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Gesundheitslexikon: Masern

Masern

Bei Masern handelt es sich um eine Viruserkrankung. Sie zählt zu den ansteckendsten Krankheiten überhaupt und weltweit zu den führenden Todesursachen bei Kindern. Fast jeder nicht immunisierte Mensch, der Kontakt zu einem Erkrankten hat, infiziert sich. Trotz ihres Rufs als typische Kinderkrankheit befallen die Masern zunehmend auch Jugendliche und Erwachsene. Das Risiko für Komplikationen ist bei diesen beiden Personengruppen wesentlich höher als bei Kindern. Bei entsprechender Behandlung sind die meisten Betroffenen nach kurzer Zeit wieder gesund. Es können allerdings auch ernste Begleiterscheinungen wie Mittelohr- oder Lungenentzündungen auftreten.

Ursachen

Die Übertragung des Masernvirus geschieht über Tröpfchen in der Atemluft. Der Infizierte stößt beim Sprechen, Husten oder Niesen keimhaltiges Sekret aus, welches von gesunden Menschen eingeatmet wird und so in die oberen Atemwege gelangt. Auch durch direkten Kontakt mit infektiösem Sekret können Sie sich infizieren, beispielsweise, wenn Sie mit einem Erkrankten aus einem Glas trinken. Die Inkubationszeit beträgt höchstens zehn Tage. Die Gefahr einer Ansteckung besteht bereits fünf Tage vor Auftreten des typischen Hautausschlags.

Symptome

Typischerweise beginnen Masern mit grippeähnlichen Symptomen wie Schnupfen, Halsschmerzen, mäßigem Fieber und trockenem, zum Teil sehr schmerzhaftem Husten. Hinzu kommen Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopf- und Bauchschmerzen. Ebenfalls charakteristisch ist eine Lichtempfindlichkeit in Kombination mit einer Bindehautentzündung, die sich in erster Linie durch tränende Augen bemerkbar macht. Auf der Mundschleimhaut bilden sich außerdem kleine weiße, rot umrandete Flecken.

Nach einigen Tagen zeigt sich ein Hautausschlag im Gesicht und hinter den Ohren, der sich im weiteren Verlauf über den gesamten Körper ausbreitet. Dieser Ausschlag ist verbunden mit einem starken Fieberanstieg bis hin zu Fieberkrämpfen. Heilt er nach vier bis sieben Tagen ab, kann es zu einer Schuppung der Haut kommen. Parallel dazu klingen auch die anderen Beschwerden ab und das Fieber sinkt. Sofern keine Komplikationen auftreten, sind die Patienten nach einer etwa zweiwöchigen Erholungsphase wieder auf den Beinen.

Diagnose

Masern sind an den Krankheitszeichen, vor allem am charakteristischen Hautausschlag, relativ leicht zu erkennen. Da Röteln, Ringelröteln oder Scharlach ähnliche Symptome aufweisen, wird zur Absicherung des Befundes eine Laboruntersuchung durchgeführt. Für gewöhnlich erfolgt der Nachweis über virusspezifische lgM-Antikörper. Zwar ist es auch möglich, das Virus im Blut, im Rachensekret oder im Urin zu diagnostizieren, labortechnisch ist dies jedoch wesentlich aufwendiger.

Behandlung

Eine gezielte Therapie gegen die Krankheit selbst gibt es nicht. Lediglich die Symptome können bekämpft werden. Generell sollten Sie bei einer Masernerkrankung Bettruhe einhalten und viel trinken. Fiebersenkende Mittel und Umschläge helfen gegen das Fieber. Bei zusätzlichen bakteriellen Infektionen wie Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung kommen Antibiotika zur Anwendung. Treten stärkere Komplikationen wie eine Gehirnentzündung auf, ist eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich.

Vorbeugung

Den sichersten Schutz vor Masern bietet eine Impfung. Diese erfolgt in der Regel über einen Kombinationsimpfstoff, der zugleich gegen Mumps, Varizellen und Röteln wirkt. Empfohlen wird die Schutzimpfung für Kinder ab dem elften Lebensmonat. Sollten Sie nach 1970 geboren und nicht oder nur unzureichend geimpft sein, ist eine Immunisierung ebenfalls ratsam.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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