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Gesundheitslexikon: Meningeom

Meningeom - meist gutartiger Tumor der Hirnhaut

Ein Meningeom stellt einen meist gutartigen Tumor der Hirnhaut dar. Dabei ist eine Hirnhautschicht betroffen, die auch als Spinnengewebshaut (Arachnoidea) bezeichnet wird. Die Spinnengewebshaut umgibt das gesamte Gehirn und kleidet auch die Hirnkammern (Hirnventrikel) aus, welche das Hirnwasser enthalten. Auch das Rückenmark wird von einer Spinnengewebshaut umgeben. Die Arachnoidea gehört zum Zentralnervensystem. Das Meningeom stellt ungefähr 25 Prozent aller Tumoren des zentralen Nervensystems (ZNS) dar. In der Regel bildet es keine Metastasen. Allerdings verdrängt es während seines Wachstums benachbartes Hirngewebe. Beschwerden werden durch die Verdrängung wichtiger Hirnareale hervorgerufen. Neben diesem gutartigen Meningeomen (Tumorgrad I) gibt es in seltenen Fällen auch atypische und anaplastische Meningeome. Atypische Meningeome (Tumorgrad II) wachsen relativ schnell und bilden nach ihrer Entfernung häufig Rezidive. Sie kommen in circa sieben Prozent der Fälle vor. Das sehr seltene anaplastische Meningeom (Tumorgrad III) wächst schnell und bildet Metastasen. Seine Prognose ist nicht günstig. Allerdings gehören nur drei Prozent aller Meningeome zum Tumortyp III. Es wurde festgestellt, dass deutlich mehr Frauen als Männer an Meningeomen leiden. Der Grund dafür ist nicht bekannt. Meist entwickeln ältere Personen im Alter von 40 bis 60 Jahren diese Hirntumore. Je früher sich der Tumor entwickelt, desto großer ist das Risiko einer bösartigen Entartung. Bei neun Prozent aller Patienten kommen auch multiple Meningeome vor.

Ursachen

Die Ursachen für das Entstehen eines Meningeoms sind häufig nicht bekannt. So treten die meisten Tumoren sporadisch auf. Dabei werden häufig Genveränderungen beobachtet. Besonders Patienten mit Neurofibromatose vom Typ II oder bei Patienten, welche eine Therapie mit Radiobestrahlung bekommen, ist das Risiko für die Ausbildung eines Meningeoms erhöht.

Symptome

Meningeome machen sich oft lange Zeit nicht bemerkbar, da sie sehr langsam wachsen. Erst wenn die Verdrängung benachbarter Hirnbereiche deutlich wird, treten je nach Lage des Tumors spezifische Symptome auf. Zu den Symptomen gehören häufige Kopfschmerzen, Sehstörungen, Gangunsicherheiten oder neurologische Ausfälle. Manchmal kommt es zu gravierenden Persönlichkeitsveränderungen.

Diagnose

Da Meningeome sehr lange keine Beschwerden hervorrufen, wird meist nicht gezielt nach ihnen gesucht. In der Regel wird ein Meningeom bei Einsatz von bildgebenden Verfahren zufällig entdeckt. Bestehen bereits Beschwerden, entscheidet sich der Arzt bei Verdacht auf einen Hirntumor nach Erhebung der Anamnese der Krankengeschichte für den Einsatz von CT oder MRT. Mit diesen bildgebenden Verfahren können Meningeome sehr gut festgestellt und deren Wachstumsverlauf beobachtet werden.

Behandlung

Die Therapie bei einem Meningeom richtet sich nach seiner Lage im Gehirn, seiner Größe und dem Grad der gesundheitlichen Beeinträchtigung. Bei günstiger Lage kann der Tumor durch einen chirurgischen Eingriff vollständig entfernt werden. Befindet er sich in einer gefäßreichen Region, kann seine Versorgung durch eine Embolisation (künstlicher Verschluss der Blutgefäße) gestört werden. Dabei sterben die Tumorzellen ab. Bei unvollständiger Entfernung des Meningeoms kann sich eine Strahlentherapie zur vollständigen Zerstörung der Tumorzellen anschließen. Bei kleinen Meningeomen ohne Symptome wird oft nicht operiert, weil das Risiko für Schäden durch den Eingriff höher ist als durch den Tumor selbst.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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