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Gesundheitslexikon: Medizin

Medizin – Wissenschaft der Gesundheit

Medizin ist der Überbegriff jener Lehre, die sich mit Krankheiten und Verletzungen von Menschen und Tieren beschäftigt. Dazu gehört die Vorbeugung, im Fachbegriff Prophylaxe, die Erkennung oder Diagnose und die Behandlung beziehungsweise Therapie. Ausgeübt wird das Fachgebiet der Medizin durch Experten einer ganzen Reihe von Berufen wie Fachärzte, Therapeuten, Chirurgen, und Heilpraktiker. Die Medizin hat eine lange Geschichte, die sich von den Schamanen der prähistorischen Urvölker bis hin zu den hochqualifizierten Fachärzten der Gegenwart erstreckt. Die wissenschaftliche Medizin der Neuzeit bezieht sich auf Erkenntnisse ihrer Basiswissenschaften Physik, Chemie, Biologie und Psychologie.

Spezialisten und Fachgebiete für jedes Leiden

Grundsätzlich nimmt sich die Medizin aller Themen rund um Körper und Geist an, wenn diese nicht einwandfrei funktionieren. Um eine Krankheit festzustellen, muss zunächst eine Diagnose erstellt werden. In den meisten alltäglichen körperlichen Krankheitsfällen wird ein Hausarzt konsultiert. Ist dieser außerstande, eine Diagnose selbst zu stellen, verweist er auf Fachmediziner des jeweiligen betroffenen Gebietes – falls Sie bei spezifischen Beschwerden nicht gleich selbst einen aufsuchen.

Zu den historisch wichtigsten klinischen, also Krankenbehandlung betreffenden Fächern der Medizin zählen die innere Medizin, die Chirurgie, die Frauenheilkunde und die Kinderheilkunde. Im letzten Jahrhundert haben sich einige weitere wichtige Spezialisierungen ergeben, wie die Augenheilkunde, die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, die Pulmonologie oder Lungenheilkunde, die Onkologie, die Sozialmedizin und auch die Psychiatrie. Mit dem technischen Fortschritt kamen in jüngster Zeit Fachbereiche auf wie die  Radiologie und Strahlentherapie, die in der modernen Medizin längst unverzichtbar geworden sind.

Auch psychische Gesundheit ist Teil der Medizin. Hierfür ist beispielsweise die Psychoanalyse und die Psychotherapie zuständig. Heilpraktiker hingegen kümmern sich darum, die Heilungsprozesse des Körpers auf Basis der Diagnostik zu beschleunigen.

Medizin und das Gesundheitssystem

Die medizinische Versorgung wird im Allgemeinen durch das Gesundheitssystem eines Staates gewährleistet und finanziert. Sie ist versucht, jedem Staatsbürger eine bestmögliche gesundheitliche Versorgung zu bieten. Dies war nicht immer so – im Mittelalter waren Kranke auf Kirchen und Kommunen angewiesen, um zumindest die damals vergleichsweise mangelhafte medizinische Versorgung zu erhalten. Da die medizinische Versorgung immer kostenintensiver wird, verursacht das heutige staatliche Gesundheitssystem immer größere Anteile der Staatsausgaben. Auch die immer weiter steigende Lebenserwartung sorgt dafür, dass die Kosten für die medizinische Versorgung mehr und mehr zunehmen. Es wird daher allgemein ein Zweiklassensystem bei der gesundheitlichen Versorgung befürchtet, welches die Qualität der Versorgung von der jeweiligen Finanzkraft des Patienten abhängig macht.

Man unterscheidet drei Säulen medizinischer Versorgung: Die Grundversorgung wird von Arztpraxen und Krankenhausambulanzen durchgeführt und umfasst über 90 Prozent der medizinischen Gesamtversorgung. Die bei Bedarf hinzugezogenen Fachärzte übernehmen die sekundäre Versorgung. Die tertiäre Versorgung beruht auf Kliniken, die sich auf besonders teure und spezielle Leistungen konzentrieren, wie beispielsweise Krebszentren oder Verbrennungskliniken.

Tiermedizin

Die Tiermedizin ist ein Spezialgebiet der Medizin, die sich mit Tierkrankheiten und deren Behandlung beschäftigt. Vor allem in westlichen Ländern, in welchen der Anteil von Haus- und Nutztieren überdurchschnittlich groß ist, werden die Leistungen von Tierärzten immer öfter in Anspruch genommen.

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