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Gesundheitslexikon: Midazolam

Midazolam: schnelle Hilfe bei Krampfanfällen

Midazolam ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine, die zu den Tranquilizern gehören. Wie alle Benzodiazepine kann Midazolam mittel- und langfristig physisch und psychisch abhängig machen und sollte deswegen nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Jedoch gibt es klare Indikationen, wann der Einsatz von Midazolam angezeigt ist.

Was ist Midazolam?

Midazolam gehört zu den sehr potenten Benzodiazepinen mit kurzer Wirkdauer. Diese beträgt etwa vier Stunden. Die Wirkung tritt sehr rasch ein, wodurch sich spezielle Anwendungsgebiete ergeben. Eine Verabreichung erfolgt entweder in Form von Tabletten, in Form von Injektionen, nasal oder rektal. Es handelt sich um ein Benzodiazepin, das zur jüngeren Generation gehört und sich vor allem hinsichtlich seiner kurzen Halbwertzeit von älteren Benzodiazepinen wie dem Diazepam unterscheidet. In Deutschland ist es unter den Handelsnamen ‚Dormicum‘ und ‚Buccolam‘ erhältlich.

Wirkung

Midazolam hat eine Angst lösende, allgemein entspannende, Schlaf anstoßende, Krampf lösende und Muskel entspannende Wirkung. Auch die Skelettmuskulatur reagiert auf die Gabe von Midazolam. Zudem hat die Anwendung eine retrograde Amnesie zur Folge. Dies bedeutet, dass während der Wirkdauer Gedächtnislücken auftreten. Therapeutisch kann dies in bestimmten Situationen durchaus erwünscht sein, beispielsweise während Operationen oder in der Notfallmedizin.

Anwendungsgebiete

Durch die spezielle Wirkungsweise von Midazolam wird es vorwiegend zur Prämedikation vor Operationen, in der Notfallmedizin, bei epileptischen Anfällen und in der Intensivmedizin angewendet. Da die Wirkung sehr schnell und stark eintritt, aber vergleichsweise nur kurz anhält, ist Midazolam bei Krampfanfällen, operativen Eingriffen und in der Notfallmedizin angezeigt. Auch bei Kleinkindern, die Krampfanfälle erleiden, wird es angewendet. Bei akuten psychiatrischen Erkrankungen kommt es hingegen nicht zum Einsatz, im Gegensatz zu anderen gängigen Benzodiazepinen wie Diazepam oder Lorazepam.

Wichtige Hinweise

Midazolam kann bereits nach wenigen Wochen der Einnahme eine psychische und physische Abhängigkeit verursachen. Aus diesem Grunde ist es als Langzeitmedikament nicht geeignet. Zudem kann sich schon nach kurzer Zeit eine Toleranz entwickeln. Dies bedeutet, dass immer höhere Dosen des Wirkstoffes notwendig sind, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Ein abruptes Absetzen nach längerer Einnahmedauer kann zu schweren Entzugserscheinungen auf körperlicher und psychischer Ebene führen (Krampfanfälle, Panikattacken etc.). Midazolam unterliegt aufgrund der Missbrauchsgefahr dem Betäubungsmittelgesetz und ist verschreibungspflichtig. Zu beachten ist, dass die Kombination von Alkohol, zentral dämpfenden Pharmaka und Midazolam unterbleiben sollte, da sich die Wirkungen in unvorhersehbarer Weise verstärken können. Während der Schwangerschaft und der Stillzeit sollte Midazolam nicht angewendet werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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