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Gesundheitslexikon: Metoprolol

Metoprolol bei Herzerkrankungen: So wirkt das Medikament

Geht es nach den Verkaufszahlen, dann ist Metoprolol der Star unter den in Deutschland eingesetzten Beta-Blockern. Mit dem Mittel soll der Blutdruck gesenkt werden und insgesamt der Druck vom Herzen weichen. Wie funktioniert der Wirkstoff genau?

Was ist Metoprolol?

Der Wirkstoff Metoprolol ist ein Stoff zur Behandlung von Bluthochdruck, koronarer Herzerkrankungen, Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen. Der Arzneistoff wird auch in der Notfallmedizin eingesetzt, wenn ein akuter Herzinfarkt behandelt werden muss.

Metoprolol wirkt auf das Herz, die Herzkranzgefäße und das umliegende Gewebe. Dafür blockiert der Wirkstoff die sogenannten Beta-Adrenozeptoren (auch β-Adrenozeptoren genannt). Dies führt dazu, dass durch die Blockade die Schlagfrequenz des Herzens, die Kontraktionskraft und die Erregungsleitungsgeschwindigkeit insgesamt herabgesetzt werden. Metoprolol gehört zur modernsten Riege der Beta-Blocker und wirkt relativ lokal nur auf das Herz.

Wie wirkt Metoprolol auf den Körper?

Das Medikament wird überwiegend oral in Form von Tabletten oder Kapseln aufgenommen. Es passiert den Magen und den Dünndarm und wird von dort in die Leber verstoffwechselt, wo die Wirkungsweise beginnt. Metoprolol wirkt bereits nach spätestens zwei Stunden. Der Herzschlag verlangsamt sich und der Patient empfindet ein befreites Gefühl im Brustkorb. Nun zirkuliert der Stoff für ungefähr drei bis fünf Stunden gut nachweisbar durch den Blutkreislauf und führt die gewünschte hemmende Wirkung auf die Beta-Adrenozeptoren aus. Nach maximal fünf Stunden fällt der Metoprolol-Spiegel im Blut dann kontinuierlich wieder ab.

Das Besondere in der Wirksamkeit von Metoprolol ist, dass innerhalb des Körpers nur die speziellen Beta1-Adrenozeptoren angesprochen werden, welche auch nur im Herzen selbst und dem umliegenden Gewebe zu finden sind. Bei früheren Präparaten wurden nämlich zudem die Beta2-Adrenozeptoren, welche auf die Bronchien, die Harnblase, die Leber und die Muskulatur wirken, ebenfalls mit blockiert. Dies führte bei jenen Medikamenten zu vielen unerwünschten Symptomen. Metoprolol hemmt nur die Beta1-Adrenozeptoren, wodurch der Patient eine spürbare Entspannung der Herzfrequenz, und damit einhergehend des allgemeinen Wohlbefindens, verspürt.

Bei welchen Beschwerden kann Metoprolol eingesetzt werden?

Metoprolol ist das Mittel der Wahl, wenn unspezifische oder konkrete Herzbeschwerden auftreten. Mit diesem Präparat können Bluthochdruck, koronare Herzerkrankungen und Herzinsuffizienz behandelt werden. Im intensivmedizinischen Notfall wird damit auch ein Herzinfarkt therapiert.

Aufgrund der besonderen Eigenschaften kann Metoprolol auch zur prophylaktischen Behandlung bei Migräne eingesetzt werden. Die Art und Weise der Wirkung ist aber in diesem Fall noch nicht hinlänglich geklärt.

Da es sich um ein tief in den Stoffwechsel des Menschen eingreifendes Produkt handelt, ist Metoprolol verschreibungspflichtig.

Was sollte man bei der Einnahme von Metoprolol beachten?

Metoprolol wird therapeutisch gerne in Form von Retardtabletten verordnet, wenn sichergestellt werden soll, dass der Patient über den Tag verteilt immer die gleiche Dosis an Wirkstoff im Blut haben soll. Auch gibt es Kombipräparate, die eine harntreibende Wirkung mit sich bringen. Mit ihnen soll weiterer Druck vom Herz-Kreislauf-System genommen werden.

Patienten sollten beachten und berücksichtigen, dass es bei der Einnahme zu einigen, auch umfangreichen und schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen kann. Bei der Aufnahme weiterer Medikamente kann es zu Wechselwirkungen kommen. Ebenso sollten Diabetiker und Nierenkranke Metoprolol nur beschränkt und nach gründlicher Rücksprache mit dem Arzt einnehmen. Ferner sollten Menschen, die Metoprolol dauerhaft einnehmen, möglichst auf den Konsum von Alkohol verzichten. In der Schwangerschaft und während des Stillens sollten Sie das Mittel nicht einnehmen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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