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Gesundheitslexikon: Metabolisches Syndrom

Metabolisches Syndrom: Das steckt hinter dem Syndrom X

Beim Metabolischen Syndrom handelt es sich nicht um eine Krankheit im klassischen Sinn, sondern um eine Kombination verschiedener Symptome. Zu den auffälligsten Merkmalen zählen die bauchbetonte Fettsucht, die Insulinresistenz, Bluthochdruck und Stoffwechselstörungen. Das Metabolische Syndrom, kurz ‚MetS‘ oder ‚Syndrom X‘ genannt, ist eine typische Begleiterscheinung unserer Wohlstandsgesellschaft. Ungesunde Lebensmittel im Überfluss kombiniert mit wenig körperlicher Betätigung sind ein perfekter Nährboden für Übergewicht. Dies wiederum führt zum Metabolischen Syndrom, das für eine Reihe von Herzkreislauferkrankungen verantwortlich ist. Schlaganfall, Herzinfarkt, die koronare Herzkrankheit, Schädigungen der Nieren oder Stoffwechselstörungen sind die Folge.

Ursachen

Wie bei vielen anderen Erkrankungen ist auch die Ursache des Metabolischen Syndroms nicht restlos geklärt. Mediziner sind sich aber einig, dass Übergewicht mit ausgeprägten Fettzellen im Bauch eine wichtige Rolle spielt. Beim Metabolischen Syndrom wirken viele Faktoren zusammen. So kann etwa eine genetisch bedingte Veranlagung zur Insulinresistenz durch falsche Ernährung und einen ungesunden Lebensstil gefördert werden. Bei einem konstant hohen Insulinspiegel ist auch das Hungergefühl stetig da. Infolge der hohen Kalorienaufnahme lagern sich Fett und Cholesterin in den Blutgefäßen ab und der Blutfett- und Cholesterinstoffwechsel ändern sich. Zur Schädigung des Herzkreislaufsystems trägt auch die gestörte Ausscheidung von Salzen über die Niere bei. Bluthochdruck, verursacht durch hohe Mengen an Natrium, zieht Verletzungen der Gefäßinnenwand und Schädigungen der Organe mit sich. Neben dem ungesunden Lebensstil können auch Erbanlagen oder Rauchen das Metabolische Syndrom begünstigen.

Symptome

Das MetS wird häufig im Zuge von Vorsorgeuntersuchungen oder bei schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall diagnostiziert. Die genaue Definition und die Grenzwerte variieren je nach Klassifizierung des bewertenden Instituts (WHO, NCEP oder IDF). In der Regel treten aber folgende Symptome auf: Besonders auffälliges Merkmal des Syndrom X ist das Übergewicht. Als stark gefährdet gelten Menschen, deren Fettpolster sich vor allem in der Bauchregion (‚Apfeltyp‘ oder ‚Bierbauch‘) entwickeln. Zudem werden erhöhte Blutfettwerte gemessen, das ‚gute‘ HDL-Cholesterin ist gesenkt. Patienten leiden unter Insulinresistenz oder Diabetes mellitus Typ 2 und unter Bluthochdruck. Letzterer kann sich durch Schwindel, Kopfschmerzen oder Nasenbluten zeigen.

Diagnose

Um das Metabolische Syndrom diagnostizieren zu können, muss der Arzt verschiedene Parameter prüfen. Gemessen werden Werte wie der BMI, der Taillenumfang, der Blutzucker, die Blutfette und der Blutdruck. Um Folgeerkrankungen zu ermitteln, können zudem weiterführende Untersuchungen wie ein EKG, ein Belastungs-EKG oder ein Nierenultraschall notwendig sein.

Behandlung

Erklärtes Ziel der Therapie ist es, das Risiko für Folgeerkrankungen zu reduzieren. Leider ist es dafür oft schon zu spät, denn die Symptome des ungesunden Lebensstils treten in der Regel erst im fortgeschrittenen Stadium auf. Ein individueller Diätplan sowie die Änderung der Lebensgewohnheiten sind die wichtigsten Pfeiler der Behandlung. Viel Bewegung sowie eine ausgewogene kohlenhydrat- und fettarme Ernährung mit wenig Salz können dem Bluthochdruck entgegenwirken. Leidet der Patient bereits an Diabetes, ist der Stoffwechsel schon stark in Mitleidenschaft gezogen oder ist das Risiko einer Herzkreislauferkrankung besonders hoch, ist eine Medikamententherapie notwendig.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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