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Gesundheitslexikon: Manometer

Manometer – den Gefäßdruck messen

Ein Druckmessgerät wird auch Manometer genannt und ist besonders im medizinischen Bereich verbreitet. Als Blutdruckmessgerät ist es nahezu jedem von Arztbesuchen vertraut, wobei sich auch andere Branchen damit behelfen.

Was ist Druck?

Im Bereich der Medizin sprechen Fachleute von Gefäßdruck, wenn sie einen sogenannten Körperdruck erfassen wollen. Als Gefäßdruck wird die Kraft einer bestimmten Fläche bezeichnet, die zwischen den Gefäßwänden erzeugt wird. Ist der Druck eines Menschen langfristig erhöht, sehen Mediziner ein Risiko für die Gesundheit. Auch ein zu niedriger Gefäßdruck kann auf eine Krankheit hindeuten. Ein Kreislaufversagen beispielsweise geht meist mit einem niedrigen Blutdruck einher. Es gibt unterschiedliche Arten der Druckmessapparate, die auf verschiedene Weise funktionieren. Zu den verbreiteten Versionen gehört das Aneroid-Manometer in Kombination mit Schläuchen, Manschette und Hörrohr.

Nutzen eines Manometers

Während ein Barometer den Luftdruck bestimmen kann, können Manometer über den Druck in Flüssigkeiten und Gasen informieren. Das klassische Blutdruckgerät wird Sphygmomanometer genannt und funktioniert mechanisch. Mit Hilfe des Geräts kann beispielsweise ein Arzt den aktuellen Blutdruckwert feststellen. Dieser setzt sich aus dem systolischen und den diastolischen Druck zusammen und gibt Aufschluss über den Gesundheitszustand eines Menschen. Der tatsächliche Wert wird mit Hilfe eines Stethoskops ermittelt, welches die sogenannten Verwirbelungsgeräusche des Blutkreislaufes akustisch weitergibt. Das praktische Aneroid-Manometer lässt es auch zu, den Wert abzulesen. Ein geschultes Auge erkennt den ersten und den letzten Ausschlag und kann somit den Druck bestimmen.

Entwicklung der medizinischen Manometer

Wie imposant ein Puls ist, wurde erstmals durch den französischen Landsmann Jules Harrison dargestellt. Er erschuf durch seinen Erfinderreichtum den Vorläufer des Quecksilber Manometers. Weitere engagierte Forscher beschäftigten sich mit dem menschlichen Blutkreislauf und versuchten die Herztätigkeit messbar zu machen. Der Namensgeber jedoch ist Scipione Riva-Rocci. Ein Arzt mit italienischen Wurzeln, der die heute unverzichtbare Armmanschette erfunden hat. Die Manschette kann dank der mechanisch herbeigeführten Kompression den systolischen Blutdruck messen. Als standardisierte Messeinheit gilt Millimeter Quecksilbersäule, kurz mm Hg., eine gesetzlich geregelte Einheit. Die Manometer-Technik wurde bis heute immer innovativer gestaltet. Elektronische Komponenten machen beispielsweise das Stethoskop verzichtbar und erleichtern Patienten die Messung zu Hause. Die Digital-Messapparate sind aufgrund der Vereinfachung sehr beliebt, wobei die Genauigkeit von manchen Experten in Frage gestellt wird.

Leistung des Manometers

Dank der fortschrittlichen Erfindung und der Betätigung vieler Wissenschaftler dieser Welt hilft das medizinische Blutdruckgerät bei der Diagnostik und Therapie von Kranken. Aufgrund der Erkenntnisse des Italieners Riva-Rocci wird der Blutdruck auch heute noch mit dem Kürzel RR aufgezeichnet. Ein RR von 120/80 mm Hg gilt übrigens weiterhin als normal und ist empfohlener Zielwert.

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