Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Methadon

Bild: Methadon wird auf einen Würfel Zucker getropft
Mathadon wird oral verabreicht und hat einen unangenehmen Geschmack. © imago/imagebroker/begsteiger, imago stock&people

Methadon – die berühmte Ersatzdroge

Methadon ist ein vollsynthetisch hergestelltes Arzneimittel aus der Familie der Opioide. 1939 von den deutschen Chemikern Max Bockmühl und Gustav Ehrhart entwickelt, hat sich der Wirkstoff als Substitutionsmittel etabliert. Vor allem beim Heroinentzug wird Methadon als Ersatzdroge verwendet. Der Wirkstoff wird anstatt des Heroins verabreicht und die Dosis dabei stetig reduziert, um die Entwöhnung voranzutreiben. Die Verwendung von Methadon ist im Betäubungsmittelgesetz geregelt. Das Arzneimittel ist verkehrs- und verschreibungsfähig. Ungenehmigter Handel und Besitz machen strafbar. Seit einiger Zeit wird Methadon auch zur Krabsbehandlung eingesetzt. Ob das Medikament wirklich Krebsleiden lindern kann erfahren Sie weiter unten im Text

Wirkungsweise von Methadon

Methadon hat eine ähnliche Wirkung wie Heroin und bindet an den gleichen Rezeptoren. Es wirkt stark schmerzlindernd, erzeugt aber nicht die für das Heroin typische Euphorie. Bei Heroinabhängigkeit kann Methadon Entzugssymptome lindern oder sogar ganz verhindern.

Allerdings macht die Methadoneinnahme über einen längeren Zeitraum ebenso abhängig wie Heroin. Im Entzug wird deshalb die Dosierung immer wieder verringert. Die Wirkung von Methadon tritt nach rund einer halben Stunde ein und hält für etwa 24 Stunden an. Der Höhepunkt der Wirksamkeit ist in der Regel nach vier Stunden erreicht. Anders als Heroin wird Methadon oral aufgenommen. Das Arzneimittel wird aufgrund des unangenehmen Geschmacks häufig mit Fruchtsaft oder Wasser gemischt. Nach etwa einem Tag wird das Mittel über die Niere und die Leber ausgeschieden.

Das Arzneimittel Levomethadon ist eine bestimmte Form des Wirkstoffes und kommt aufgrund der ausgezeichneten schmerzstillenden Wirkung häufig in der Schmerztherapie zum Einsatz. In diesem Fall wird der Wirkstoff zumeist intravenös verabreicht, um eine schnellere Wirkung zu erzielen.

Methadon zur Krebsbehandlung?

Forscher haben festgestellt, dass das Arzneimittel die Wirkung von Chemotherapeutika erhöht. Dennoch ist bisher nicht ganz geklärt, ob und wie das Schmerzmedikament bei Krabspatienten wirkt. Einige Mediziner warnen davor falsche Hoffnung zu schüren, da es noch keine eindeutigen Studien zu diesem Thema gebe. Sehen Sie in unserem Video Kritiker und Befürworter des Methadoneinsatzes bei Krebsleiden und machen Sie sich selbst ein Bild:

Darum wird Methadon nicht von Ärzten eingesetzt
Darum wird Methadon nicht von Ärzten eingesetzt Wunderheilmittel gegen Krebs gefunden? 00:10:50
00:00 | 00:10:50

Nebenwirkungen des Schmerzmittels

Methadon kann Unruhe und Schlaflosigkeit verursachen. Es kann außerdem zur Sedierung, zu einer Verlangsamung der Herztätigkeit oder zu Atembeschwerden kommen. Zudem berichten Patienten von Erbrechen, Durchfall und Übelkeit oder Juckreiz, Schwitzen sowie Mundtrockenheit. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind die Verkleinerung der Pupillen, Probleme beim Wasserlassen oder der Libidoverlust.

Das passiert bei einer Überdosierung von Methadon

Methadon wird in der Substitutionstherapie einmal pro Tag geschluckt. Passiert dies anfangs noch unter Aufsicht, so kann der Patient bei bestimmten Rahmenbedingungen nach einiger Zeit die Anwendung auch zu Hause fortführen. Die Dosierung ist immer strengstens einzuhalten, denn eine Überdosierung kann fatale Folgen haben. Atem- oder Kreislaufstillstand, Schock, Krämpfe oder ein Lungenödem können dem Patienten sogar das Leben kosten.

Vorsicht ist zudem bei Wechselwirkungen geboten. Beruhigungs- und Schlafmittel, Antipsychotika, Medikamente gegen Depressionen oder Alkohol können die Wirkung von Methadon verstärken.

Methadon in der Kritik

Nicht alle Mediziner und Drogentherapeuten sind von der Sinnhaftigkeit von Methadon als Substitution im Heroinentzug überzeugt. Der größte Kritikpunkt ist die drohende Abhängigkeit, denn ein Methadon-Entzug gestaltet sich als äußerst schwierig. Zudem kritisieren Drogenexperten, dass der Wirkstoff zwar die körperliche Abhängigkeit von Heroin heilen kann, die Sucht an sich aber noch lange nicht besiegt ist. Außerdem wird Methadon häufig missbräuchlich als Droge verwendet. Entweder, indem der Wirkstoff auf dem Schwarzmarkt landet, die Dosis eigenmächtig erhöht oder indem eine andere Applikationsform gewählt wird.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden. Der Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

Abnehmfehler: Das müssen Sie ändern!
Abnehmfehler: Das müssen Sie ändern! Vor allem morgens 00:01:12
00:00 | 00:01:12

Finden Sie in unserer Video-Playlist weitere spannende Beiträge rund um die Themen Wohlfühlen, Gesundheit, Fitness und Ernährung. Viel Spaß beim Durchklicken!

Anzeige