim Durchklicken!

Anzeige