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Gesundheitslexikon: Metronidazol

Metronidazol: wirksames Antibiotikum

Metronizadol ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Nitroimidazole. Es wird bei bakteriellen Infektionen durch Keime eingesetzt, die sich bevorzugt im sauerstofffreien Milieu vermehren (Anaerobier) sowie gegen einzellige parasitäre Krankheitserreger (Protozoen).

Wirkung

Metronidazol dringt in anaerobe Bakterien und Protozoen ein und wird dort durch spezielle Enzyme aufgespalten. Die dadurch entstehenden Verbindungen schädigen das Erbgut der Keime, die Krankheitserreger werden abgetötet. Außerdem wirkt Metronidazol entzündungshemmend.

Anwendungsgebiete

Mit Metronidazol werden vor allem bakterielle Infektionen des Magen-Darm-Traktes, der weiblichen Geschlechtsorgane sowie Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren-, Kiefer- und Mundbereich behandelt. Weitere Anwendungsgebiete sind Infektionen der Scheide und der Harnröhre durch Trichomonaden sowie parasitäre Darmerkrankungen wie Amöbenruhr und Giardiasis. Vor Operationen wird Metronidazol häufig vorbeugend verabreicht, um Entzündungsreaktionen zu verhindern. Zur äußerlichen Anwendung von entzündlichen Hauterkrankungen wie Rosacea, Ekzemen, Abszessen oder Infektionen im Mundbereich wird der Wirkstoff in Form einer Creme oder eines Gels aufgebracht. Zur innerlichen Anwendung kommen Tabletten oder Dragees zum Einsatz, in schweren Fällen kann eine Infusionstherapie notwendig sein. Zur vaginalen Behandlung stehen Scheidenzäpfchen zur Verfügung. Auch bei Kindern unter sechs Jahren darf der Wirkstoff angewendet werden, hier am besten in Form von Zäpfchen, da die Tabletten für Kleinkinder schwierig zu schlucken sind. Metronidazol ist in jeder Darreichungsform verschreibungspflichtig.

Das müssen Sie beachten

Dosierung und Dauer der Anwendung richtet sich nach Art und Schwere der Infektion. Das vom Arzt verordnete Therapieschema sollte niemals eigenmächtig verändert werden: Bei einer zu kurzen oder zu niedrig dosierten Einnahme drohen ein Rückfall und langfristig eine Resistenz der Bakterien gegen den Wirkstoff. Üblicherweise werden Metronidazol-Präparate höchstens zehn Tage angewandt, im Einzelfall kann aber eine längere Behandlung notwendig sein.

Als Nebenwirkungen können Übelkeit, Magenbeschwerden, Durchfall, Kopfschmerzen und Störungen des Geschmackssinns auftreten. Da die Abbauprodukte des Medikaments über die Nieren ausgeschieden werden, ist häufig eine Verfärbung des Urins zu beobachten.

Metronidazol kann mit anderen Arzneimitteln in Wechselwirkung treten und deren Wirkung entweder verstärken oder herabsetzen. Betroffen sind hiervon insbesondere Gerinnungshemmer, Medikamente gegen Epilepsie sowie Schlaf- und Beruhigungsmittel. Vergessen Sie daher nicht, Ihrem Arzt alle Arzneimittel anzugeben, die Sie einnehmen!

Bei einer bekannten Allergie gegen den Wirkstoff sowie bei schweren Leberschäden, Blutbildungsstörungen und bestimmten Erkrankungen des Nervensystems darf Metronidazol nicht eingesetzt werden. Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird der Arzt Risiko und Nutzen einer Einnahme sorgfältig abwägen.

Metronidazol und Alkohol vertragen sich nicht! Während der Behandlung sollten Sie auf Alkohol vollständig verzichten, da ansonsten unangenehme Nebenwirkungen wie Hautrötungen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen auftreten können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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