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Gesundheitslexikon: Melanin

Melanin – farbgebende Substanz

Melanin steckt in unserer Haut, in unserer Aderhaut und in unseren Haaren. Es handelt sich um ein Pigment, das von den Melanozyten unseres Körpers produziert wird und eine schwarz-braune bis rötliche Farbe hat. Dunkles Melanin gilt als natürlicher Schutz vor UV-Strahlung.

Phäomelanin, Eumelanin und Allomelanin

Drei Arten von Melanin gibt es: das hellgelbliche Phäomelanin, das braune Eumelanin und alle weiteren Melanine, die als Allomelanine zusammengefasst werden. Melanin kommt nicht nur in unserem Körper vor, sondern in vielen anderen Lebewesen. In der Tinte des Tintenfischs, in verschiedenen Pflanzen, in Mikroorganismen, Insekten und Pilzen ist das Pigment zum Beispiel ebenso enthalten. Allomelanine kommen insbesondere in Mikroorganismen und Pflanzen vor. Ihnen liegen Hydroxybenzolen zugrunde. Eumelanin wird durch Prozesse der enzymatischen Oxidation gebildet und hat die Aminosäure Tyrosin zur Basis. In Phäomelanin ist dagegen Schwefel enthalten. In unserem Haar und unserer Haut liegt Melanin immer als Mischform aus Phäo-und Eumelanin vor. Hellhäutige, rothaarige Menschen haben einen höheren Anteil an Phäomelanin als dunkelhäutige, schwarzhaarige Menschen. Die Herstellung des Melanins ist die Aufgabe der Melanozyten. Sie werden durch Sonnenlicht und hormonelle Einflüsse zur Bildung des Pigments stimuliert.

Wozu wir Melanin brauchen

Melanin wird bei Sonneneinstrahlung gebildet. Die Wissenschaft geht mittlerweile davon aus, dass das Pigment als Lichtschutz dient und unsere Haut vor UV-Licht schützt. Zuzutreffen scheint das vor allem auf das Eumelanin. Menschen mit roten Haaren und heller Haut erkranken wesentlich häufiger an sonneninduziertem Hautkrebs als dunklere Typen, die einen höheren Anteil an Eumelanin in der Haut tragen. Die Sonnenschutz-Funktion von Eumelanin beruht auf photochemischen Prozessen. Der Farbstoff wird als UV-Filter aktiv, indem er über 99,9 Prozent der UV-Strahlungsenergie in Wärme umwandelt. Diese Umwandlung entspricht einer inneren Umwandlung des elektronisch angeregten Molekülzustands in Vibrationszustände des Moleküls. Die Umwandlung verkürzt die Lebensdauer von Molekülen in angeregtem Zustand und verhindert damit die Bildung von freien Radikalen, die uns beträchtlichen Schaden zufügen können und an der Entstehung von vielen Krankheiten beteiligt sind.

Melanin und Erkrankungen

Melanin spielt nicht nur eine positive Rolle für unsere Gesundheit, sondern kann in bestimmten Zusammenhängen auch negative gesundheitliche Auswirkungen haben. Noch relativ harmlos sind Über- oder Hyperpigmentierungserscheinungen der Haut, die sich als braune Flecke, Leberflecke, Muttermale und Sommersprossen manifestieren. Muttermale sind in diesem Zusammenhang hervorzuheben, da sie ab einer bestimmten Dicke, Flächigkeit, Farbe und Struktur mit dem Risiko der Entartung verbunden sind. Das bedeutet, dass sie sich zu schwarzem Hautkrebs entwickeln können und engmaschige Überwachung erfordern. Das maligne Melanom kommt nicht ausschließlich auf der Haut vor, sondern kann auch die Bindehaut oder die Schleimhäute betreffen. Entartete Melanozyten zeigen eine außergewöhnliche Tendenz, sich von ihren Plätzen im Hautverband zu lösen und an allen möglichen Körperstellen Metastasen hervorzubringen. Aus diesem Grund sollten Pigmentauffälligkeiten immer von einem Hautarzt abgeklärt werden.

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