Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Meiose

Meiose: die Halbierung des Chromosomensatzes

Meiose und Mitose sind zwei unterschiedliche Formen der Zellteilung. Während bei der Mitose der diploide (doppelte) Chromosomensatz der Zelle erhalten bleibt, wird bei der Meiose der Chromosomensatz halbiert. Beim Menschen sowie bei allen anderen Säugetieren findet die Meiose nur innerhalb der Keimzellen statt. Der halbierte Chromosomensatz der Keimzellen garantiert bei der Fortpflanzung konstante Chromosomenzahlen in den nachfolgenden Generationen und sorgt für die Vielfalt der verschiedenen Lebensformen.

Was passiert bei der Meiose?

Die Meiose besteht aus den zwei Phasen Meiose I und Meiose II. Bei der Meiose I kommt es bei der Teilung der Ausgangszelle mit doppeltem Chromosomensatz zur Aufteilung der bestehenden Chromosomen während die Chromatiden (Längshälften eines Chromosoms) zusammenbleiben. Dabei entstehen zwei haploide Tochterzellen, in ihnen ist das Erbgut nur einfach, nicht doppelt, vorhanden. In dieser Phase findet ein Crossing-over der elterlichen Chromosomen statt. Dabei werden Stücke der väterlichen und der mütterlichen Chromosomen ausgetauscht. Das führt zur Rekombination der einzelnen Abschnitte. In der zweiten Phase der Meiose werden Chromatiden voneinander getrennt, wobei Zellen mit Ein-Chromatid-Chromosomen entstehen. Die beiden Tochterzellen aus der ersten Phase der Meiose werden hier nochmals geteilt. Es resultieren also insgesamt vier Keimzellen.

Wie läuft die Meiose ab?

Die erste Phase der Meiose wird in Prophase I, Prometaphase und Telophase I eingeteilt. Die Prophase I ist im Gegensatz zur Prophase bei der Mitose ein sehr langer Prozess, der wiederum in fünf Abschnitte unterteilt ist:

1. Das Leptotän

Im Leptotän kondensieren langsam die Chromosomen der diploiden Ausgangszelle.

2. Das Zygotän

In diesem Abschnitt kommt es zur Paarung der Ein-Chromatid-Chromosomen und damit verbunden zur Verknüpfung beider Stränge.

3. Das Pachytän

Das Pachitän ist durch eine weitere Kondensation der Chromosomen und der Rekombination von Chromosomenabschnitten gekennzeichnet.

4. Das Diplotän

Im Diplotän werden die Chromosomen voneinander getrennt. Die Verbindung zwischen den Chromatiden bleibt jedoch bestehen. Teilweise findet in dieser Phase auch eine Transkription statt, eine Vervielfältigung eines Gens als RNA-Molekül nach DNA-Vorlage.

5. Die Diakinese

Die Chromosomen bewegen sich vollständig auseinander, während sich die Zellkernhülle auflöst. Es beginnt die vollständige Kondensation der Chromosomen.

- Die Prometaphase und Telophase I

In der folgenden Prometaphase werden die Chromosomen mit zwei Chromatiden zu den Spindelpolen gezogen. Danach entstehen in der Telophase I die haploiden Tochterkerne der diploiden Ausgangszelle.

- Die zweite Phase der Meiose

In der zweiten Phase der Meiose kommt es zur Trennung von Chromatiden. Dieser Vorgang ähnelt der Mitose. Es findet eine Metaphase II, eine Anaphase II und eine Telophase statt. Im Anschluss entstehen vier haploide Keimzellen mit jeweils Ein-Chromatid-Chromosomen.

Welche Besonderheiten gibt es beim Menschen?

Während die männlichen Spermien ständig neu gebildet werden, entstehen die Keimzellen der Frau bereits kurz nach der Geburt. Diese Urkeimzellen sind in den Eierstöcken gespeichert und werden während der Pubertät in zusätzliches Epithelgewebe eingebettet. Die erste Reifeteilung beginnt vor dem Eisprung. Dabei wird die diploide Ausgangszelle asymmetrisch geteilt. Es entsteht einerseits eine große Eizelle und andererseits ein kleineres Polkörperchen. Beide besitzen einen haploiden Chromosomensatz. Bei der zweiten Reifeteilung nach dem Eisprung entstehen eine Eizelle und drei Polkörperchen, wobei letztere zugrunde gehen.

Anzeige