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Gesundheitslexikon: Methotrexat

Methorexat im Einsatz gegen Krebs und Rheuma

Methorexat ist ein Arzneistoff aus der Wirkstoffklasse der Zytostatika und wird auch als MTX bezeichnet. MTX wird als Zytostatikum in der Chemotherapie und in niedriger Dosierung zur Behandlung von Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis eingesetzt.

Wirkungsweise

MTX ist ein Gegenspieler der Folsäure. Der Arzneistoff hemmt das Enzym Dihydrofolreduktase und verhindert so die Umwandlung der Dihydrofolsäure in Tetrahydrofolsäure. Die Tetrahydrofolsäure ist für die Produktion von Teilen des Erbguts und Proteinen innerhalb der Zelle unabdingbar. Somit wirkt Methorexat in höheren Dosen hemmend auf das Zellwachstum und die Zellteilung. Insbesondere Gewebe mit einem starken Wachstum wie Krebszellen, Knochenmarkszellen oder Haut- und Schleimhautzellen sind von der Wirkung betroffen.

Anwendungsgebiete

Aufgrund der wachstumshemmenden Wirkung auf die Zellen kommt MTX im Rahmen der Chemotherapie bei verschiedenen Krebserkrankungen zum Einsatz. Typische Indikationen sind die lymphatische und die myeloische Leukämie, Brustkrebs, Hirntumore, Tumore im Halsbereich, Bronchialkrebs, Eierstockkrebs und Blasenkrebs. Methorexat wird aber auch zur Behandlung von nicht krebsartigen Erkrankungen genutzt. In niedrigeren Dosierungen verabreichen Ärzte MTX bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Dazu gehören zum Beispiel die chronische Polyarthritis oder Gefäßentzündungen (Vaskulitiden). Auch zur Therapie der Schuppenflechte wird Methorexat verwendet. Weitere Indikationen für den Einsatz von Methorexat sind Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaften. Der Arzneistoff wirkt sich auch auf die schnellen Teilungen der Eizelle aus, sodass die Eizelle sich unter MTX nicht mehr teilt und die Schwangerschaft folglich beendet wird. Auch hier ist die Dosierung viel geringer als in der Krebstherapie. MTX ist in allen Dosierungen verschreibungspflichtig.

Nebenwirkungen

Die Hauptwirkung von MTX sorgt zugleich auch für die Nebenwirkungen. Die Hemmung der Zellteilung führt zu einer erhöhten Infektanfälligkeit, Anämien, Mangel an weißen Blutkörperchen und Haarausfall. Die Nebenwirkungen treten insbesondere bei der hoch dosierten Gabe bei Tumoren auf. Jedoch können sich auch bei langjähriger niedrig dosierter Verabreichung Nebenwirkungen bemerkbar machen. Weitere typische Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Vor allem bei längerer Gabe kommt es zu Nieren- und Blasenschädigungen, Schleimhautentzündungen und Störungen im Zentralnervensystem.

Gegenanzeigen

Eine Schwangerschaft muss vor der Behandlung mit Methorexat unbedingt ausgeschlossen werden. Andernfalls können beim Ungeborenen Schäden im Erbgut entstehen, die zu Behinderungen führen können. Auch nach Abschluss der Behandlung mit MTX darf in den folgenden drei bis sechs Monaten keine Schwangerschaft eintreten. Ferner darf MTX nicht bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen, Leberschäden, hohem Alkoholkonsum, schweren Infektionen oder Magen- und Darmgeschwüren eingesetzt werden. Bei Patienten mit eingeschränkter Lungenfunktion, chronischen Infektionen, Diabetes mellitus und Folsäuremangel sollte die Gabe nur unter strenger Abwägung von Nutzen und Risiko gegeben werden.

Wechselwirkungen

Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Acetylsalicylsäure, Antiepileptika, Schlafmittel, diverse Rheumamittel sowie die Antibiotika Penicillin und Cefalotin können den Effekt von MTX verstärken. Glukokortikoide und das Gichtmittel Allopurinol verringern hingegen die Wirkung. Während der Therapie mit MTX muss Alkohol auch in geringen Mengen gemieden werden, da ansonsten das Risiko einer Leberschädigung stark erhöht ist.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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