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Gesundheitslexikon: Mangan

Mangan, ein essenzielles Spurenelement

Mangan ist ein Übergangsmetall und chemisches Element der Mangangruppe, das die Ordnungszahl 25 trägt. Das Schwermetall ähnelt in seinen Eigenschaften dem Kalzium und wird in unserem Körper als Spurenelement benötigt. Als essenzielles, biologisches Element kommt Mangan in vielen Enzymen vor.

Eigenschaften von Mangan

Mangan ist ein unedles Metall und reagiert mit vielen Nichtmetallen und Sauerstoff. In verdünnten Säuren löst sich Mangan unter Wasserstoffentwicklung. Bei der Lösung in Schwefelsäure entsteht Schwefeldioxid. Physikalisch betrachtet handelt es sich bei Mangan um ein silber-weißlich hartes und sprödes Schwermetall, das bei 1244 Grad Celsius schmilzt. Seine vier verschiedenen Modifikationen sind zu unterschiedlichen Temperaturen stabil. Reines Mangan findet in geringem Umfang Verwendung. Meist wird Mangan zu Ferromangan, Spiegeleisen oder Silicomangan verarbeitet und in der Stahlindustrie verwendet. Mangan bildet stabile Mangan-Sauerstoff-Verbindungen und wirkt wie Aluminium desoxidierend. Damit verstärkt es die Wirkung anderer Elemente und wirkt außerdem entschwefelnd. Mangan in Stahl erhöht die Härtbarkeit und unterstützt als Legierung die Festigkeit, Korrosionsbeständigkeit und die Verformbarkeit von Metallen. Neben dem Einsatz in der Metallverarbeitung wird Mangan in der Leuchtstoffindustrie verwendet. Der jährliche Abbau von reinem Mangan beläuft sich auf etwa 140.000 Tonnen.

Mangan als Spurelement

Mangan ist für den Organismus vieler Lebewesen essenziell. Es handelt sich um ein sogenanntes Spurenelement, das Bestandteil vieler Enzyme ist. Bei der Enzym-Synthese wirkt Mangan als Lewis-Säure und fördert die Bildung der Enzym-Struktur. Manche Bakterien nutzen das Schwermetall darüber hinaus zur Energieerzeugung und anaeroben Atmung. In Pflanzen übernimmt Mangan essentielle Funktionen bei der Photosynthese und spielt für die Oxidation von Wassermolekülen zu Sauerstoff eine Rolle. Im menschlichen Körper fördert Mangan die Verwertung von Vitamin B1. Dadurch steigert das Spurenelement unsere Insulinproduktion und wirkt sich so auf unsere Blutzuckerwerte aus. Das Spurenelement beteiligt sich außerdem am Aufbau von Knorpel- und Knochengewebe. Es trägt zur Aktivierung des Enzyms Glykosyltransferase bei. Außerdem aktiviert Mangan Pyruvat-Carboxylase und unterstützt so die Neubildung von Glukose. Die manganinduzierte Aktivierung von Arginase spielt für unseren Harnstoffzyklus eine Rolle. Die der Pankreasenzyme ist wiederum für den Aminosäurenabbau relevant. Im menschlichen Körper sind bis zu 20 Milligramm Mangan gespeichert. Wie Kalzium sitzt das Spurenelement vor allem im Knochen. Darüber hinaus kommt es in der Leber, den Haaren, der Bauchspeicheldrüse, den Muskeln und den Nieren vor.

Vorkommen und Dosierung von Mangan

Mangan kommt in den kontinentalen Erdkrusten, in Erzen und in Braunsteinen vor. Das Element ist außerdem in vielen Nahrungsmitteln enthalten. Lebensmittel mit einem besonders hohen Anteil an Mangan sind beispielsweise Nüsse, Vollkornprodukte, Keimlinge, Milch und Obst wie Erdbeeren. Da wir Mangan nicht selbst produzieren können und trotzdem auf das Element angewiesen sind, müssen wir es mit der täglichen Nahrung aufnehmen. Rund vier Milligramm gelten dabei als täglicher Richtwert.

Symptome von Manganmangel und Manganvergiftung

Wir entwickeln bei ausgewogener Ernährung keinen Manganmangel. Mangelerscheinungen entstehen meist nur bei einseitiger Ernährung, insbesondere bei der Aufnahme großer Mengen an einfachen Kohlenhydraten oder einer übertriebenen Mineralienaufnahme. Mangelerscheinungen sind bislang nur an Tieren verfolgt worden, so zum Beispiel in Form von Knochendeformitäten. Wie Manganmangel sind auch Manganvergiftungen selten. Akute Intoxikation manifestiert sich in Luftnot und Manganpneumonie. Wer jahrelange in der Metallindustrie arbeitet, kann Manganvergiftungen mit Parkinson-ähnlichen Symptomen entwickeln, die durch Manganablagerungen in den Basalganglien verursacht werden. Manganismus durch die reine Ernährung ist annähernd ausgeschlossen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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