Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Mastodynie (Schmerzende Brüste)

Mastodynie: das hilft bei schmerzenden Brüsten

Schmerzen, Verhärtungen und ein unangenehmes Schwere- und Spannungsgefühl in beiden Brüsten machen vielen Frauen zu schaffen. Die Beschwerden treten zumeist mehrere Tage vor der Menstruation auf, verschwinden mit dem Einsetzen der Monatsblutung aber wieder. Mediziner sprechen bei diesen zyklusabhängigen Beschwerden von Mastodynie. Treten die Symptome unabhängig vom Zyklus oder bei Männern auf, so wird der Fachbegriff Mastalgie verwendet. Betroffen von der Mastodynie sind Frauen jeden Alters, wobei Frauen über 30 Jahren häufiger unter Beschwerden leiden. Mit den Wechseljahren verschwinden die Beschwerden dann üblicherweise wieder.

Ursachen

Das Brustdrüsengewebe ist sehr empfindlich und im Laufe des Lebens vielen Veränderungen ausgesetzt. Der allmonatliche Zyklus, die Pubertät, eventuelle Schwangerschafts- und Stillzeiten und nicht zuletzt die Menopause beeinflussen die Struktur der Brüste und können Beschwerden auslösen. Maßgeblich an diesen Veränderungen und damit auch für die Mastodynie verantwortlich sind die Hormone. Vor allem das weibliche Sexualhormon Östrogen sorgt in der zweiten Zyklushälfte für eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Brustgewebe. Die infolge besser durchbluteten Brüste nehmen an Umfang und Gewicht zu, unter Umständen sind sogar knotige Veränderungen spürbar.

Symptome

Einige Tage vor dem Einsetzen der Monatsblutung kommt es zu einem Spannungsgefühl im oberen Teil der Brust, zudem werden Verhärtungen wahrgenommen. Bis zur Periode verstärken sich die Beschwerden, mit dem Beginn der Regelblutung verschwinden die Symptome.

Diagnose

Bei wiederkehrenden Schmerzen in der Brust sollte der Gynäkologe aufgesucht werden. Der Mediziner wird sich über die Krankengeschichte der Patientin, über die letzte Monatsblutung und etwaige Schwangerschaften informieren. Zudem ist es wichtig, den Arzt über Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane in der Familie zu unterrichten. Danach folgt eine körperliche Untersuchung, bei der die Brüste sorgfältig abgetastet werden. Um schwere Erkrankungen ausschließen zu können, wird der Mediziner eine Ultraschalluntersuchung durchführen und/oder eine Mammografie in Auftrag geben.

Behandlung

Die meisten zyklusbedingten Brustschmerzen bedürfen keiner besonderen Medikation. Bekannte Hausmittel helfen aber, die Beschwerden zu lindern. So kann das Kühlen der Brüste mit Speisequark ebenso sinnvoll sein wie Akupunktur, Meditation oder eine Ernährungsumstellung. Gut angepasste Büstenhalter und die Einnahme von pflanzlichen Heilmitteln können ebenfalls zur Verbesserung der Mastodynie beitragen.

Die Mönchspfefferpflanze zeigt in Studien gute Erfolge bei der Behandlung von Mastodynie. Der Wirkstoff bewirkt eine Senkung der Prolaktinausschüttung in der Zeit vor der Periode und vermindert so die Symptome. Das Präparat wirkt zumeist schon bei der ersten Monatsblutung, sollte aber für mindestens drei Zyklen eingenommen werden. Einer längerfristigen Anwendung bedarf auch das Nachtkerzenöl, dem ebenfalls eine Verbesserung der Symptome zugeschrieben wird.

Zusätzlich können homöopathische Arzneimittel schmerzlindernd wirken. Kombipräparate sind in der Apotheke erhältlich und enthalten häufig Ignatiusbohne, Iris, Blauen Hahnenfuß, Tiger-Lilie und den bereits erwähnten Mönchspfeffer.

Beeinträchtigt die Mastodynie die Frau über alle Maßen, so kann eine Hormontherapie Erfolge bringen. In der Praxis bewährt hat sich das Progesterongel. Um die verstärkte Durchblutung und die vermehrte Wassereinlagerung zu normalisieren, reduziert das Gel den Östrogen- und erhöht den Progesteronspiegel. Zudem können Medikamente die Beschwerden verbessern. Es kommen Gestagene, Prolaktinhemmer oder Antiöstrogene zum Einsatz.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige