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Gesundheitslexikon: Meteorismus (Blähbauch)

Ein Blähbauch ist eine unangenehme Sache
Ein Blähbauch kann größere Beschwerden bereiten. Das sollten Sie über Meteorismus wissen. © Getty Images/iStockphoto, OcusFocus

Meteorismus – Blähbauch durch zu viel Gas im Verdauungstrakt

Meteorismus ist der medizinische Begriff für einen Blähbauch. Er entsteht durch die übermäßige Ansammlung von Gasen in Dickdarm oder Magen. Diese Gase verursachen häufig Schmerzen, da sie nur im geringen Maß entweichen.

Ursachen

Meist ist ein Blähbauch nur ein vorübergehendes Phänomen, zum Beispiel durch das Verschlucken von zu viel Luft bei hastigem Essen. Auch durch fette Speisen oder blähende Nahrungsmittel kann kurzfristig ein aufgeblähter Bauch entstehen. Häufige Ursache für einen permanenten Blähbauch ist eine schlaffe Bauchmuskulatur. Bei der Entstehung von Gasen im Verdauungstrakt führt dies schnell zu einer Anschwellung des Bauchraums, da er nicht von Muskeln zusammengehalten wird. Meteorismus kann auch ein Hinweis auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sein. Die vermehrte Gasproduktion im Dickdarm hängt oft mit einer ballaststoffreichen Ernährung zusammen. Darin enthaltene Zellulose wird durch die Bakterien im Darm (Darmflora) teilweise abgebaut, wodurch mehrere Liter Wasserstoff pro Tag entstehen. Dieses Gas wiederum wird von anderen Bakterien in zwei bis vier Liter Methangas pro Tag umgewandelt. Somit entsteht ein Gasgemisch, das entweder über die Darmwand ins Blut gelangt und dann wieder ausgeatmet wird oder als ‚Wind‘ (Flatus) durch den Anus entweicht. Ist beides nicht der Fall, entsteht eine übermäßige Gasansammlung im Magen-Darm-Bereich. Meteorismus kann auch durch eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, einen Darmverschluss sowie durch Herzinsuffizienz oder Leberzirrhose ausgelöst werden.

Symptome

Meteorismus zeigt sich vor allem durch einen kugelförmig aufgeblähten Bauch, verursacht durch Gase, die nicht entweichen können. Oft gehen die Beschwerden mit Durchfall, Verstopfung, Völlegefühl oder Bauchkrämpfen einher. Im Bauch machen sich die Gase durch Gluckern oder Rumoren bemerkbar.

Diagnose

Für die Diagnose der Erkrankung wird zunächst die Einnahme von Medikamenten, Vorerkrankungen sowie Ernährungs- und Lebensgewohnheiten abgeklärt. Das Abklopfen der Bauchwand gibt Aufschluss über Ort und Ausmaß der Gasansammlungen. Auch eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung des Bauchs sowie Stuhl- oder Blutuntersuchungen werden zur Abklärung herangezogen. Spezielle Tests können den Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (zum Beispiel Laktoseintoleranz) bestätigen.

Behandlung

Die Therapie des Meteorismus kann nur über die Behandlung derjenigen Erkrankungen erfolgen, die den geblähten Bauch verursachen. Wenn die Blähungen starke Bauchkrämpfe verursachen, wird der Arzt krampflösende Mittel (Spasmolytika) verschreiben. Tees oder pflanzliche Arzneimittel, in denen zum Beispiel Kümmel, Fenchel, Ingwer oder Anis enthalten sind, setzen Bitterstoffe frei, welche die Verdauungssäfte anregen und die Gasansammlungen dadurch reduzieren. Auch eine Wärmflasche kann helfen, Blähungen und Bauchkrämpfe zu lindern.

Vorbeugen gegen einen Blähbauch

Gesunde und ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung können Meteorismus verhindern. Blähende Nahrungsmittel (Zwiebeln, Kohl, Hülsenfrüchte), Kohlensäure, zu fette und zu süße Speisen sind zu meiden. Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag und bewusstes Kauen sind gut für eine bessere Verdauung. Der Aufbau von Bauchmuskeln hält den Bauch ‚in Form‘.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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